Graffiti entfernen: Hausmittel oder Profi?

Graffitis. Meist bunt, oft kreativ, stets schwer zu entfernen. In Deutschland entstehen durch Sprühereien jährlich Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Welche Möglichkeiten zum Graffitientfernen gibt es? Und wie können Sie Ihren Schaden möglichst gering halten?

Für die einen sind sie Kunst, für die anderen ein Ärgernis – Graffitis. Besonders dann, wenn die aufgesprühten Bilder, Zeichen oder Schriftzüge wieder von Hauswand, Garagentor oder Briefkästen entfernt werden müssen. Denn Graffiti zu entfernen ist ein aufwendiger Prozess, bei dem es vieles zu beachten gibt und der im Selbstversuch nur selten zu den gewünschten Ergebnissen führt. Mit der Konsequenz, dass eigentlich nur ein Profi erfolgreich den unversehrten Urzustand des Gebäudes wiederherstellen kann.

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Kosten für die Beseitigung: Es kann teuer werden!

Leider sind illegale Lack-Sprühereien keine Seltenheit: In Deutschland gab es 2017 fast 104.000 polizeilich gemeldete Sachbeschädigungen durch Graffitis. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Schätzungen zufolge entstehen bundesweit jährlich Schäden in Höhe von 200 Millionen Euro. Je nach Aufwand können bei der professionellen Entfernung von Graffitis nämlich Kosten von mehr als 100 Euro pro Quadratmeter entstehen. Und die Übeltäter sind leider nur selten zu ermitteln und daher nicht zur Rechenschaft zu ziehen.

Graffiti entfernen mit Hausmitteln – eine Alternative?

Haben Sie an Ihrem Eigenheim eine Schmiererei entdeckt, können Sie selbst versuchen, Hand anzulegen.

Vorsicht: Grundwasserverunreinigung vorbeugen!

Egal, welches Hausmittel Sie einsetzen: Sie müssen in jedem Fall sicherstellen, dass keine Verunreinigungen ins Grundwasser gelangen!
Dies kann schnell geschehen. Beachten Sie daher vor dem Graffiti-entfernen die entsprechenden Auflagen von Bundesland und Gemeinde. Unter Umständen benötigen Sie eine behördliche Genehmigung. Denn selbst wenn das Reinigungsmittel biologisch abbaubar ist: Der Graffiti-Lack ist es nicht! Halten Sie ein Tuch unter die zu behandelnde Stelle oder decken Sie den Boden ab!

Möchten Sie dennoch selbst versuchen, das Graffiti zu entfernen, gibt es in Baumärkten diverse Graffitientferner als Flüssigkeit, Spray oder Gel. Diese kosten pro Liter zwischen 25 und 45 Euro. Die Mittel lösen oder unterwandern die aufgesprühten Lacke, sodass Sie diese meist mit Wasser abwischen können. Doch ganz so einfach, wie es klingt, ist das nicht! Das Abwasser müssen Sie nämlich sammeln und je nach örtlicher Vorschrift fachgerecht entsorgen bzw. sicher der Kanalisation zuführen.

Der Premium Schutz für Ihr Wohngebäude

Neben den ausgezeichneten Leistungen in der ERGO Wohngebäudeversicherung sind im Premium Schutz zusätzliche Leistungen mitversichert. Wie z. B. die Kosten für die Beseitigung von Gebäudeschäden, die durch Menschen oder Tiere entstanden sind – bis zu 15.000 Euro. Und dazu gehören auch Schäden durch Graffiti.

Graffiti biologisch entfernen – funktioniert besonders auf Metall

Eine biologische Alternative ist zertifizierter Orangenextrakt, der für etwa 40 Euro pro Liter zu haben ist. Für kleinere Graffitis, insbesondere auf glatten Flächen wie Metall, Türen oder Fenstern, sind spezielle feuchte Tücher eine Alternative. Diese sind mit einem geruchsarmen und biologisch abbaubaren Reinigungsmittel getränkt. Bei größeren Graffitis benötigen Sie unter Umständen eine größere Menge, sodass der Preis für die Reinigung von eigener Hand steigt. Dazu ist die Anwendung mühselig und zeitaufwendig. Bei gröberen Oberflächen wie Klinker oder rauem Putz sind sie weniger geeignet, da Rückstände und damit Farbschatten zurückbleiben können, und das Problem der Entsorgung stellt sich ebenfalls. Ein Hausmittel, das in einigen Internetforen angepriesen wird, ist das Entfernen von Graffitis mit Deo und/oder Haarspray. Dass dies wirklich funktioniert, ist jedoch zweifelhaft.

Graffiti-Rückstände auf Garagentor und Hauswand entfernen

Ein mechanischer Weg, Spraylack zu entfernen, ist der Einsatz von Druckreinigern, die entweder mit chemischen Zusätzen, Heißwasser oder Granulat funktionieren. Ganz allgemein ist jedoch zu beachten: Nicht einmal auf Metall ist immer eine rückstandslose Entfernung garantiert. So kann der Spraylack bereits in tiefere Schichten des Materials eingedrungen sein. Möglich ist zudem, dass die Oberfläche nach der Entfernung des Graffitis einen anderen Ton als der Rest der Hauswand hat. Denn Letzterer weist je nach Lebensdauer einen natürlichen Verschmutzungsgrad auf. Dann bedarf es eventuell eines Farbmessgerätes, um die Fläche in exakt dem richtigen Ton nachzustreichen. Übrigens: Experten raten davon ab, das Graffiti auf Wand oder Garagentor einfach zu überstreichen. Der Lack aus der Spraydose scheint nämlich über kurz oder lang wieder durch.

Graffiti entfernen

Trägt Ihre Versicherung die Kosten der Graffiti-Entfernung?

Es hat also seine Tücken, Graffiti eigenhändig zu entfernen. Deshalb ist es oft sinnvoller und bequemer, einen Profi zu beauftragen. Die Kosten sind zwar deutlich höher, doch dann sind Sie auf der sicheren Seite. Zumal Ihre   Wohngebäudeversicherung unter Umständen einen Graffitischaden abdeckt. Ein Blick in Ihre Vertragsunterlagen lohnt sich. Sollte Ihre Versicherung einen Schutz bei Graffitischäden beinhalten, gibt es einen weiteren Grund, sich professionelle Hilfe zu holen. Richten Sie nämlich durch Ihren eigenen unsachgemäßen Reinigungsversuch einen zusätzlichen Schaden an, kommt Ihre Versicherung für diesen nicht auf.

Graffitischäden: Wie können Sie vorbeugen?

 

Vorbeugung durch „Opferschicht“

Um den Aufwand und die Kosten einer Entfernung von Graffiti zu minimieren, können Sie vorbeugen. Je nach Oberflächenbeschaffenheit können Sie eine spezielle Schicht auf Hauswand, Garagentor oder Briefkasten auftragen. Diese sogenannte „Opferschicht“ verhindert, dass die Sprüherei tief in die Struktur eindringt. Dann genügt meist heißes Wasser, gegebenenfalls mit Hochdruck, um das Graffiti zu entfernen. Die Opferschicht kann vorübergehender (semipermanenter) oder dauerhafter (permanenter) Natur sein.

Vorübergehende Schutzschicht

Das Imprägnieren mit einer vorübergehenden Schutzschicht bietet sich bei mineralischen Baustoffen wie Ziegel, Naturstein, Beton und Kalksandstein an. Diese muss nach dem Entfernen eines Graffitis erneut aufgetragen werden, wenn Sie weiter vorbeugen wollen. Die Kosten liegen bei etwa
20 Euro pro Liter.

Dauerhafte Schutzschicht gegen Graffitis

Sind Ihre Hauswand, Ihr Garagentor oder äußere Anbauten häufiger Zielscheibe von Graffitikünstlern, bietet sich eine dauerhafte Schutzschicht an. Fassaden mit Dispersions- oder Silikonharzfarbanstichen sowie lackierte Flächen und Oberflächen aus Metall können so permanent vor Sprühattacken geschützt werden. Das Durchschlagen von Graffitisprühlack kann hier ausgeschlossen werden. Der Nachteil ist allerdings: Die Versiegelung ist so effektiv, dass die Atmungsfähigkeit des Materials leidet. Es könnte daher zu Schimmelbildung kommen. Setzen Sie diese Mittel also besser nicht zu großflächig ein.

Vorbeugen durch Hindernisse

Sie können im Übrigen den selbst ernannten Graffitikünstlern auch den Spaß verderben. So verhindern Sie durch Scheinwerfer mit Bewegungsmeldern, dass die Sprüher im Schutz der Dunkelheit agieren können. Auch Pflanzen wie ein Kletterefeu oder eine stachelige Hecke machen eine Hauswand unattraktiv. Oder aber Sie wählen für Ihre Wand von vornherein einen markanten Farbton. Das Ganze noch auf grobem Putz, und die Graffitikünstler suchen sich wahrscheinlich eine andere „Leinwand“.

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