Starkregen – welche Versicherung brauche ich?

Der Deutsche Wetterdienst warnt: In den nächsten Jahren steigt die Gefahr von Starkregen und Hochwasser. Welche Versicherung deckt welche Schäden? Und wie können Sie sich schützen?

Immer häufiger kommt es in Deutschland zu Überschwemmungen nach heftigem Regenfall. Starkregen fällt oft nur punktuell, vorkommen kann er aber überall. Vor allem in den wärmeren Monaten gibt es wegen der vielen Gewitter oft extreme Niederschläge. Innerhalb kürzester Zeit sind Straßen überschwemmt, Wohnungen und Häuser laufen voll, der Verkehr bricht zusammen. Das Besondere am Starkregen: Starkregen kann überall in Deutschland niedergehen, auch abseits großer Flüsse oder schmaler Täler können erhebliche Schäden entstehen. Man kann nicht immer schnell reagieren, da die Vorwarnzeiten zum Teil sehr gering sind. Und dabei wissen laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung lediglich zwölf Prozent aller Haus- und Wohnungsbesitzer, welches Risiko von Starkregen ausgeht.

Definition – was ist Starkregen eigentlich?

Regen wird zu Starkregen, wenn innerhalb von einer Stunde 15 Liter oder mehr pro Quadratmeter fallen. Diese Menge kann praktisch überall für Überflutungen sorgen. Die Kanalisation kann die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, Grundstücke und Häuser werden überschwemmt. So auch 2014 in Münster, als innerhalb von sechs Stunden knapp 300 Liter pro Quadratmeter auf die Stadt niederprasselten. Oder 2018 in Wuppertal, als 80 Liter Regen pro Quadratmeter in 90 Minuten reichten, um Millionenschäden anzurichten und ganze Straßenzüge unter Wasser zu setzen. Souterrain-Wohnungen und Kellergewölbe sind naturgemäß in besonderem Maße gefährdet, jedoch auch Häuser, die am Hang oder in einer Senke liegen.

Starkregen lässt sich übrigens ganz leicht erkennen: Nehmen Sie ein Wasserglas und stellen Sie es für zehn Sekunden unter freien Himmel. Wenn das Glas in dieser kurzen Zeit übergelaufen ist, handelt es sich um Starkregen.

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Schäden durch Starkregen – was tun?

Starkregen kann schwere Folgen haben: Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungsgesellschaft (GDV) verursachten 2019 Sturm und Hagel und weitere Naturgefahren wie Starkregen Schäden in Höhe von 2,2 Milliarden Euro. Es werden Möbel, Heizkörper und Elektrik, aber auch Wände oder Bodenbeläge beschädigt. Hier kommen auf die Geschädigten schnell fünfstellige Kosten zu. Als Betroffener sollten Sie die entstandenen Schäden direkt mit Fotos oder in einem Video festhalten und an Ihre Versicherung weiterleiten. Achten Sie darauf, genau zu zeigen, was wie stark beschädigt wurde. Behalten Sie die Gegenstände als Schadensnachweis. Andernfalls wird eine spätere Regulierung schwierig. Absolut notwendige Reparaturen sind natürlich erlaubt, wenn nicht sogar geboten: Als Versicherungsnehmer sind Sie verpflichtet, sich um Schadensvermeidung zu bemühen. Wenn also ein entstandener Schaden das Risiko birgt, größere Folgeschäden anzurichten, sollten Sie sofort Maßnahmen ergreifen, um dies zu verhindern. Mit weniger dringlichen Reparaturen sollten Sie allerdings warten, bis geklärt ist, ob der Versicherer die Kosten übernimmt.

So beugen Sie Schäden durch Starkregen vor

Einige dieser Schäden lassen sich vermeiden oder wenigstens verringern. Es gehört zu den rechtlichen Pflichten eines Versicherungsnehmers, dies zu versuchen (Schadensminderungspflicht), und ist damit wichtig für etwaige Schadenersatzleistungen.

  • Generell gilt: Kündigt der Wetterbericht Regen, Schnee oder Hagel an, sollten Sie umgehend alle Fenster schließen. Nur so haben Sie auch den optimalen Versicherungsschutz.
  • Schützen Sie Ihren Keller, indem Sie die Fensterschächte hochmauern, und überprüfen Sie die Abflüsse an den Eingängen.
  • Auch Sandsäcke und Sperrholzplatten helfen, das Haus vor Hochwasser zu schützen.
  • Vergessen Sie nicht, die Rückstauklappe zu kontrollieren. Ansonsten kann Regenwasser durch Ihren Abfluss ins Haus gelangen.
  • Werfen Sie einen Blick auf den Gully in Ihrer Straße. Wenn dieser verstopft aussieht, teilen Sie das am besten der örtlichen Stadtentwässerung mit. Häufig geht das auch online.
  • Wertvolle Gegenstände und wichtige Dokumente sollten Sie, wenn möglich, in einem höher gelegenen Stockwerk aufbewahren.
  • Auch elektronische Geräte sollten Sie entfernen oder wenigstens den Stecker ziehen. Ansonsten droht ein Kurzschluss im Wasser. Das kann gefährlich werden, wenn Sie den überschwemmten Raum betreten müssen.
  • Sämtliche Giftstoffe gehören an einen sicheren Ort!
  • Lesen Sie noch einmal aufmerksam den Vertrag zu Ihrer Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Überprüfen Sie, ob Schäden durch Starkregen (etwa mit dem Wortlaut „weitere Naturgefahren“) abgedeckt sind und wie hoch die Versicherungssumme ist.

Auch nach einem Unwetter mit Starkregen ist es möglich, weitere Schäden zu vermeiden:

  • Sehen Sie im Keller nach, ob der Boden nass geworden ist. Falls ja, sollten Sie dort befindliche Gegenstände trocken lagern. Überschwemmte Räume weisen auch nach dem Abpumpen eine hohe Luftfeuchtigkeit auf. Warten Sie also mit dem Einräumen Ihrer Sachen, bis der Raum wirklich trocken ist.
  • Sie sind Mieter und ein Gemeinschaftsraum wurde beschädigt? Rufen Sie sofort bei Ihrem Vermieter an. Notfalls können Sie auch selbst die Feuerwehr rufen, um das Wasser abpumpen zu lassen.

Auch interessant für Mieter:

  • Sie können Mietminderung beantragen, wenn Sie Ihren Wohnraum oder Keller wegen Starkregenschäden nicht mehr in vollem Umfang nutzen können und Ihr Vermieter nicht in angemessener Zeit versucht, Schäden zu beseitigen. Um wie viel Geld es sich dabei handelt, ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich.
Starkregen in Deutschland

Hilft eine Hausratversicherung bei Schäden durch Starkregen?

Die Hausratversicherung übernimmt den Schaden an Ihrem Inventar, also an Möbeln, Teppichen und Ähnlichem, sofern Schäden aufgrund von Naturgefahren durch Ihre Versicherung abgedeckt sind. Wichtig dabei ist die korrekte Versicherungssumme. Die vereinbarte Versicherungssumme soll dem Neuwert Ihres Hausrats (Versicherungswert) entsprechen. Was viele nicht wissen: Ist die Versicherungssumme zu niedrig angesetzt, erstattet die Hausratversicherung nur anteilig. Und zwar nach dem Verhältnis der Versicherungssumme zum tatsächlichen Wert des Hausrats. Das bedeutet: Auch wenn der Schaden kleiner ist als die Versicherungssumme, wird der Schaden nur zum Teil erstattet, weil eine Unterversicherung vorlag. Die meisten Versicherer geben eine Pauschale an, die pro Quadratmeter Wohnfläche den Wert des Hausrats berechnet. Bei der ERGO Hausratversicherung liegt die Pauschale zum Beispiel bei 650 Euro. Bei einer Wohnung mit 100 Quadratmetern haben Sie dann eine Versicherungssumme von 65.000 Euro bei einer normalen Ausstattung Ihres Haushaltes. In dem Fall verzichtet ERGO im Schadensfall auf die Prüfung, ob die Versicherungssumme ausreichend ist (Unterversicherungsverzicht).

Daher gilt: Passen Sie die Versicherungssumme bei Bedarf regelmäßig an, etwa wenn Sie teure Möbel oder Gegenstände erworben haben.

Passend abgesichert mit der ERGO Hausratversicherung

Bei Starkregen kann Ihr Hausrat, also Ihre Möbel, Teppiche und weitere Gegenstände, beschädigt werden. Mit dem Baustein „Weitere Naturgefahren“ können Sie Ihre ERGO Hausratversicherung erweitern. Sie entschädigt Ihre zu Schaden gekommenen Sachen zum Neuwert. Mit dem Premium Schutz und weiteren Bausteinen können Sie Ihren Versicherungsschutz passend auf Ihren Haushalt zuschneiden.

Was zahlt eine Wohngebäudeversicherung?

Unwetter verhindern kann man nicht, aber man kann sich auf die Folgen einstellen und vorsorgen. So ist für viele Hauseigentümer eine Wohngebäudeversicherung gegen Feuer, Hagel, Sturm und Leitungswasser selbstverständlich. Doch an eine Versicherung gegen Schäden durch Hochwasser oder Starkregen – sogenannte Elementarschäden – wird seltener gedacht. Um über die Gefahren zu informieren, startet das Umwelt- und Wirtschaftsministerium des Landes NRW gemeinsam mit dem GDV und der Verbraucherzentrale NRW die Elementarschadenkampagne NRW. Die Kampagne steht unter dem Motto „Naturgefahren in NRW: informieren – vorsorgen – absichern“. Ähnliche Veranstaltungen gab es auch schon in anderen Bundesländern.

Wichtig: Die Wohngebäudeversicherung übernimmt Schäden, die durch eine Überschwemmung an der Bausubstanz entstehen, nur, wenn weitere Naturgefahren im Vertrag miteingeschlossen wurden.

ERGO Wohngebäude-versicherung – und der Schutz gegen weitere Naturgefahren

Starkregen, Sturzfluten, Erdrutsche und Blitzeinschläge verwüsten Straßen, Häuser und ganze Städte. Gut, dass Sie sich vor den finanziellen Folgen solcher sogenannten weiteren Naturgefahren schützen können. Wir versichern Wohngebäude auch dann, wenn sie sich in einem extrem hochwassergefährdeten Gebiet befinden. Das bieten nicht viele Versicherer.

Wie hilft die Elementarschadenversicherung bei Starkregen?

„Unter Elementarschäden versteht man die Schäden, die durch das Wirken der Natur hervorgerufen werden“, schreibt die Verbraucherzentrale. Die Elementarschadenversicherung deckt demnach Schäden ab, die aufgrund von Überschwemmungen, Starkregen, Wasserrückstau, Schneedruck, Erdrutschen und ähnlichen Ereignissen entstehen. Diese Versicherung ist oft ein zusätzlicher Teil der Wohngebäude- oder Hausratversicherung.

Wie ist mein Auto bei Schäden durch Starkregen abgesichert?

Bei heftigem Regen werden oft auch Fahrzeuge überschwemmt. Das betrifft sowohl den Innenraum als auch den Motor. Wenn ein Fahrzeug abgestellt war, übernimmt in der Regel die Teilkasko die entstehenden Kosten. Auch Fahrzeugschäden etwa durch Geröll, das mit dem Wasser den Hang hinuntergespült wird, sind bei einem geparkten Fahrzeug durch die Teilkasko abgedeckt. Wichtig zu wissen: Bei der Teilkasko steigt durch die Inanspruchnahme der Leistung nicht die Schadenfreiheitsklasse. Wenn das Auto dagegen fuhr, zahlt in der Regel die Vollkaskoversicherung. Und: Der Schaden wird nur reguliert, wenn nicht grob fahrlässig gehandelt wurde. Das heißt zum Beispiel: Wenn Sie Ihr Auto dort parken, wo vor Hochwasser gewarnt wurde, haben Sie keinen Versicherungsschutz.

Wann springt eine Haftpflichtversicherung ein?

Kommt es zu einer Überschwemmung durch einen Wasserrückstau wegen eines nicht ausreichend gewarteten Rückstauventils, hat der Mieter ggf. Anspruch auf Schadensersatz beim Vermieter. Dessen Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung würde dann derartige Forderungen begleichen.

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