Flüssigkeitsmangel im Alter – Ursachen und Tipps dagegen

Gerade ältere Personen trinken häufig zu wenig. Flüssigkeitsmangel im Alter kann verschiedene gesundheitliche Auswirkungen haben. Hier sind Tipps für die richtige Flüssigkeitsaufnahme für Senioren und für die, die sie betreuen.

Ursachen – warum Menschen im Alter zu wenig trinken

Häufig haben Senioren ein verringertes Durstgefühl. Aber auch Veränderungen im Hormonaushalt können zu einem Flüssigkeitsmangel im Körper führen.

Wer keinen Durst hat, trinkt dann auch zu wenig. Ältere Menschen fürchten zudem, dass sie zu oft auf die Toilette gehen müssen – gerade nachts. Das gilt insbesondere, wenn sie weniger beweglich sind. Die Angst zu stürzen, ist groß.

Angst spielt auch eine Rolle bei Menschen mit Inkontinenz. Sie verzichten oft aus Scham auf das Trinken. Auch hier die Folge: Flüssigkeitsmangel. Manche ältere Menschen vergessen einfach auch schlichtweg, ausreichend zu trinken. Und im Alter lässt der Appetit oftmals nach. Dies hat aber nicht nur Folgen für das Gewicht. Denn auch Obst oder Suppen tragen zur ausreichenden Versorgung des Körpers mit Flüssigkeit bei. Je weniger davon gegessen wird, umso weniger Flüssigkeit nehmen die Menschen auf.

Experten raten daher, ausreichend im Alter zu trinken: rund 1,5 Liter am Tag. In diese Menge fließen koffeinhaltige Getränke wie Kaffee ein.

Sie möchten persönlich informiert werden?

Dann wenden Sie sich an Ihren vertrauten Partner für Versicherungsfragen.
Sie haben noch keinen Ansprechpartner? Hier finden Sie sofort den richtigen Kontakt in Ihrer Nähe.
Unsere Experten sind gern für Sie da!

Zum ERGO Vermittler

Symptome von Flüssigkeitsmangel im Alter

Eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr kann zu einer sogenannten Dehydration führen, einer Austrocknung des Körpers.

Schon eine extrem trockene Haut kann ein Zeichen für Flüssigkeitsmangel im Alter sein. Mediziner sprechen dann von einer Exsikkose, bei der auch der Mund sehr trocken ist.

Dunkler Urin, Kreislaufprobleme, Schwächeanfälle oder Verwirrtheitszustände – all das sind nicht selten Symptome für einen Flüssigkeitsmangel. Zu den Symptomen gehören darüber hinaus Abgeschlagenheit und Apathie.

Trinken Menschen nicht ausreichend, können sich durch die zu geringe Flüssigkeitszufuhr auch Infekte häufen. Der Blutdruck kann zudem stark abfallen, das Herz rasen, vermehrte Krämpfe können auftreten. Auch Verstopfung kann eine Folge sein.

Leben Sie so, wie Sie wollen. Selbst bei Pflegebedürftigkeit.

In der Regel reichen dazu die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht aus. Die Pflegezusatzversicherungen der DKV können dabei helfen, selbst zu bestimmen, was gut für Sie ist. Sie entscheiden, wie und in welchem Umfang Sie betreut und gepflegt werden.

Tipps für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, wenn Sie jemanden pflegen

Wenn Sie eine ältere Person pflegen, finden Sie hier ein paar Tipps für das Trinken.

So ist es wichtig, dass Sie die Trinkration des gesamten Tages schon am Morgen bereitstellen.

Jeder liebt die Abwechslung. Das gilt auch für die Getränke. Variieren Sie sie. Bieten Sie etwa Getränke in verschiedenen Geschmacksrichtungen an. Dann lassen Sie auf heiße Getränke kalte folgen etc. Hier gilt: je mehr Veränderung, desto besser! Welche Getränke sich eignen, lesen Sie weiter unten.

Getränke sollten zudem immer in Sichtweite platziert sein – und so, dass der ältere Mensch sie problemlos erreichen kann. Übrigens: Zu spät am Abend ist kein guter Zeitpunkt zum Trinken, gerade bei Älteren, da sie oft eine schwache Blase haben und dann nachts aufstehen müssen.

Viele Menschen trinken mehr, wenn es Trinkrituale gibt. Etwa: jeden Tag ein Glas nach dem Aufstehen trinken, ein Glas zu jeder Mahlzeit. Weitere Tipps finden Sie in unserem Experteninterview unten.

Flüssigkeitsmangel im Alter

Trinkpläne für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr

Trinkpläne eignen sich unter Umständen bestens, um zum Trinken anzuregen. Diese Trinkpläne gewährleisten gleichzeitig, dass ältere Menschen regelmäßig über den ganzen Tag hinweg zu festgelegten Zeiten Flüssigkeit zu sich nehmen. „Auf Vorrat“ trinken ist leider nicht möglich.

  • Trinkpläne könnten zum Beispiel die sechs folgenden Kategorien umfassen:
  • Getränke zum Frühstück: 250 ml
  • als Zwischenmahlzeit am Vormittag (z. B. Buttermilch): 250 ml
  • zum Mittagessen: 250 ml
  • als Zwischenmahlzeit am Nachmittag (z. B. eine große Tasse Tee oder Kaffee): 200 ml
  • zum Abendessen: 250 ml
  • nach dem Abendessen: 150 ml

Dazu kommen zur Deckung der notwendigen Flüssigkeitszufuhr noch Suppen oder feste Nahrung wie Obst, Gemüse und Salate. All das enthält auch Wasser und zählt mit.

Geeignete Getränke gegen den Flüssigkeitsmangel im Alter

Mineralwasser, mit oder ohne Kohlensäure, ist bestens geeignet, um einem Flüssigkeitsmangel bei Senioren vorzubeugen.

Tipp: Bringen Sie dabei wieder Abwechslung ins Glas, indem Sie das Wasser zum Beispiel mit Zitronen-, Orangen-, Gurken- oder Ingwerscheiben aromatisieren. Das macht Lust aufs Trinken und gibt etwas Geschmack. Kräuter wie Minzeblättchen sind ebenfalls passend: Sie sorgen für Frische.

Empfehlenswert sind auch Fruchtsaftschorlen, Kräuter- und Früchtetees, Kaffee und Tee in moderaten Mengen.

Expertin und Pflegedienstleiterin Katharina Adamczyk

Fünf Fragen an Katharina Adamczyk

Pflegedienstleiterin miCura, Pflegedienste Bremen GmbH

Katharina Adamczyk ist eine Frau mit viel Erfahrung: Die ausgebildete Krankenschwester arbeitet bereits seit 20 Jahren in ihrem Job. Seit zehn Jahren ist die 42-Jährige bei miCura Pflegedienste Bremen tätig. Dort hat sie die Pflegeleitung inne. Hier spricht sie über ihre Erfahrungen zum Trinkverhalten älterer Menschen. Wenn Sie mehr über miCura Pflegedienste erfahren möchten: miCura.

1. Wie viele Menschen, die zu Hause gepflegt werden, sind nach Ihrer Erfahrung nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt?

65 bis 70 Prozent der älteren Menschen, die zu Hause gepflegt werden, sind nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt.

2. Wann und warum sollen pflegebedürftige Menschen für eine optimale Flüssigkeitszufuhr trinken?

  • Für eine optimale Flüssigkeitsversorgung ist es zunächst einmal besonders wichtig zu erfahren, welche Vorlieben die älteren Menschen beim Trinken haben und wie viel Flüssigkeit sie früher zu sich genommen haben.
  • Darüber hinaus ist eine ärztliche Diagnose von großer Bedeutung. Der Grund: Bei manchen Erkrankungen wie etwa bei einer schweren Herzinsuffizienz ist die Flüssigkeitsaufnahme eingeschränkt.
  • Auch Fieber oder Medikamente wie Diuretika können für eine Dehydration verantwortlich sein.
  • Grundsätzlich gilt, dass im Sommer bei hohen Temperaturen mehr getrunken werden muss.
  • Getränke sollten über den ganzen Tag verteilt angeboten werden.
  • Bei gewissen Erkrankungen wie Diabetes muss dabei auf den Zuckergehalt der Getränke geachtet werden, deswegen sind besonders zuckerarme oder -freie Getränke geeignet.

3. Welche Tipps können Sie geben, um Pflegebedürftige zum regelmäßigen Trinken anzuregen?

Zum einen sind geeignete Trinkbehälter wichtig, etwa Trinkbecher mit Schnabel. Auch Strohhalme können gute Dienste leisten.
Kaufen Sie kleine Trinkflaschen, nicht größer als 500 ml. Geeignet sind besonders Flaschen mit größerem Drehverschluss – zum besseren Handling. Die Feinmotorik und die Kräfte lassen im Alter nach.
Füllen Sie mehrere Trinkbehälter und verteilen Sie sie in der Wohnung.
Manchmal hilft es auch, die älteren Menschen häufiger zu besuchen, denn in Gesellschaft trinken die Menschen öfter. Das ist unsere Erfahrung.

4. Wie sollen sich Angehörige verhalten, wenn der Senior partout nicht trinken möchte? Zum Beispiel aus Angst, zu häufig zur Toilette zu müssen?

Ältere Menschen haben ganz individuelle Gründe, warum sie nicht trinken wollen oder können: weil sie dement sind oder Ängste haben zum Beispiel. Im Alter vermindert sich auch das Durstgefühl. Und wir beobachten öfter, dass Menschen eher von jemand „Fremdem“, wie einem Pfleger oder einer Krankenschwester, zum Trinken animiert werden können als etwa von der Tochter oder dem Sohn. Das hängt von dem Verhältnis ab, das zwischen den beiden Menschen besteht, zum Beispiel von der Mutter-Kind-Beziehung – und damit, wer wem etwas sagen kann.

5. Was halten Sie von Tages-Trinkprotokollen?

Ein Trinkprotokoll zu führen macht nur dann Sinn, wenn es regelmäßig und zeitnah geführt und auch die Flüssigkeitsausscheidung dokumentiert wird. Inklusive der dazugehörigen Bilanzierung.

ERGO Vermittler finden
Vermittlersuche