Rentenpunkte kaufen – so lohnt es sich

Die gesetzliche Rente ist für die meisten Bundesbürger ihre wichtigste Einkommensquelle im Alter. Wer Lücken in seinem Erwerbsleben hat oder früher in Rente gehen möchte, kann durch Sonderzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung seine Altersrente aufbessern. Aber lohnt sich das? Gibt es sinnvolle Alternativen?

Lange Ausbildungszeiten oder Kindererziehung senken die Rente

Wenn Ines P. auf ihren Rentenbescheid schaut, macht sie sich Sorgen. Wie soll sie im Alter mit so wenig Geld auskommen? Dabei hat Ines in ihrem Leben vieles richtig gemacht. Sie hat eine Lehre gemacht, früh zwei Kinder bekommen. Als diese größer wurden, fing sie noch mal an zu studieren. Als IT-Administratorin hat sie sogar ganz ordentlich verdient. Allerdings oft als Freiberuflerin. Angestellt war sie nur hin und wieder mal – und damit zahlte sie auch nur sporadisch in die gesetzliche Rentenkasse ein. Nun fällt die Rente geringer aus als gedacht.

Viele Arbeitsbiografien passen heute nicht mehr in das ursprüngliche Konzept der Rente. Die ursprüngliche Idee ging davon aus, dass man ein Arbeitsleben lang kontinuierlich Rentenbeiträge bezahlt. In der Realität sorgen Kindererziehung, Ausbildungszeiten, Arbeitslosigkeit oder Freiberuflichkeit immer wieder für Unterbrechungen oder für nur geringe Zahlungen in das gesetzliche Rentensystem.

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Verteilung der Rentenpunkte in Deutschland

Das alles sorgt später für eine geringere Rente. Wesentlich für die Berechnung der Rente sind vor allem die Dauer, über die in die Rentenkasse eingezahlt wurde, und die Höhe der Beiträge, die in die sogenannten Entgeltpunkte umgewandelt werden. Diese orientieren sich am Durchschnittsverdienst eines jeden Jahres. Wer in einem Kalenderjahr genauso viel verdient hat wie der Durchschnitt der Bundesbürger, bekommt einen Entgeltpunkt. Wer mehr oder weniger verdient, bekommt dementsprechend mehr oder weniger Rentenpunkte.

Aktuell bekommt ein Durchschnittsverdiener, der 2018 auf ein Jahresgehalt von 37.873 Euro kam, einen Entgeltpunkt. Für jeden Punkt gibt es später in Westdeutschland einmal rund 33,05 Euro, im Osten der Republik etwa 31,89 Euro (Stand: Juli 2019) Rente im Monat, den sogenannten Rentenwert. Wer also im Laufe seines Berufslebens 40 Punkte gesammelt hat, bekommt dafür rund 1.322 Euro/1.275,60 Euro (alte/neue Bundesländer) Altersrente. Der Rentenwert wird jedes Jahr von der Politik neu festgelegt. Für Rentner im Osten Deutschlands gibt es durch die Rentenangleichung mehr Entgeltpunkte, dafür fällt der monatliche Rentenwert etwas geringer aus.

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Nachzahlung: Für wen lohnt es sich?

Wenn das Arbeitsleben Lücken aufweist, weil man entweder zwischenzeitlich freiberuflich tätig war oder sich mal ein Jahr Auszeit genommen hat oder nehmen musste, kann man durch Nachzahlungen die spätere Rentenzahlung erhöhen. Auch bestimmte Ausbildungszeiten können über eine Nachzahlung ausgeglichen werden. Denn die Rentenversicherung rechnet nicht mehr alle Jahre der Ausbildung nach dem 16. Lebensjahr auf die Rentenhöhe an. Und schon mit der Erziehungszeit von zwei Kindern hat man die allgemeine Wartezeit erfüllt.

Ist die Nachzahlung freiwilliger Beiträge im Alter sinnvoll?

Sogar wer sein Rentenalter schon erreicht hat und dann feststellen muss, dass die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren für die sogenannte Regelaltersrente nicht erreicht wurde, etwa weil man als Unternehmer oder Freiberufler nicht in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann unter bestimmten Voraussetzungen Beiträge nachzahlen und somit Rentenpunkte kaufen.

Rentenpunkte kaufen

Früher in Rente gehen trotz Regelaltersgrenze

Das wichtigste Argument für eine freiwillige Zahlung dürfte aber der Wunsch sein, früher in Rente gehen zu können. Wer nach 1964 geboren ist, erreicht erst mit 67 Jahren die sogenannte Regelaltersgrenze. Viele wünschen sich einen früheren Zeitpunkt. Doch dafür müssen die Rentner teilweise erhebliche Abschläge von der Rente in Kauf nehmen. Das sind 0,3 Prozent pro Monat, den man vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht. Wer also ein Jahr früher in Rente gehen möchte, muss einen Abschlag von 3,6 % in Kauf nehmen. Dieser Abschlag bezieht sich dann auf die Rentenhöhe, die man bis zu dem Zeitpunkt der eigenen Rente erzielt hat. Wer das nicht möchte, kann sich über den Kauf von Rentenpunkten Gedanken machen, um die Abschläge auszugleichen. Er sollte aber auch prüfen, ob eine Anlage im privaten Sektor auch aufgrund der höheren Flexibilität nicht eine sinnvollere Alternative ist. Insbesondere ist dafür ein laufender Sparvorgang, zu dem man sich möglichst früh entschieden hat, die Lösung schlechthin.

Rentenpunkte kaufen, grundsätzliche Überlegungen

Doch bevor man sich dazu entschließt, sollte man genau überlegen, was man erreichen will. Neben der reinen Rentenhöhe kann z. B. bei nicht verheirateten Paaren die gegenseitige Absicherung ein wichtiges Anliegen sein, das mit einer privaten Versorgung in dieser Situation optimaler zu befriedigen wäre. Empfehlenswert ist auf jeden Fall, vor einer Entscheidung das Gespräch mit einem Experten für Themen der Altersversorgung zu führen und sich umfassend beraten zu lassen.

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