Alternative Heizsysteme – die Vor- und Nachteile

Von der Wärmepumpe bis zur Solarthermie: Alternative Heizsysteme punkten mit Umweltfreundlichkeit, Effizienz und Fördermöglichkeiten. Worin unterscheiden sie sich, welche Vorteile und Nachteile haben sie? Wir stellen Ihnen die gängigsten Systeme vor.

Öl und Gas bekommen Konkurrenz

Wie heize ich mein Eigenheim? Im Wohnungsbestand lautete die Antwort vor 25 Jahren in acht von zehn Fällen „Gas“ oder „Öl“. Fernwärme und Strom fristeten ein Schattendasein, von Holz, Wärmepumpe oder Sonnenenergie ganz zu schweigen. Heute haben Sie in Sachen Heiztechnik dagegen eine große Auswahl. Besonders vielseitig ist das Angebot an alternativen Heizsystemen. Das sind Heizungssysteme, die mit erneuerbaren Energien arbeiten und daher als besonders umweltfreundlich gelten.

Heizenergie sparen lohnt sich – und wird gefördert

Mehr als 80 Prozent seines Endenergieverbrauchs wendet ein deutscher Haushalt durchschnittlich für Heizung und Warmwasser auf. Dank der Effizienz moderner Anlagen sind die Einsparmöglichkeiten groß. Dennoch nutzen nach wie vor knapp drei Viertel aller deutschen Haushalte Öl oder Gas. Die Heizungen sind hierzulande im Schnitt 17 Jahre alt. Jetzt umzusatteln kann sich dabei richtig lohnen: Die Bundesregierung stellt im Rahmen des Klimaschutzpakets 2030 attraktive Fördermittel bereit. Dank Austauschprämien für Ölheizungen sowie Unterstützung beim Umstieg auf erneuerbare Energien winken Zuschüsse von bis zu 45 Prozent der Investitionskosten.

Sonne, Holz und Umweltwärme: Vieles ist möglich

Doch welcher Energieträger ist für Sie am besten geeignet? Das hängt vor allem von Zustand, Lage und Art Ihres Eigenheims ab. Vor- und Nachteile haben alle alternativen Heizsysteme. Hier können Sie sich einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten verschaffen.

Pelletheizung: wohlige Wärme dank Holzstäbchen

Pellets sind gepresste Stäbchen, die aus Abfällen der holzverarbeitenden Industrie hergestellt und per Tankwagen geliefert werden. Dank ihrer einheitlichen Größe müssen Sie den Heizkessel nicht manuell befüllen. Das geschieht vollautomatisch mit einem Schneckengetriebe oder einem Saugsystem. Die Wärme aus Pelletheizungen gilt, ähnlich einem Kaminofen, als besonders behaglich. Eine Tonne Pellets kostet je nach Region, Liefermenge und Jahreszeit zwischen 200 und 270 Euro und entspricht im Verbrauch ungefähr 500 Liter Heizöl.

Umweltfreundlicher Brennstoff, komplexe Anlage

Neben der behaglichen Wärme punktet dieses alternative Heizsystem mit einer günstigen CO2-Bilanz von acht Kilogramm pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr. Denn bei der Verbrennung der Pellets wird lediglich das Kohlendioxid emittiert, das der Baum während seines Lebens aus der Umwelt aufgenommen hat. Zum Vergleich: Ein alter Konstanttemperaturkessel produziert 40 Kilogramm CO2. Die Anschaffungskosten sind jedoch wegen der Komplexität der Pelletanlage nicht ohne: Sie liegen bei 17.000 bis 25.000 Euro.

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Wärmepumpensystem: Nutzen von Umweltwärme

Mit einer Wärmepumpe nutzen Sie die Energie, die im Grundwasser, in der Luft oder im Erdreich gespeichert ist. Diese Energie wird auch Umweltwärme genannt. Das Heizsystem funktioniert dabei ähnlich wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Der Kühlschrank entzieht seinem Innenraum Wärme und gibt sie nach außen ab. Die Wärmepumpe entzieht dagegen dem Außenbereich Wärme (z. B. Erdwärme) und gibt diese als Heizenergie an das Haus ab. Brennstoffe werden dabei keine verbraucht, die Pumpe benötigt lediglich einen Stromanschluss. Praktischer Nebeneffekt: Mit einem Wärmepumpensystem können Sie Ihre vier Wände im Sommer nach einer geringen Umstellung auch kühlen.

Effiziente Nutzung des Energieträgers

Wärmepumpen beziehen nur ein Viertel der Energie zum Heizen aus elektrischer Energie, arbeiten also sehr effizient. Besonders umweltschonend heizen Sie, wenn Sie dabei auf Ökostrom setzen. Die laufenden Kosten sind allerdings abhängig vom Strompreisniveau, und die Anschaffung eines Wärmepumpensystems liegt mit 12.000 bis 25.000 Euro deutlich über einer Gasheizung (6.000 bis 9.000 Euro). Ein wichtiger Indikator für Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit einer Wärmepumpe ist übrigens die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ). Diese gibt das Verhältnis von eingesetzter Strommenge und ausgehender Wärmemenge über das gesamte Jahr hinweg bei unterschiedlichen Betriebszuständen wieder. Den besten Wert von etwa 5 erreichen Systeme, die Grundwasserenergie nutzen, gefolgt von Pumpen mit Erdsonden (4 bis 4,5).

Blockheizkraftwerk: heizen und Strom erzeugen

Während die Wärmepumpe Strom benötigt, erzeugt ein Blockheizkraftwerk (BHKW) diesen, und zwar durch einen Verbrennungsmotor, eine Gasturbine oder eine Brennstoffzelle. Die dabei entstehende Abwärme ist dann als Heizenergie nutzbar. Der Fachbegriff dafür lautet Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Dieses Heizungssystem eignet sich besonders für größere und weit abseits gelegene Gebäude, bei denen das Anschließen an bestehende Strom- und Brennstoffleitungen ein riesiger Aufwand wäre. Blockheizkraftwerke werden in verschiedensten Leistungsgrößen angeboten. Auch der Betrieb mit erneuerbaren Energiequellen, z. B. Biogas oder Holzpellets, ist möglich.

Effizienz dank gleichzeitiger Erzeugung von Strom und Wärme

Bei der herkömmlichen Stromerzeugung wird ein Brennstoffausnutzungsgrad von lediglich 30 bis 40 Prozent erreicht, weil die abfallende Wärme weitgehend ungenutzt entweicht. Ein Blockheizkraftwerk sorgt hier für deutlich höhere Effizienz. Diese wird allerdings nur dann wirklich ausgereizt, wenn ein hoher, kontinuierlicher Wärmebedarf gegeben ist. Ein Blockheizkraftwerk kostet zwischen 20.000 und 40.000 Euro.

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Solarthermie: Heizenergie vom Himmel

Die zuletzt eher wolkenarmen Sommer machen’s möglich: Mit
dem Einsatz von Sonnenkollektoren auf dem Dach können Hausbesitzer
rund 60 Prozent ihres jährlichen Warmwasserbedarfs günstig und emissionsfrei abdecken. Sind die Kollektoren groß genug und haben die ideale (Süd-)Ausrichtung, kann zudem noch etwa 20 Prozent des Raumheizungsbedarfs gedeckt werden. Dafür wird die aufgenommene Energie in einen Pufferspeicher eingespeist und bei Bedarf abgerufen.

Bei zusätzlichem Wärmebedarf kombinierbar mit anderen Heizsystemen

Um den Heizbedarf komplett abzudecken, werden Solarthermieanlagen häufig in Kombination mit anderen Heizsystemen eingesetzt. Dies können konventionelle Öl- oder Gaskessel sein oder auch alternative Heizsysteme wie Pelletheizungen oder Wärmepumpen. Wollen Sie Ihre Solarthermieanlage nur für die Warmwasserbereitung einsetzen, kostet das etwa 4.000 bis 6.000 Euro. Soll auch die Raumheizung abgedeckt werden, kostet die Anlage etwa 8.000 bis 10.000 Euro.

Scheitholzkessel: Heizenergie mit Doppel-Brennkammer

In einem Scheitholzkessel wird gesägtes oder gehacktes Holz mit einer Gasflamme „vergast“. Dies passiert in einer zweigeteilten Brennkammer. In der ersten wird das Brennholz getrocknet und in Holzgas umgewandelt, in der zweiten erfolgt der Brennvorgang. Diese Technik ist äußerst effizient. Die gewonnene Wärmeenergie wird in einen Pufferspeicher eingebracht und steht damit dem Heizsystem zur Verfügung.

Holz aus der Region, manuelles Beschicken

Ein Scheitholzkessel samt Pufferspeicher kostet für ein normales Einfamilienhaus zwischen 8.000 und 10.000 Euro . Dieses Heizsystem gilt als besonders umweltfreundlich, weil es einen nachwachsenden und meist regionalen Rohstoff nutzt. Der Kessel muss allerdings manuell beschickt werden. Auch den Aschebehälter müssen Sie, wie bei der Pelletheizung, regelmäßig leeren.

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Hybridheizung: der Allrounder

Eine Hybridheizung kombiniert verschiedene Heizsysteme miteinander. Sie können zum Beispiel eine konventionelle Öl- oder Gasheizung durch erneuerbare Energieträger ergänzen. So nutzen Sie die Stärken der unterschiedlichen Systeme und gleichen deren Schwächen aus.

Heizenergie im Pufferspeicher

Ähnlich wie eine Solarthermieanlage ist auch die Hybridheizung mit einem Pufferspeicher ausgestattet, in dem überschüssige Wärme verschiedener Quellen eingelagert wird. Erst wenn im Speicher ein bestimmter Temperaturwert unterschritten wird, springt die konventionelle Heizung ein. Das macht dieses System zuverlässig und umweltfreundlich.

Das komplexe Heizungssystem hat seinen Preis

Wird eine Hybridheizung komplett neu installiert, kostet das etwa 11.000 bis 14.000 Euro . Da es dieses Heizsystem in vielen Variationen gibt, ist dies nur eine grobe Schätzung. Günstiger kommt es für Sie, wenn Sie ihr bestehendes Heizsystem um eine Komponente aufstocken, also beispielsweise zur Ölheizung eine Solarthermieanlage einbauen.

Fazit: Heizungssysteme – ohne Beratung geht nichts

Sie sehen: Alternative Heizsysteme sind eine Wissenschaft für sich, und die für Ihren Nachbarn ideale Lösung kann für Sie alles andere als passend sein. Alter, Größe, Lage und Dämmung Ihrer Immobilie sind entscheidende Faktoren. Pelletheizungen punkten mit geringeren laufenden Kosten, Blockheizkraftwerke sind für besonders große Häuser eine Alternative. Als universellstes alternatives Heizsystem gilt die Wärmepumpe, besonders für energieeffiziente Neubauten. In jedem Fall empfiehlt sich eine umfassende Energieberatung bei einem Fachbetrieb Ihrer Wahl. Dort bekommen Sie auch die nötigen Informationen zu Fördermöglichkeiten und Zuschüssen.

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