Abschaffung Soli – was bedeutet das für den Steuerzahler?

Am 1. Januar 2021 wird er für die meisten Bundesbürger abgeschafft: der Solidaritätszuschlag. Mit Ausnahme der Spitzenverdiener haben die Steuerzahler dann mehr Geld in der Tasche. Wer schlau ist, nutzt die Ersparnisse für die Altersvorsorge.

Was ist eigentlich der Solidaritätszuschlag?

Der Solidaritätszuschlag wurde 1991 als Ergänzungsabgabe eingeführt. Mit dieser Zuschlagsteuer zur Einkommensteuer und Körperschaftsteuer sollten unter anderem die Kosten der deutschen Wiedervereinigung finanziert werden. Die Höhe des Soli veränderte sich im Laufe der Jahre, zuletzt lag sie bei 5,5 Prozent der zu zahlenden Körperschaft- und Einkommensteuer. Im Jahr 2019 nahm der Staat über den Soli 18,9 Milliarden Euro Steuern ein.

Wer muss die Ergänzungsabgabe zahlen?

Alle Steuerzahler, deren Einkommensteuer über einer Freigrenze liegt, müssen bislang den Solidaritätszuschlag zahlen. Diese Freigrenzen liegen bei 972 Euro für Steuerzahler mit Einzelveranlagung (Lohnsteuerklasse I, II, IV, V, VI) und bei 1.944 Euro, wenn Ehepartner zusammen veranlagt werden (Lohnsteuerklasse III). Darüber hinaus sind Kapitalgesellschaften, also eine GmbH, AG, KGaA oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), verpflichtet, den Solidaritätszuschlag abzuführen.

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Für welche Steuerzahler fällt der Soli ab 2021 weg?

Für rund 90 Prozent der Steuerpflichtigen in Deutschland fällt ab 2021 der Solidaritätszuschlag weg. Besonders Steuerzahler mit mittlerem Einkommen profitieren von der Abschaffung des Soli. Maßgeblich für die Entlastung ist die Höhe der Einkommensteuer. Denn die Freigrenzen für die Einkommensteuer, ab welcher der Soli fällig wird, werden angehoben: Sie liegen ab 2021 bei 16.956 Euro im Falle von Einzelveranlagung sowie bei 33.912 Euro im Falle von Zusammenveranlagung.

Neben der Anhebung der Freigrenze wird eine Milderungszone eingeführt, die für rund 6,5 Prozent der Steuerzahler interessant ist. Diese Milderungszone entlastet all jene, deren Einkommen nur wenige Euro über der Freigrenze liegt. Innerhalb der Milderungszone wird der Solidaritätszuschlag schrittweise angepasst. Die Milderungszone gilt auch für Einzelunternehmer, Kleinunternehmer und Personengesellschaften (OHG oder KG), deren Gewinne als Gewerbetreibende der Einkommensteuer unterliegen.

Konkret heißt das: Eine Familie mit zwei Kindern muss ab 2021 bei einem Jahresbruttoeinkommen bis zu 151.000 Euro keinen Solidaritätszuschlag mehr bezahlen, Singles bis 73.000 Euro. Alleinstehende, die zwischen 73.000 Euro und 109.000 Euro verdienen, sowie Verheiratete mit einem Einkommen zwischen 151.000 Euro und 221.000 Euro zahlen den Soli künftig nur noch zum Teil. Spitzenverdiener zahlen weiterhin den vollen Soli-Satz. Das trifft auf 3,5 Prozent der Steuerzahler zu. Auch Kapitalgesellschaften müssen weiterhin den Soli abführen.

Schluss mit dem "Soli" – ­Start frei für die Rente!

Möchten Sie mehr für Ihre Altersvorsorge tun, ohne zusätzliche Belastung? Jetzt kommt die Gelegenheit: Wandeln Sie Ihre Soli-Ersparnis in eine Rentenversicherung um – und sichern Sie sich dazu noch die volle staatliche Förderung! Mit einer ERGO Rentenversicherung sind Sie besonders flexibel und können von attraktiven Renditechancen profitieren. Auch eine Garantie von bis zu 100 % der Beitragszahlung ist möglich.

Abschaffung Soli: Wie hoch sind die Steuerersparnisse?

Wie viel Geld Steuerzahler tatsächlich durch die Abschaffung des Soli sparen, ist abhängig vom Einkommen und vom Familienstand. Ein Beispiel: Frau Müller ist Single und hat ein Jahreseinkommen von 40.000 Euro brutto. Beim derzeitigen Soli-Satz von 5,5 Prozent fallen 321,36 Euro Solidaritätszuschlag an. Ab 2021 liegt Frau Müllers Einkommen unterhalb der Freigrenze, sie muss also keinen Solidaritätszuschlag mehr zahlen und spart damit 321,36 Euro im Jahr. Für die Berechnung der persönlichen Ersparnis ab 2021 empfiehlt sich der Soli-Rechner der ERGO.

Ersparnis für Altersvorsorge nutzen

Je nach Höhe des Einkommens sind die Steuerersparnisse durch Abschaffung des Soli beachtlich: Singles können bis zu 75 Euro pro Monat einsparen, Paare bis zu 150 Euro. Was tun mit dem frei werdenden Geld? Wer clever ist, wandelt die Ersparnisse in eine Altersvorsorge um. Bei der ERGO gibt es verschiedene Anlagemöglichkeiten fürs Alter. Ein Weg ist eine private Rentenversicherung, bei der der Sparbeitrag jederzeit verändert oder Geld entnommen werden kann. Oder der Arbeitnehmer steckt die Steuerersparnis in eine Basis-Rente mit staatlicher Förderung. Alternativ ist auch eine betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss möglich.

Ein Tipp: Wer einen Altersvorsorgevertrag noch in diesem Jahr abschließt, sichert sich bei vielen Produkten eine höhere garantierte Rente. Denn der Garantiezins für Versicherungen zum 1. Januar 2021 könnte weiter gesenkt werden – Gespräche dazu gibt es bereits.

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