Erklärung: Renteninformation richtig verstehen

Jedes Jahr erhalten Millionen Deutsche ihre Renteninformation. Schauen Sie genau hin. Denn was Sie hier übersehen, könnte Ihnen später auf dem Konto fehlen.

Wenn Sie mindestens 27 Jahre sind und bereits fünf Jahre oder länger in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben, bekommen Sie automatisch einmal im Jahr Post von der Deutschen Rentenversicherung: Ihre persönliche Renteninformation. Dieses Schreiben müssen Sie also nicht anfordern. Aber lesen sollten Sie es unbedingt. Wir helfen Ihnen dabei, es auch zu verstehen. Übrigens: Nach Vollendung des 54. Lebensjahres wird die Renteninformation alle drei Jahre durch eine umfangreichere Rentenauskunft ersetzt.

Wann Ihre Regelaltersrente startet

Im ersten Abschnitt Ihrer Renteninformation finden Sie schwarz auf weiß, ab wann Ihre Regelaltersrente beginnen wird. Während früher Arbeitnehmer mit 65 in Rente gehen konnten, steigt das Eintrittsalter je nach Ihrem Geburtsjahr an. Für alle Jahrgänge ab 1964 gilt dann die Rente mit 67. Dann wird die Rente im Monat nach Ihrem 67. Geburtstag gezahlt.

Ausgenommen von dieser Regelung sind nur Versicherte, die mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben.

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Die Tücken der Regelaltersrente

Doch wer arbeitet tatsächlich bis zu seinem 65. bzw. 67. Lebensjahr? Reichen so lange überhaupt die Kräfte? Viele Versicherte wollen früher in Rente gehen. Dann bekommen sie aber weniger von der gesetzlichen Rentenkasse. Denn jeden Monat, den Sie eher in Rente gehen, wird Ihre Rente um 0,3 % gekürzt. Das macht z. B. stattliche 7,2 % aus, wenn Sie zwei Jahre früher in Rente gehen.

Ungewisse Zukunft – unsichere Rente

Niemand kann die Zukunft vorhersehen – auch die Rentenkasse nicht. Deshalb weist sie in ihrer Erklärung selbst darauf hin: „Änderungen in Ihren persönlichen Verhältnissen und gesetzliche Änderungen können sich auf Ihre zu erwartende Rente auswirken.“ Wenn Sie sich von Ihrem aktuellen Stand ein Bild machen wollen, machen Sie den Test und ermitteln Sie mit dem ERGO Rentenrechner Ihre voraussichtliche Versorgungshöhe.

Rentenrechner

Ist die Rente brutto oder netto?

Bekommen Sie dann das als Rente überwiesen, was als errechnete Rente auf Ihrer Renteninformation steht? Die ausgewiesene Rente ist brutto. Was hier also als künftige Regelaltersrente errechnet wurde, landet später garantiert so nicht auf Ihrem Konto. Denn davon sind Krankenkassen- und Pflegeversicherungsbeiträge und oft auch noch Steuern zu zahlen. Bereits heute machen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge rund 11 % der Rente aus.

Renteninformation

Erklärung: Rente wegen voller Erwerbsminderung

Könnten Sie ab sofort nicht mehr arbeiten und wären nachweislich voll erwerbsgemindert, dann würden Sie diesen Betrag aus Ihrer jüngsten Renteninformation erhalten. Aber auch hier gilt: Die Rente ist brutto. Tatsächlich erhalten Sie netto weniger.

Erklärung: Höhe Ihrer künftigen Regelaltersrente

Hier finden Sie gleich zwei Angaben. Der obere Wert sagt aus, welche Rente Sie sich bislang erarbeitet haben. Angenommen, Sie arbeiten bis zum Renteneintritt weiter, und zwar mit dem durchschnittlichen Verdienst der letzten fünf Jahre, erhöht sich Ihre monatliche Rente. Das sagt der untere Betrag aus.

Verlassen Sie sich nicht auf die Rentenanpassung

Hier wird Ihnen vorgerechnet, wie sich Ihre Rente erhöht, wenn der Rentenwert jährlich um ein bzw. zwei Prozent steigt. Tatsächlich basieren die Rentensteigerungswerte aber auf der realen Lohnentwicklung. Immerhin: Mit einer Garantie hat die Bundesregierung festgelegt, dass die Rente selbst im Falle sinkender Löhne nicht gekürzt werden kann. Mit einer jährlichen Rentenerhöhung sollten Sie aber keinesfalls verlässlich rechnen.

Geldentwertung beachten

Was Sie heute auf Ihrer Rentenauskunft lesen, ist übermorgen schon weniger wert. Dafür sorgen Inflation und Kaufkraftverlust. Das wird auf der Rückseite der Erklärung zwar ausführlich erläutert, aber nicht in die Kalkulation mit einbezogen. Das sollten Sie jedoch unbedingt tun, wenn Sie Ihren Lebensstandard auch im Alter erhalten wollen.

Zusätzlicher Vorsorgebedarf: Schließen Sie Ihre Versorgungslücke

Mit Ihrer Renteninformation erhalten Sie gleich auch den Hinweis, dass Ihre errechnete Rente nicht Ihrem heutigen Einkommen entsprechen wird. Diese sogenannte Versorgungslücke müssen Sie selbst schließen.

Private Rentenversicherung

Sie haben Ihr Leben lang gearbeitet und wollen deshalb auch im Ruhestand auf nichts verzichten. Das Leben ist voller Überraschungen. Gut, wenn Ihre Altersvorsorge da mithält. ERGO bietet Ihnen attraktive Altersvorsorgeprodukte, damit Sie sich Ihre Träume und Wünsche im Alter erfüllen können.

Grundlagen der Renteninformation – so wird Ihre Rente berechnet

Auf der Rückseite Ihrer Rentenauskunft finden Sie eine ausführliche Erklärung, wie die Zahlen überhaupt zustande gekommen sind. Kurz zusammengefasst: Alle bislang eingezahlten Beträge werden in Entgeltpunkte umgerechnet und diese mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert. Diese Zahlen und Zeiten sind enorm wichtig, denn sie entscheiden über die Höhe Ihrer Rente. Prüfen Sie also unbedingt sämtliche Angaben!

Kontenklärung anfordern und Versicherungsverlauf prüfen

Nicht alle Zeiten für Ihre Rentenberechnung werden automatisch erfasst. Schulausbildung und Kindererziehungszeiten etwa werden nur auf Antrag ergänzt. Um Ihren Versicherungsverlauf genau überprüfen und eventuell vervollständigen zu können, sollten Sie daher eine Kontenklärung anfordern.

Fazit: Was Sie selbst für Ihre Rente tun können

  • Fordern Sie im Rahmen einer Kontenklärung Ihren aktuellen Versicherungsverlauf formlos bei der Deutschen Rentenversicherung an.
  • Prüfen Sie genau die Versicherungszeiten und lassen Sie nicht erfasste Zeiten nachtragen.
  • Sorgen Sie vor! Schließen Sie Ihre Versorgungslücke – je eher, desto besser.
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Das Verhältnis Erwerbstätige zu Rentnern wird sich weiter verschieben.
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