Reitausrüstung: Sicher im Sattel

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde! Dennoch gehört das Reiten zu den Risikosportarten. Daher wird Sicherheit beim Reitsport großgeschrieben. Wenn Sie oder Ihre Kinder reiten lernen wollen, finden Sie hier eine Liste der Grundausstattung, gestaffelt nach Sicherheitsrelevanz.

Pferdesport ist beliebt: Hierzulande interessieren sich rund 11 Millionen Menschen dafür, 2,3 Millionen bezeichnen sich selbst als Pferdesportler, 840.000 reiten regelmäßig und 1,5 Millionen gelegentlich. Wenn Ihre Kinder mit dem Reiten anfangen wollen oder Sie nach langer Pause wieder einsteigen, sind Sie in bester Gesellschaft. Egal ob Reitanfän-ger oder Wiedereinsteiger: Sollten Sie nach der ersten Schnupperstunde entscheiden, dass Sie dabeibleiben möchten, stellt sich die Frage: Welche Reitausrüstung ist nötig? Das riesige Angebot wirkt auf den ersten Blick unübersichtlich. Orientieren Sie sich bei der Auswahl an folgenden Kriterien:

1. Sicherheit: Die Reitausrüstung soll dem Reiter Schutz bieten.
2. Zweckmäßigkeit: Die Reitausrüstung soll dem Reiter Nutzen bringen.
3. Komfort: Die Bewegungen des Reiters dürfen nicht eingeschränkt werden.

Danach darf auch die Optik eine Rolle spielen.

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Reitausrüstung: Der Reithelm

In Deutschland kommt es im Jahr zu etwa 90.000 Reitunfällen. Daher ist der Reithelm das wichtigste Zubehör für jeden Reiter, denn er schützt bei Stürzen vor gefährlichen Kopfverletzungen. Viele Reitvereine haben selbst eine Helmpflicht festgelegt, auf Reitturnieren gilt sie seit 2021. Die heutigen Modelle sind leicht, bequem, gut gepolstert, belüftet und verfügen über eine 3- oder 4-Punkt-Befestigung. Der gepolsterte, geschlossene Kinnriemen trägt maßgeblich zum Sitz und Schutz des Helms bei.

Ein geprüfter Reithelm entspricht der Norm VG1, hat eine CE-Kennzeichnung und ein TÜV-Siegel. Die angegebene Helmgröße bezeichnet den Kopfumfang. Kaufen Sie Ihren Reithelm nur neu und am besten im Fachgeschäft. Gute Helme gibt es schon unter 100 Euro. Probieren Sie verschiedene Modelle an: Der Reithelm darf nicht drücken und muss fest sitzen, wenn Sie Ihren Kopf bei offenem Kinnriemen nach vorn neigen. Ein Fahrradhelm ist keine Alternative, denn die jeweiligen Helme unterliegen unterschiedlichen Testbedingungen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, sollten Sie Ihren Reithelm nach einem Sturz auswechseln und alle drei bis fünf Jahre ein neues Modell kaufen.

Mit der Pferdehalter-Haftpflichtversicherung sitzen Sie immer fest im Sattel

Ganz egal, ob Pferd, Pony, Esel oder Maultier – eine falsche Reaktion oder unerwartetes Verhalten kann schnell dazu führen, dass fremdes Eigentum beschädigt oder ein Mensch verletzt wird. Als Halter müssen Sie für entstandene Schäden aufkommen. Mit der ERGO Pferdehalter-Haftpflichtversicherung sind Sie dagegen abgesichert, auch weltweit. Mitversichert sind außerdem Schäden an geliehenen Sachen, wie z. B. Sattel, Pferdeanhänger oder Pferdeboxen.

Reitausrüstung: Die Sicherheitsweste

Wie der Reithelm gehört auch die Sicherheitsweste zum elementaren Reitzubehör. Bei schweren Stürzen schützt sie den Rumpf und bewahrt vor Prellungen, Quetschungen und Brüchen im Bereich der Wirbelsäule, der Rippen und der Organe. Sie deckt den gesamten Oberkörper ab, wobei bewegliche Panel-Elemente für die nötige Bewegungsfreiheit sorgen. Eine Sicherheitsweste für Reiter ist nur beim Geländespringen oder in der Vielseitigkeitsprüfung vorgeschrieben.

Dennoch empfiehlt sie sich für Kinder und jeden Reitanfänger, nicht nur im Reitunterricht in der Halle, sondern vor allem bei Ausritten im Gelände. Kaufen Sie die Sicherheitsweste nur neu, nie gebraucht, und achten Sie auf das Schutzlevel: Europäische Norm EN 13158, Level 3. Es gewährleistet aktuelle Sicherheitsstandards. Die Preise beginnen ab 60 Euro.

Sicherheit für ein aktives Leben

Auch wenn Sie im Umgang mit Ihrem Pferd immer voller Achtsamkeit sind, können Sie nicht jede Situation richtig einschätzen und schnell ist ein Unfall passiert: Einfach, leistungsstark und persönlich: Mit der ERGO Unfallversicherung sind Sie gut abgesichert. In beiden Varianten „Smart“ und „Best“ sind bereits im Grundschutz umfangreiche Leistungen enthalten: finanzielle Hilfen und persönliche Beratung rund um die Uhr. Sie können die Unfallversicherung auch flexibel erweitern, z. B. mit der Unfall-Hilfe. Für die Absicherung, die zu Ihrem Leben passt.

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Reitausrüstung: Reitstiefel oder Reitstiefeletten mit Chaps?

Schuhe, die beim Reiten getragen werden, müssen folgende Kriterien erfüllen:
Sie müssen über den Knöchel reichen, eine rutschfeste Sohle und einen Absatz haben. So fallen herkömmliche Sportschuhe beim ersten Reitunterricht schon mal raus! Denn das richtige Schuhwerk dient der Sicherheit und dem Komfort des Reiters. Daher eignen sich spezielle Reitschuhe oder Reitstiefel am besten.

Ihr Kind kann die ersten Reitstunden zwar in schmalen Gummistiefeln absolvieren, sollte dann aber auf Reitstiefel umsteigen. Es müssen nicht gleich die Modelle aus teurem Echtleder sein, es gibt sie auch aus Kunstleder, Gummi oder Neopren ab 25 Euro. Der Vorteil von Reitstiefeln: Sie sind fester, geben dem Bein Stabilität und schaffen ein ruhiges Reiterbein, das präzise Hilfen geben kann. Ihr Nachteil: Sie sind nur fürs Reiten gedacht und für Bodenarbeit und Stallalltag eher ungeeignet. Eine Alternative zu Stiefeln sind Reitstiefeletten, die mit Chaps kombiniert werden – das sind Beingamaschen aus Leder, Kunstleder, Nylon oder Kautschuk.

Der Vorteil: Die Anschaffung ist günstiger, sie bieten mehr Bewegungsfreiheit und die Chaps sind nach dem Reiten für die Stallarbeit schnell ausgezogen. Der Nachteil: Die Bewegungsfreiheit kann bei Reitanfängern zu einem unruhigen Bein führen. Da die Passform sowohl bei Reitstiefeln als auch Reitstiefeletten plus Chaps enorm wichtig ist, sollten Sie das Schuhwerk im Fachgeschäft mit guter Beratung kaufen. Reitstiefeletten gibt es ab ca. 30 Euro, Chaps ab ca. 18 Euro.

Reitausrüstung: Die Reithose

Eine spezielle Reithose ist aus faltenfreiem, elastischem Material. Durch ihren speziellen Besatz sorgt sie für einen besseren Halt. Zudem schützt sie vor schmerzhaften Scheuerstellen am Gesäß, im Schritt und an den Beininnenseiten. Reitanfänger und Kinder sollten eine Reithose oder Reitleggings mit Vollbesatz aus Silikon oder dehnbarem Kunstleder wählen. Der Vollbesatz zieht sich vom Gesäß entlang des Innenbeins bis zum Unterschenkel oder Knöchel. Aufgrund seiner Großflächigkeit liegt der Vollbesatz gleichmäßig auf dem Sattel auf. So sitzt der Reiter rutschfrei und sicher im Sattel, was zum Beispiel beim Dressurreiten mit tiefem Sitz wichtig ist. Reithosen oder Reitleggings mit Grip-Besatz haben Silikonprints, die mit einigem Abstand zueinander auf dem Stoff aufgetragen sind. Sie sind flexibel und atmungsaktiv, da der Besatz kein durchgehender, fester Stoff ist.

Grip-Reithosen eignen sich für Reitanfänger, die im Sattel viel hin und her rutschen. Kniebesatz-Reithosen wählen nur Springreiter, bei denen ein fester Knieschluss mit guter Haftung wichtig ist. Neupreise für Vollbesatzreithosen beginnen ab ca. 50 Euro, Sie können sie aber auch gebraucht kaufen.

Sicherheit für ein aktives Leben

Die meisten Unfälle passieren zu Hause und in der Freizeit. Wir rechnen nicht damit, dass etwas passieren könnte und machen uns über die Folgen wenig Gedanken.

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Reitausrüstung: Reithandschuhe

Reithandschuhe sind zwar nicht sicherheitsrelevant beim Pferdesport, schützen aber die Hände vor Scheuerstellen und Blasen beim Halten der Zügel und bei der Stallarbeit. Und im Winter verhindern sie Frostbeulen. Es gibt sie aus synthetischem Material, aus Kunst- und Echtleder und mit Zügelverstärkung. Die Preise beginnen ab 20 Euro.

Reitausrüstung: Reitbekleidung

Dazu zählen spezielle Reitjacken, Reitwesten, Reitpullis und -shirts. Sie sind aufgrund ihrer Funktionalität (Passform, Taschen, atmungsaktive und wetterfeste Materialien) zwar von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig. Für den Reitanfänger reichen ein Baumwollpulli und eine wetterfeste Jacke.

Weitere Sicherheitsaspekte im Reitsport

Dazu zählen folgende Punkte, die vor allem Reitanfänger beachten sollten:

  • Auftrensen und Aufsatteln: Zum Reitunterricht gehört auch, dass Reitanfänger lernen, dem Pferd Trense und Gebiss richtig anzulegen sowie Satteldecke und Sattel korrekt aufzulegen. So stellen sie sicher, dass das Pferd beim Reiten keine schmerzenden Druckstellen erleidet, die es zum Buckeln oder Ausbrechen veranlassen könnten. Das Nachziehen des Sattelgurts nach ein paar Runden im Schritt gehört ebenfalls dazu.
  • Falltraining: In speziellen Kursen lernen Reiter Fall- und Abrolltechniken, um das Verletzungsrisiko bei Stürzen zu verringern. Das Training schult zudem Beweglichkeit, Balance und Koordination, dient der Angstbewältigung und stärkt das Selbstvertrauen.
  • Tipp für Brillenträger: Eine herkömmliche Brille kann beim Sturz zerbrechen und die Augen verletzen. Besser Kontaktlinsen oder eine bruchsichere Sportbrille tragen.
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