Die Helden des Pokals – zehn verrückte Geschichten

Der DFB-Pokal geht in seine 77. Saison! Zeit für einen Rückblick: Wer sind die größten Helden dieses Wettbewerbs? Wir stellen sie Ihnen vor – von Elfmeterkillern über „Spielertrainer“ bis zu eiskalten Torjägern!

Der DFB-Pokal ist ein Wettbewerb, bei dem es in jedem Spiel um Triumph und Tragödie geht, um Weiterkommen oder Ausscheiden, um Trophäe oder Trostpreis. Klar, dass es in der 76-jährigen Geschichte dieses Vereinspokals schon manche Helden gab. Hier kommen die zehn legendärsten Typen und ihre Geschichten.

Helmut Kremers

1. Helmut Kremers: Der „auf den Punkt“ voll da ist

Drei verwandelte Elfmeter in einem Pokal-Halbfinale: Das macht Helmut Kremers (FC Schalke 04) so schnell keiner nach. In der Saison 1971/72 wurde bis zum Finale in Hin- und Rückbegegnung gespielt. Das Hinspiel hatten die Kölner 4:1 gewonnen, nun stand es am 10. Juni 1972 nach 83 Minuten 3:2 für Schalke. Der jüngere Kremers-Zwilling (Bruder Erwin spielte auch mit) traf per Strafstoß und wiederholte das Kunststück in der Nachspielzeit! Verlängerung, Elfmeterschießen – und der Abwehrspieler trat noch mal an. Schalke erreichte das Finale und holte sich den Pokal mit einem 5:0 über den 1. FC Kaiserslautern.

Günter Netzer

2. Günter Netzer: Der sich selbst einwechselt

„Ich spiel’ dann jetzt mal.“ Dieser legendäre Satz aus dem Pokalfinale 1973 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln wird Mittelfeldspieler Günter Netzer zugeschrieben. Er soll ihn kurz vor der Verlängerung – es stand 1:1 – seinem Trainer Hennes Weisweiler zugeraunt haben. Dieser hatte seinen Star wegen dessen bevorstehenden Wechsels zu Real Madrid auf die Bank gesetzt. Netzer kam tatsächlich für Christian Kulik ins Spiel und traf nach einem Doppelpass mit Jupp Heynckes zum 2:1-Siegtreffer.

Robert Lewandowski

3. Robert Lewandowski: Der die Berliner Luft mag

Mit 33 Treffern ist Robert Lewandowski (FC Bayern) der erfolgreichste noch aktive Spieler im DFB-Pokal. Und „Lewa“ mag die Big Points: Schon sechs Mal traf der Pole in einem Endspiel im Berliner Olympiastadion. Legendär seine drei Treffer gegen seinen künftigen Arbeitgeber beim 5:2-Triumph von Borussia Dortmund im Finale 2012. Auch 2019 traf der Torjäger zwei Mal beim 3:0 der Bayern gegen RB Leipzig. Die nächstbeste Endspielbilanz haben Gerd Müller und Uwe Seeler mit je vier Treffern. Lewandowski war übrigens bereits vier Mal bester Saisontorjäger im DFB-Pokal. Diese Bestmarke teilt er sich mit Hannes Löhr (1. FC Köln).

Wolfgang Schäfer

4. Wolfgang Schäfer: Der (nicht!) mit dem Pokal schläft

Als 1985 zum ersten Mal das Finale im von nun an als fixer Endspielort gesetzten Berliner Olympiastadion ausgetragen wurde, gab es prompt eine faustdicke Überraschung: Bayer 05 Uerdingen besiegte den Titelverteidiger und neuen Deutschen Meister Bayern München mit 2:1! Den Siegtreffer erzielte in der 68. Minute Wolfgang Schäfer, genannt „Kapp“. Weil er den „Cup“ nach der Feier mit ins Bett genommen hatte? „Stimmt nicht“, verriet der Stürmer Jahre später. Richtig ist: Er hatte ihn mit ins Zimmer genommen. Aber „gegen halb drei am Morgen stand plötzlich Friedhelm Funkel vor mir mit Sicherheitsbeauftragten, weil die den Pokal vermisst hatten“. Aus dem „Schäferstündchen“ wurde also nichts.

Olaf Thon

5. Olaf Thon: Der die Bayern aufmischt

Was für ein legendäres Spiel: Wir schreiben den 2. Mai 1984, das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Schalke 04 (damals 2. Liga) und Bayern München steht an. Klare Sache? Nein! Es geht vor 71.000 Zuschauern im Gelsenkirchener Parkstadion hin und her. 4:4 heißt es nach 90 Minuten. Zwei Schalker Tore gehen auf das Konto eines A-Jugend-Spielers, der erst tags zuvor 18 geworden ist: Olaf Thon. Dieser trifft in den letzten Sekunden der Verlängerung zum unfassbaren 6:6-Endstand (das Wiederholungsspiel gewinnen die Münchner mit 3:2) – und gesteht hinterher ZDF-Reporter Rolf Töpperwien: „Ich habe als kleiner Junge in Bayern-Bettwäsche geschlafen.“

Norbert Dickel

6. Norbert Dickel: Der an Krücken gehen müsste

„Schwere Operation am rechten Knie, Meniskus entfernt, Knorpel geglättet, klassische Arthrose.“ So beschrieb Norbert Dickel, Torjäger von Borussia Dortmund, später seine Krankengeschichte aus dem Frühjahr 1989. Immer wieder wurde das Knie dick, erst drei Tage vorm Finale gegen Werder Bremen am 24. Juni stieg Dickel ins Mannschaftstraining ein.
Schüsse mit der Innenseite waren tabu – zu schmerzhaft. Präsident Gert Niebaum bekniete den damaligen Trainer Horst Köppel, den Stürmer spielen zu lassen. Der heutige Stadionsprecher bedankte sich mit zwei Toren zum 3:1-Triumph des BVB. Verblüffter Kommentar eines Reporters: „Ein Kassenpatient würde jetzt noch an Krücken gehen.“

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Jürgen Klopp

7. Jürgen Klopp: Der vom gefeierten zum tragischen Pokalheld wird

Er stand am Zenit seiner Trainerkarriere – dachten viele. Doch Jürgen Klopp (heute FC Liverpool) ist noch lange nicht fertig. Am 12. Mai 2012 lieferte „Kloppo“ dennoch sein vorläufiges Meisterstück ab: Seine Dortmunder Borussia hatte soeben den zweiten Meistertitel in Folge eingetütet und nun das! 5:2 gegen den Branchenriesen FC Bayern. Die erfolgsverwöhnten Münchner hatten keine Chance gegen die taktischen Raffinessen der Schwarzgelben! Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass dies für lange Zeit der letzte wichtige Titel des modernen Trainerfuchses sein würde. Bitterer Tiefpunkt: das 1:3 im DFB-Pokalendspiel gegen den VfL Wolfsburg am 30. Mai 2015 – Klopps letztes Spiel als BVB-Coach.

Dieter Hoeneß

8. Dieter Hoeneß: Der mit dem Turban knipst

Seine hochschwangere Frau verfolgte es zu Hause am Fernseher mit Grausen: Dieter Hoeneß (FC Bayern) zog sich beim Pokalendspiel gegen den 1. FC Nürnberg am 1. Mai 1982 eine klaffende Platzwunde am Kopf zu. Aufgeben? Nicht mit dem eisenharten Torjäger. „Wechselt ihn aus! Das ist unverantwortlich!“, forderte TV-Kommentator Dieter Kürten wiederholt, denn der Kopfverband färbte sich immer wieder rot. Hoeneß biss sich durch – und erzielte, natürlich per Kopf, in der Schlussphase den 4:2-Endstand für die Bayern.

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Rudi Kargus

9. Rudi Kargus: Der den Elfmeter tötet

Es geschah am 22. Dezember 1973 beim Achtelfinal-Wiederholungsspiel zwischen dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach. Das erste Match war 2:2 ausgegangen, damals hieß das: Wiederholungsspiel auf dem gegnerischen Platz. Nach Ende der Verlängerung hieß es 1:1 – Elfmeterschießen! Auftritt Rudi Kargus: Der damals 21-jährige Schlussmann hielt die ersten drei Gladbacher Strafstöße von Horst Köppel, Rainer Bonhof und Dietmar Danner. So etwas hatte es noch nie gegeben. Die ersten drei HSV-Schützen trafen, und ein neues Wort war geboren: Kargus war fortan der „Elfmetertöter“. Tatsächlich hielt er auch in der Bundesliga 29 von insgesamt 76 Strafstößen – gut 38 Prozent. Die Hamburger erreichten übrigens 1974 das DFB-Pokalfinale, verloren aber 1:3 nach Verlängerung gegen Eintracht Frankfurt. Elfmeter gab es keine.

Norbert Nigbur

10. Norbert Nigbur: Der drei „Matchbälle“ abwehrt

Bereits anderthalb Jahre vor Rudi Kargus, am 10. Juni 1972, machte sich ein anderer Torwart zur Pokal-Legende: Norbert Nigbur von Schalke 04. Es geht erneut (siehe Helmut Kremers) um das unglaubliche Halbfinale gegen den 1: FC Köln. 21 Strafstöße wurden an diesem heißen Sommertag in der Glückauf-Kampfbahn ausgeführt, bereits vier in der regulären Spielzeit. Elfer Nummer fünf wehrte Nigbur in der Verlängerung ab, es kam zum Elfmeterschießen. Jeweils acht Schützen mussten antreten, ehe das Spiel entschieden war. Norbert Nigbur holte sein Team noch zweimal ins Leben zurück, indem er nach einem verschossenen Schalker Strafstoß gleich den nächsten der Kölner hielt. Übrigens: Der spätere Schalker Jahrhunderttorhüter trat auch selbst an – und traf sicher!

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