Neuronavigation – Roboter in der Medizin

Neurochirurgen sind die Treiber für computergestützte Operationsverfahren. Bei ihren Eingriffen kommt es auf Millimeterarbeit an. Ein falscher Schnitt im Gehirn, und der Patient kann schwerbehindert sein. Dank Neuronavigation mit PC und Roboter in der Medizin werden riskante Eingriffe am Gehirn deutlich sicherer.

Computer in der Medizin

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Prof. Dr. med. Dr. h. c. Uwe Spetzger

Direktor der Neurochirurgischen Klinik in Karlsruhe, SKK und Lehrbeauftrager für Anthropomatik, Fakultät für Informatik, Karlsruher Institut für Technologie, KIT

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Uwe Spetzger

 

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Winzige Kameras flitzen durch Hirngefäße, Roboter entfernen Tumoren im Gehirn komplett ohne menschliche Hilfe, akustische Signale warnen vor kreuzenden Gefäßen und Nervenbahnen. Für Professor Uwe Spetzger, einem Pionier der computerassistierten Chirurgie, ist das in ein paar Jahren keine Utopie mehr.

Schon heute erlaubt die computerassistierte Chirurgie Operationen im Gehirn vorab bis ins kleinste Detail zu planen und sogar zu simulieren. Dafür müssen sie die Ergebnisse von Computer-Tomographie (CT) und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) zusammenbringen. Ein Computer errechnet daraus ein dreidimensionales Bild. Mit Hilfe dieser „Landkarte“ gelingt es den Operateuren, lebenswichtige Blutgefäße zu schonen oder sensible Hirnregionen zu umschiffen, in denen wichtige Funktionen wie Sprache und Verstehen angesiedelt sind.

Komplizierte Eingriffe am Gehirn

Neben unverzichtbarer menschlicher Erfahrung und Intuition geben die Maschinen Sicherheit. Spetzger und seine neurochirurgischen Kollegen können komplizierte Eingriffe vornehmen, die vor zehn Jahren undenkbar gewesen wären: tief im Inneren des Gehirns, vorbei an gesundem Hirngewebe.

Und das ist längst nicht alles: Spetzger kann sich sogar durch den Eingriff navigieren lassen – indem kleine Reflektoren an den Instrumenten signalisieren, an welcher Position sich die Instrumente in dem Moment befinden. Dazu die Daten, wie der Patient liegt und die der CT- und MRT-Aufnahmen vor dem Eingriff – und schon weiß der Operateur bei jedem Blick auf den Monitor, wo er gerade operiert.

Nicht nur der computerassistierten Chirurgie, sondern auch den Operationsrobotern prophezeit Spetzger eine große Zukunft. Die „intuitive surgery“ habe sich in den letzten Jahren immens weiterentwickelt. Der Chirurg, der die sogenannten Telemanipulatoren nutzt, sitzt an einem Rechner und navigiert seinen elektronischen Assistenten mit einer Art Joystick. Die Instrumente führen dessen Bewegungen im Inneren des Patienten aus.

Neuronavigation: Der Mensch hat das letzte Wort

Tatsächlich ermöglichen Computer und Roboter eine gute Planung, die das Risiko von Eingriffen in der Neuromedizin deutlich senkt. Durch kleinere Schnitte sorgt die Technologie für eine Medizin, die weniger traumatisch für den Patienten und damit verträglicher ist. Komplett ersetzen wird sie den Menschen trotzdem nicht. Spetzger ist sich da sicher. Der Mensch ist den Maschinen in seiner Reaktionsschnelligkeit in brenzligen und unvorhergesehenen Situationen weitaus überlegen. Beispielsweise wenn ein lebensnotwendiges Blutgefäß platzt. Dann muss kurzfristig individuell entschieden werden, wie die Operation weitergeht. Damit ist ein Roboter schlicht überfordert.

Schaut man sich die aktuellen Entwicklungen an, scheint die Zeit der großen Schnitt-OPs dem Ende entgegenzugehen. Was heute in der Neurochirurgie schon möglich ist, erklärt Ihnen Prof. Spetzger im Video-Interview.

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