Bildrechte im Internet – darauf sollten Sie achten

Wenn Sie Bilder in sozialen Medien posten, sollten Sie die Bildrechte, die im Internet gelten, nicht außer Acht lassen. Sonst drohen Abmahnungen.

Ob es Schnappschüsse mit anderen aus dem letzten Urlaub sind, vom Kegelabend oder von der Betriebsfeier – viele posten in den sozialen Medien Fotos von Freunden und der Familie, ohne sich viel dabei zu denken. Doch die Bildrechte im Internet haben es in sich. Denn nicht jeder ist damit einverstanden, ungefragt im Netz auf einem Foto aufzutauchen. Und beim Posten fremder Fotos könnte auch der Fotograf selbst etwas dagegen haben, dass Sie seine Fotos verwenden. Rechtlich ist diese weit verbreitete Praxis kein Kavaliersdelikt. So können Sie mit dem Posten von Bildern das Urheberrecht oder Persönlichkeitsrechte verletzen. Im schlimmsten Fall droht eine teure Abmahnung oder eine Strafverfolgung.

Das Urheberrecht beachten – Abmahnung möglich

Sie lassen ein schönes Familienbild beim Fotografen machen und wollen es all Ihren Freunden bei Facebook zeigen? Hier ist Vorsicht angesagt, denn Sie verletzen damit das Urheberrecht. Denn der Fotograf ist als Ersteller eines Bildes auch der Urheber. Er allein entscheidet, ob und wo das Bild verwendet oder veröffentlicht werden darf. Manche Fotostudios bieten zum Foto auch die Lizenz für eine Veröffentlichung an.

Kinderfotos in sozialen Medien

Copyright angeben reicht nicht aus

Das Gleiche gilt für die Bildnutzung, wenn ein Fotograf Bilder von Veranstaltungen macht. Wenn der Fotograf als Urheber einer Veröffentlichung nicht zustimmt, dürfen die Bilder auch nicht in Social-Media-Profilen oder auf Ihre Webseite hochgeladen oder geteilt werden. Eine Abmahnung kann folgen. Da reicht es auch nicht, das Copyright anzugeben und den Urheber zu nennen.

Das Recht am eigenen Bild

Bei Partyfotos oder dem Urlaubsvideo mit Freunden in sozialen Medien tritt noch ein weiterer Aspekt auf: Hier gilt es, die sogenannten Persönlichkeitsrechte zu beachten. Das Veröffentlichen dieser Bilder ist nicht ohne Weiteres erlaubt, auch wenn Sie selbst das Bild oder das Video gemacht haben. Denn nicht nur das Urheberrecht, sondern auch das Recht am eigenen Bild kann durch das Posten von Fotos verletzt werden. Das Recht am eigenen Bild besagt, dass die abgebildeten Personen um Erlaubnis gefragt werden müssen, bevor Fotos von ihnen online gestellt werden dürfen. Wer sich nicht daran hält, riskiert die Zahlung von Schadensersatz und begeht obendrein noch eine Straftat. Denn: Das Gesetz verbietet ausdrücklich das Veröffentlichen von Bildern von anderen Personen ohne deren Zustimmung. Hier droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. Ausnahmen sind Bilder von wichtigen Ereignissen wie etwa der Rede eines Politikers, von größeren Menschenmengen oder von Gebäuden, vor denen nur zufällig ein Passant vorbeiläuft, der nur als „Nebensache“ auf dem Bild auftaucht. Letzteres ist besonders bei Urlaubsfotos wichtig.

Privat-Rechtsschutz im Internet

Damit Sie wirksam bei rechtlichen Auseinandersetzungen rund um Fotorechte im Internet geschützt sind, ist der Privat-Rechtsschutz unerlässlich.

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Bildrechte im Internet gelten auch für die eigenen Kinder

Das Foto der kleinen Tochter als Profilbild bei WhatsApp. Der Schnappschuss aus dem Urlaub, als der Sohnemann im Meer geplantscht hat, bei Facebook. Viele teilen Fotos ihrer Kinder in den sozialen Medien. Auch hier spielt das Thema Bildrechte im Internet eine Rolle.

Denn auch wenn Sie die Bilder nur Ihren Freunden zugänglich machen: Kinder haben ebenfalls ein Recht am eigenen Bild. Das Posten von Fotos von Kleinkindern und Babys verletzt daher ihre Persönlichkeitsrechte. Denken Sie daran, dass etwas, das einmal im Internet veröffentlicht ist, sich nicht mehr so einfach wieder daraus entfernen lässt.

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Ältere Kinder um Erlaubnis fragen

Bei älteren Kindern ab 14 Jahren gilt: Die Erwachsenen müssen ausdrücklich fragen, ob sie ein Foto von ihnen online stellen können. Außerdem sollte man sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der sozialen Medien genau ansehen. Bei Facebook etwa bleibt man zwar Urheber der Bilder, aber mit der Zustimmung zu den AGB erlauben Sie Facebook, diese zu Werbezwecken weiterzuverwenden.

Teilen im Social Web

Wenn Sie selbst keine Bilder online stellen, können Sie auch keine Bildrechte im Internet verletzen. Dieser Gedanke liegt nahe, doch er stimmt so nicht. Denn gegen das Urheberrecht können Sie auch durch das Teilen von Bildern, die Sie nicht selbst gepostet haben, verstoßen.

Wenn Sie beispielsweise auf Facebook Bilder von Freunden teilen, werden diese mit einem Vorschaubild in der eigenen Timeline verlinkt. Ist das Bild jedoch urheberrechtlich geschützt, reicht dieses Vorschaubild aus, um das Urheberrecht zu verletzen. Auch hier sind Abmahnungen möglich. Tipp: Im Zweifel besser nicht teilen.

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