Fußballtrainer werden – Erfahrungsbericht und Ausbildung

Fußballtrainer werden ist eine spannende Erfahrung. Besonders die Betreuung von Kindern und Jugendlichen erfüllt dabei einen wichtigen Auftrag. Lesen Sie hier Infos zur Ausbildung sowie den Erfahrungsbericht eines Jugendtrainers.

Fußballtrainer Frank Halmanseder

Frank Halmanseder ist Jugendtrainer. Er coachte zuletzt die B-Jugend des VfB Fallersleben (Niedersachsenliga) und hat in der Vergangenheit und punktuell heute noch Fußball-AGs in Grundschulen organisiert.

Deutschland ist vierfacher Fußballweltmeister und wurde 2017 Europameister der U21-Nationalmannschaften. Um den Nachwuchs muss man sich beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) also eigentlich zurzeit keine Sorgen machen. Doch in den jüngeren Jugendauswahlmannschaften haben Länder wie Frankreich und England nach Meinung mancher Experten Deutschland überholt, wenn es um die individuelle Klasse der Spieler geht. Umso wichtiger, einen genauen Blick auf die Ausbildung unserer Fußballjugend zu werfen.

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Woher kommen die Talente und wer baut sie auf? Laut DFB sind im deutschen Fußball 1,7 Millionen ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Zum Beispiel als Platzwart, Betreuer oder Trainer – mit oder ohne Ausbildung. Besonders wichtig dabei sind das Training und die Betreuung von Kindern und Jugendlichen.

Frank Halmanseder, zuletzt B-Jugend-Trainer beim VfB Fallersleben (Niedersachsenliga), war von 2005 bis 2018 als Nachwuchscoach aktiv. Seine ersten Einsätze hatte er bei den 5- bis 6-Jährigen, in der sogenannten „Pampersliga“: „Die haben alle viel Spaß, aber als Trainer brauchst du Geduld. Da pflückt auch mal einer auf dem Platz Blumen, statt dem Ball nachzujagen.“ Manchmal geht es zunächst auch darum, motorische Defizite aufzuarbeiten. „Es kommen Kinder, denen musst du erst mal die Rolle vorwärts und rückwärts beibringen.“ Fußballtrainer werden im Nachwuchsbereich – das ist viel mehr als Pass- und Schusstraining.

Fußballtrainer erklärt Taktik

Fußballtrainer brauchen soziale Kompetenz

Bei Jugendlichen kommen dann die typischen Aspekte des Heranwachsens hinzu: Probleme zu Hause oder Stress mit der Freundin. „Als Trainer bist du da auch der ,Kummerkasten‘“, sagt Halmanseder. „Ich sehe genau hin: Wer lässt den Kopf hängen, wer ist genervt?“ Einfühlsame Kommunikation ist in solchen Momenten besonders gefragt – schließlich kann auch der beste Trainer keine Garantie für regelmäßige Einsatzzeiten geben. Soziale Kompetenz ist wichtiger Teil der dreiwöchigen Trainerausbildung zum Erwerb der C-Lizenz. Eine Grundversicherung im Trainings- und Spielbetrieb erfolgt über den Verein. Und wenn den Schützlingen mal was passiert? Halmanseder: „Da bin ich vor allem der seelische Betreuer, wirke beruhigend auf den Verletzten und auch die Mannschaft ein, denn das Spiel geht ja weiter.“

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Ausbildung – Lizenzen und Voraussetzungen

Sie interessieren sich für eine Trainerausbildung?  Im Junioren- und unteren Amateurbereich ist diese nicht zwingend erforderlich, aber ratsam. Das DFB-Ausbildungssystem bietet vier verschiedene Stufen an. Die C-Lizenz ist für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf Kreisebene gedacht. Interessenten müssen mindestens 16 Jahre alt, Mitglied in einem Verein sowie sporttauglich sein. Erforderlich sind zudem unter anderem ein erweitertes Führungszeugnis sowie die Teilnahme an einem neunstündigen Erste-Hilfe-Kurs. Bildungsspezifische Voraussetzungen wie zum Beispiel einen bestimmten Schulabschluss gibt es nicht. Die Ausbildung umfasst 120 Lerneinheiten à 45 Minuten und kostet ca. 350 Euro.

Mit der B-Lizenz dürfen Sie Juniorenteams unterhalb der Bundesliga, Frauenteams bis Liga 3 sowie Herrenteams unterhalb der 4. Spielklasse trainieren. Die Voraussetzungen gleichen denen der C-Lizenz, dazu kommt ein Eignungstest, bei dem Deutschkenntnisse und Fußballgrundtechniken überprüft werden. Auch eine Schiedsrichterausbildung muss nachgewiesen werden. Die Ausbildung enthält zusätzlich 40 Lerneinheiten und kostet 810 Euro.

Mit der A-Lizenz können Sie alle Frauen- und Juniorenteams sowie Herrenmannschaften unterhalb der 3. Liga trainieren. Die Ausbildung kostet knapp 1.800 Euro. Ganz oben steht die zehnmonatige Ausbildung zum Fußballlehrer, mit der Ihnen – theoretisch – alle Türen offen stehen. Dafür müssen Sie mindestens 9.000 Euro investieren.

Fußball im Training

Gehalt und Chancen eines Fußballtrainers

In Deutschland gibt es derzeit mehr als 400.000 Trainer. Die wenigsten können von dieser Aufgabe leben. Im Kinder-, Jugend- und Amateurbereich arbeitet der Großteil ehrenamtlich gegen Aufwandsentschädigung, die im günstigsten Fall monatlich 200 Euro beträgt. Der DFB zählt aktuell 890 lizenzierte Fußballlehrer, es gibt aber nur 56 Profivereine.

Eine Karriere wie die von Josep Guardiola (Manchester City) ist äußerst selten. Mit einem geschätzten Jahresgehalt von 17,6 Millionen Euro gilt er als bestbezahlter Trainer der Welt. Doch es gibt immer wieder Übungsleiter, die von der Pike auf den Weg nach ganz oben schaffen. Ein aktuelles Beispiel ist Domenico Tedesco, dessen erste Trainerstation die zweite F-Jugend des ASV Aichwald war. Tedesco durchlief dann alle Jugendteams des VfB Stuttgart, erwarb sämtliche nötigen Lizenzen und saß bis zuletzt auf der Bank des Bundesligisten FC Schalke 04.

Fußballtrainer: Herausforderung und Geschenk

Aktuelle und künftige Jugendtrainer sollten auch beachten: Der zeitliche Aufwand ist beträchtlich, denn nahezu jedes Wochenende finden Spiele statt. Hinzu kommt die bisweilen herausfordernde Kommunikation mit den Eltern. Manche sind der Privatcoach am Spielfeldrand, andere wollen mit aller Macht durchsetzen, dass ihr Kind zum Einsatz kommt. „Da brauchst du als Trainer ein dickes Fell“, verrät Frank Halmanseder. Diese Aspekte haben ihn im Sommer 2018 dazu bewogen, eine einjährige Auszeit zu nehmen. „Meine Familie hatte jahrelang sehr viel Verständnis – jetzt möchte ich ihr mal was zurückgeben.“

Dennoch überwiegen für Halmanseder ganz klar die positiven Aspekte seiner Arbeit. Zu der Entwicklung von jungen Menschen beizutragen. Ihnen Respekt vorzuleben: „Bei uns wird jeder per Handschlag begrüßt, nicht nur Mitspieler und Trainer.“ Ihre Ausbildung zum Fußballer voranzutreiben. Wenn seine Jungs nach einem guten Spiel strahlend den Platz verlassen, ist das für ihn das größte Geschenk. Und natürlich träumt auch er den Traum jedes Nachwuchstrainers: dass einer seiner Jungs mal den Sprung zum Profi schafft. Fußballtrainer werden – das hat er nie bereut.

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