Brandschutz in Haus und Wohnung – Ursachen und Maßnahmen

In Deutschland kommt es im Schnitt zu 200.000 Wohnungsbränden pro Jahr. Umso wichtiger ist daher der Brandschutz im Haushalt.

Kurzschluss, Blitzeinschlag und Co. – häufige Brandursachen

Eine häufige Brandursache sind elektrotechnische Defekte. Schalten Sie daher sämtliche Elektrogeräte bei Nichtgebrauch komplett aus, statt sie im Stand-by-Modus „schlummern“ zu lassen. Das gilt – aufgrund der Gefahr unerwarteter Kurzschlüsse – insbesondere für Wäschetrockner, Wasch- und Brotbackmaschinen, Wasserkocher und Kaffeemaschinen. Diese Geräte sollten Sie nie für längere Zeit unbeaufsichtigt lassen. Am besten ziehen Sie den Stecker oder nutzen, auch um Strom zu sparen, schaltbare Steckdosen. Die lassen sich bequem ausschalten, wenn Sie aus dem Haus gehen. Sinnvoll sind Stecker mit Überspannungsschutz. Sie schützen angeschlossene Geräte bei Blitzeinschlägen im Netz – einer weiteren möglichen Brandursache.

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Brandgefahr durch Mehrfachsteckdosen

Schließen Sie außerdem nie zu viele Geräte zugleich an einen Mehrfachstecker an! Dieser kann sonst überlastet werden. Dann wird er heiß und kann Brände verursachen.
Stromfresser wie Heizlüfter, Grills und Waschmaschinen gehören generell nicht an einen Mehrfachstecker. Häufig sind 3.500 Watt die Grenze der zulässigen Belastung. Ein Heizlüfter allein benötigt bereits 2.000 Watt! Wenn Sie Steckdosenleisten verwenden, sollten diese nicht hinter einem Schrank, unter Papier oder anderen brennbaren Gegenständen verschwinden. Für Familien gibt es übrigens Steckdosen mit Kindersicherungen.

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Brandrisiko beim Kochen

Knapp 40 Prozent aller Brände entstehen in der Küche – ein Großteil davon am Herd. Etwa wenn dieser aus Versehen eingeschaltet wird oder man vergisst, ihn nach dem Kochen wieder auszuschalten. Häufig ist auch eine unbeaufsichtigte Kochplatte die Ursache. Der Herd selbst brennt in solchen Fällen nicht, jedoch fangen Gegenstände darauf oder daneben rasch Feuer. Zudem kann der Brand schnell auf die Dunstabzugshaube übergehen, besonders wenn der Filter längere Zeit nicht gereinigt wurde.

Brandgefahr durch Zigaretten

Rauchen ist nicht ohne Risiko – und das nicht nur wegen der Inhaltsstoffe. Das Rauchen im Haus kann auch zum Brand führen. Am gefährlichsten ist, wenn Sie mit einer brennenden Zigarette einschlafen. Fällt diese dann auf die Bettwäsche oder ein Polster, fängt es an zu kokeln. Da der Geruchssinn im Schlaf schlechter funktioniert, wird das Feuer meist erst (zu) spät bemerkt. Ebenfalls riskant ist, wenn Sie Zigarettenstummel nicht richtig ausdrücken oder noch glühende Asche in den Mülleimer schütten.

Brandgefahr durch Heimwerken

Brandrisiko durch Heimwerken

Beim Heimwerken hantiert man häufig mit leicht brennbaren Materialien und mit Geräten, deren Einsatz Risiken birgt. Daher gilt der Grundsatz: Nutzen Sie Materialien und Werkzeug nur genau nach Vorschrift! Und befolgen Sie immer die Sicherheitshinweise der Hersteller! Sonst kann schnell ein Funke zu einem Feuer führen.

Bei Lötkolben oder Schweißgeräten ist die Gefahr offensichtlich. Gefährlich wird es aber auch, wenn Sie zum Beispiel mit dem Seitenschleifer beim Bearbeiten von Metall Funkenflug verursachen oder wenn Sie beim Nageln oder Bohren eine Stromleitung treffen. Beim Ersten gilt: feuerempfindliche Materialien in weniger als 50 bis 100 Zentimeter Distanz entfernen oder mit einer Brandschutzdecke abdecken. Beim Zweiten: immer die Sicherung rausnehmen, bevor Sie loslegen.

Auch bei der Reparatur von Geräten, Stromleitungen oder Kabeln ist Vorsicht geboten. Unerfahrenen Heimwerkern empfehlen wir hier, auf Nummer sicher zu gehen und besser einen Fachmann zu beauftragen. Ein unordentlicher Arbeitsplatz erhöht übrigens das Risiko genauso wie nicht ausreichend gepflegte oder gewartete Werkzeuge. Der unvorsichtige Umgang mit Lacken, Farbe, Reinigungsmitteln oder Kleber ist ebenfalls eine unterschätzte Brandursache.

Brandschutz - Gefahrenquelle Akku

Gefahrenquelle Akku

Heutzutage finden sich in vielen Geräten Akkus – vom Smartphone bis zum Rasierer. Akkus bestehen meist aus Lithium-Ionen-Batterien und können im schlimmsten Fall überhitzen, brennen und sogar explodieren. Wenn Sie Geräte wie Ihr Smartphone aufladen, legen Sie es auf eine nicht brennbare Unterlage. Verwenden Sie nur vom Hersteller empfohlene Ladegeräte.
Der TÜV Rheinland empfiehlt, beschädigte Akkus auf keinen Fall weiter­zubenutzen, da es zu einem Kurzschluss kommen kann. Schäden am Akku entstehen häufig durch einen Aufprall auf dem Boden oder bei extremen Temperaturen und sind nicht immer sofort sichtbar. Im Zweifelsfall lassen Sie also zum Beispiel Ihren Rasierer prüfen, wenn er Ihnen aus größerer Höhe runtergefallen ist.

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Vorbeugende Brandschutzmaßnahmen

Die vielfältigen Ursachen für einen Brand zeigen: Selbst alltägliche Handgriffe und Gegenstände können bereits eine ernst zu nehmende Gefahr sein. Daher ist es umso wichtiger, dass Sie achtsam sind und vorbeugende Brandschutzmaßnahmen ergreifen.

Rauchmelder

Die wichtigste Investition in Sachen Brandschutz sind Rauchmelder. Es ist nur ein kleines Gerät, aber es kann Leben retten. Denn man merkt nicht immer sofort, dass es irgendwo qualmt: 70 Prozent aller Brandopfer werden zwischen 23 und 7 Uhr vom Rauch und den Flammen regelrecht überrascht. Während Sie schlafen, funktioniert Ihr Geruchssinn schlechter. Dies kann bei Ausbruch eines Feuers lebensgefährlich sein. Installieren Sie jeweils einen Rauchmelder in jedem Schlaf- und Kinderzimmer, zudem in Fluren als Rettungswegen. Sinnvoll sind auch Kurzschlussmelder. Bis Ende 2020 müssen übrigens alle Wohnungen in Deutschland laut Gesetz mit Rauchmeldern ausgestattet werden, Neu- ebenso wie Bestandsbauten. Die Website rauchmelder-lebensretter.de informiert über den aktuellen gesetzlichen Stand für alle Bundesländer.

In der Regel muss sich der Hauseigentümer/Vermieter um eine fachgerechte Installation kümmern. Die Instandhaltung obliegt jedoch oft dem Mieter. Wenn Sie Ihre Rauchmelder selbst anbringen, dann platzieren Sie diese waagerecht und möglichst in der Mitte des Raums an der Decke. Rauchmelder gehören in alle Schlaf- und Kinderzimmer sowie auf Fluchtwege wie etwa den Flur. In der Küche ist hingegen kein Rauchmelder notwendig, da er wegen der Dämpfe beim Kochen oft Fehlalarm geben würde. Denken Sie auch daran, alle Brandmelder einmal im Jahr zu kontrollieren. Befreien Sie diese von Schmutz und überprüfen Sie die Batterien.

Feuerlöscher

Feuerlöscher muss man per Gesetz zwar nicht besitzen, dennoch sind sie eine sinnvolle Ergänzung für den Brandschutz in Haus und Wohnung. Es gibt die Geräte für vier Löschvarianten: Wasser, Pulver, Schaum und Kohlendioxid. Vor der Anschaffung sollten Sie die jeweiligen Vor- und Nachteile bedenken.

  • Wasserlöscher sind am besten für feste Stoffe wie Holz oder Papier geeignet. Für brennende Elektrogeräte oder Fettbrände kommen sie allerdings nicht infrage.
  • Pulver ist sehr effektiv, aber auch aggressiv und kann elektrische Einrichtungen beschädigen. Zudem erfordert das verstreute Pulver eine aufwendige Reinigung nach der Benutzung.
  • Schaumlöscher sind ebenfalls sehr wirksam und hinterlassen zudem weniger Verschmutzungen.
  • Mit Kohlendioxid arbeitende Brandkiller sind umweltfreundlich und hinterlassen keine Spuren. Aber Vorsicht: CO2-Löscher sind nicht für Glutbrände vorgesehen. Zudem brauchen Sie für die Verwendung einen Atemschutz, sonst droht Erstickungsgefahr!

Verstauen Sie zudem mindestens einen Feuerlöscher griffbereit im Haushalt. Und denken Sie daran, ihn alle zwei Jahre warten zu lassen.

Löschdecke bei Fettbränden?

Bitte denken Sie daran: Fettbrände lassen sich mit Wasser nicht löschen! Immer wieder wird deshalb auch eine Löschdecke für Fettbrände in der Küche empfohlen. Diese ist jedoch laut Stiftung Warentest gar nicht immer nötig: Für kleinere Fettbrände können Sie einfach einen normalen Topfdeckel oder ein nasses, ausgewrungenes Handtuch auf Topf oder Pfanne werfen. Um Fettbrände am besten noch vor dem Entstehen zu erkennen, installieren Sie einen Hitzemelder. Dieser kontrolliert die Temperatur über den Kochplatten. Sollte es trotz aller Vorsicht zu einem Brand kommen, rufen Sie umgehend die Feuerwehr unter 112.

Schutzschalter für Steckdosen und Stromleitungen

Für Brandschutz in Haus und Wohnung ist im Hinblick auf Stromleitungen oder Steckdosen ein Überspannungsschutz sinnvoll. Dieser schützt angeschlossene Geräte bei einem Blitzeinschlag ins Netz. Doch nicht nur ein Blitz, sondern auch schlecht montierte Steckdosen oder Stromleitungen sind unter Umständen brandgefährlich. In Neubauten werden daher zusätzlich Brandschutzschalter installiert. Sie beobachten die Hitzeentwicklung in Leitungen oder Steckdosen und unterbrechen den Stromkreis bei zu hoher Temperatur innerhalb von Millisekunden. Wenn Sie Mieter sind und bisher keine zusätzlichen Brandschutzschalter im Mietobjekt vorhanden sind, haben Sie keinen Anspruch auf eine nachträgliche Installation durch den Vermieter. Denn die Elektrik muss bei Bauten nur den Maßstäben genügen, die zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes galten. Ein nachträglicher Einbau eines Schutzschalters ist technisch sehr aufwendig und gilt selbst unter Fachleuten als kaum machbar.

Was Sie im Brandfall tun müssen

Mit Maßnahmen wie Rauchmeldern und Feuerlöschern sind Sie generell gut gewappnet. Trotz aller Vorsicht kann es jedoch immer zu einem Brand kommen. Seien Sie daher stets wachsam und verlieren Sie im Brandfall keine Zeit. Kleine Brände können Sie selbst löschen. Zielen Sie dafür direkt auf den Brandherd, nicht bloß in die Flamme. Bei der Verwendung eines Feuerlöschers ist zudem wichtig, dass Sie von unten nach oben sowie von vorne nach hinten löschen. Halten Sie außerdem genug Abstand zum Feuer und bringen Sie sich nicht in Gefahr. Bei größeren Bränden alarmieren Sie unbedingt die Feuerwehr (112).

Schließen Sie – wenn dazu noch Zeit ist – sämtliche Fenster und Türen. Aber das Wichtigste: Bringen Sie sich und Ihre Familie in Sicherheit.
Können Sie das Gebäude nicht verlassen, gehen Sie in ein Zimmer und dichten die Tür ab. Bis die Feuerwehr da ist, legen Sie sich auf den Boden, da der Rauch nach oben steigt. Halten Sie sich ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase, um Ihre Atemwege zu schützen.

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