Schäden durch Schneedruck und Dachlawinen – wer haftet?

Dicke Schneeflocken, weiße Winterlandschaften: wunderschön und doch oft gefährlich. Denn zu viel Schneedruck lässt Dächer einstürzen und löst Dachlawinen aus. Doch wer haftet, falls Häuser oder Personen zu Schaden kommen?

Schäden am Gebäude durch Schneedruck

Schneedruck – auch Schneelast genannt – beschreibt die Krafteinwirkung von ruhenden Schnee- oder Eismassen. Diese stellt eine oft unterschätzte Gefahr für Hausdächer dar: Feuchter Neuschnee wiegt bis zu 20 Kilo pro Quadratmeter. Bei einer durchschnittlichen Dachfläche eines Einfamilienhauses von 120 Quadratmetern kommen so schnell über zwei Tonnen zusammen. Das entspricht dem Gewicht von zwei Kleinwagen – und dem halten viele Dächer nicht stand.

ERGO Wohngebäude­versicherung

Die ERGO Wohngebäudeversicherung bietet Ihnen einen umfangreichen finanziellen Schutz für Ihr Wohngebäude. Mit dem Baustein „Weitere Naturgefahren“ können Sie zudem zum Beispiel Schäden durch Lawinen und Schneedruck absichern.

Hat man die Sorge, dass das eigene Dach akut gefährdet ist, sollte man die Feuerwehr oder die Stadtverwaltung anrufen. Es ist zwar keine übliche oder gar verpflichtende Aufgabe der Rettungskräfte, private Dächer zu räumen. Doch wissen sie in der Regel zumindest, wie man und wer die Gefahr richtig einschätzen und beseitigen kann.

Schneedruck bei Photovoltaik und Solarthermie

Flachdächer sind statisch gesehen stärker gefährdet, denn bei Steildächern kann der Schnee leichter abrutschen, bevor er zu schwer wird. Auch an Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen auf dem Dach kann hohe Schneelast zu Schäden führen – vom Bruch einzelner Zellen der PV-Anlage bis hin zur kompletten Zerstörung von Modul und Trägern. In diesen Fällen haftet die Wohngebäudeversicherung, wenn sogenannte „weitere Naturgefahren“ mitversichert sind. Dies gilt auch, wenn ein Gebäudeschaden durch eine Dachlawine verursacht wird.

Wer haftet bei Personenschäden?

Als Hausbesitzer sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie haftbar gemacht werden können, wenn durch eine Lawine von Ihrem Dach Personen verletzt werden. Wenn es sich um ein Einfamilienhaus handelt und Sie selbst darin wohnen, sind Sie durch Ihre Privat-Haftpflichtversicherung geschützt. Haben Sie Ihr Haus aber vermietet, oder handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus sollten Sie über eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung verfügen, um abgesichert zu sein. Am besten aber, Sie versuchen, bereits im Voraus zu verhindern, dass es zu Unfällen durch Lawinen vom Dach kommt.

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So können Sie Dachlawinen vorbeugen

Besonders in schneereichen Gegenden sollten Hauseigentümer alles tun, um Dachlawinen so gut es geht vorzubeugen. Hierfür eignen sich am besten Schneefanghaken – idealerweise gleichmäßig verteilt auf der ganzen Dachfläche. Die früher üblichen Holzbalken am unteren Rand des Dachs (der Traufe) sind überholt, da sie unter zu großen Schneelasten brechen können.

Ansonsten gilt: Behalten Sie die Lage im Blick. Wenn Sie das Gefühl haben, es könnte sich eine Lawine lösen, machen Sie Passanten auf das Risiko aufmerksam. Zum Beispiel können Sie Schilder an die Wand hängen oder rot-weiß gestreifte Absperrstangen schräg an die Hauswand lehnen, um zu verhindern, dass sich Autofahrer oder Fußgänger direkt unter der Traufe aufhalten.

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