Grillen in der Stadt – was ist erlaubt?

Grillen in der Stadt: Ob Balkon, Garten oder öffentliche Plätze – es gibt verschiedene Möglichkeiten, in der Stadt zu grillen. Doch was sollten Sie dabei beachten?

Grillen in der Stadt: keine verbindliche Regelung

Das Grillen auf dem Balkon ist grundsätzlich erlaubt. So haben mehrere Gerichte das Grillen in der Stadt auch auf dem Balkon von Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen als üblich eingestuft.

Umstritten ist aber, was „üblich“ genau bedeutet: Wie oft und wie lange darf man auf Balkons, Terrassen oder im Garten grillen? Dazu existieren viele Einzelurteile mit sehr unterschiedlichen Angaben: Von 4-mal im Jahr über 1-mal im Monat bis zu 25-mal im Jahr, lauteten die Urteile verschiedener Gerichte. Manchmal gibt es auch Beschränkungen bei Dauer oder Uhrzeit. Es existiert also kein Urteil mit einer allgemein verbindlichen Regelung. Hier gilt vielmehr: wo kein Kläger, da kein Richter. Wenn Sie auf dem Balkon grillen möchten, sprechen Sie dies also besser vorher mit den Nachbarn ab.

Allerdings kann das Grillen im Mietvertrag verboten sein. Wenn Sie ein solches Grillverbot nicht beachten, riskieren Sie eine Abmahnung oder eine Kündigung.

Sie möchten persönlich informiert werden?

Dann wenden Sie sich an Ihren vertrauten Partner für Versicherungsfragen.
Sie haben noch keinen Ansprechpartner? Hier finden Sie sofort den richtigen Kontakt in Ihrer Nähe.
Unsere Experten sind gern für Sie da!

Zum ERGO Vermittler

Grillen auf dem Balkon

Beim Grillen auf dem Balkon von Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen wohnen die Nachbarn nicht sehr weit entfernt. Um Ärger zu vermeiden, sollten Sie einige wichtige Dinge beachten.

Grillen auf dem Balkon – was ist erlaubt?

  • Grillen auf dem Balkon ist grundsätzlich erlaubt. Ein „Recht aufs Grillen“ gibt es jedoch nicht.
  • Im Mietvertrag oder der Hausordnung kann festgelegt sein, dass Grillen auf dem Balkon oder der Terrasse verboten ist (Urteil des Landgerichts Essen vom 7. Februar 2002, AZ: 10 S 438/01).
  • Rücksichtnahme beim Grillen ist oberstes Gebot, vor allem wegen des Rauchs.
  • Am besten informieren Sie Ihre direkten Nachbarn 48 Stunden, bevor Sie grillen wollen.
  • Beim Grillen auf dem Balkon gilt: Auch der Lärmschutz zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ist zu beachten.

Der ERGO Rechtsschutz

Unabhängig davon, ob Sie Single oder verheiratet, Student oder Rentner sind: Jede Lebenssituation ist anders, und Ihre Bedürfnisse sind individuell verschieden. Eben deshalb bieten wir Ihnen maßgeschneiderten Rechtsschutz. Je nach Bedarf können Sie alle Lebensbereiche (Privat, Beruf, Verkehr, Wohnen) absichern oder Ihre gewünschten Lebensbereiche beliebig miteinander kombinieren. Sind Ihnen Zusatzleistungen wichtig? Erweitern Sie den ERGO Rechtsschutz um die leistungsstarken Bausteine Leistungs-Plus und/oder Service-Plus.

Holzkohlegrill auf dem Balkon?

In Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen sind Elektrogrill und Gasgrill die bessere Wahl im Vergleich zum Holzkohlegrill. Bei einem Holzkohlegrill entstehen mehr Rauch und stärkere Gerüche als bei einem Elektrogrill oder Gasgrill. Besonders Grills mit Holzkohle, aber auch solche mit Gas, werden sehr heiß und erreichen bis zu 800 Grad Celsius. Hier müssen Grillfreunde auch im eigenen Interesse an den Brandschutz denken und einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu brennbaren Möbeln, Fassadendämmungen oder Hecken einhalten. Ein bereitstehender Feuerlöscher kann nicht schaden.

Auf dem Balkon Rauchentwicklung und Wind beachten

Zuviel Rauch, der in die Fenster der Nachbarn zieht, kann nach Landesgesetzen eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Auch gilt unter Nachbarn immer das Gebot der Rücksichtnahme. Ein Elektrogrill oder Gasgrill produziert zwar weniger Rauch als ein Holzkohlegrill, aber auch hier dürfen Gerüche und Rauchemissionen die Nachbarn nicht belästigen. Daher sollten Sie beim Grillen auf dem Balkon immer auf die Rauchentwicklung und die Windrichtung achten.

Grillen auf dem Balkon

Gasgrill in Wohnanlagen: Das müssen Sie beachten

Der Gasgrill wird bei Hobbygrillern immer beliebter. Wenn genug Platz auf dem Balkon ist, bietet ein Gasgrill in Wohnanlagen viele Vorteile. Er schafft mehr Hitze als ein Elektrogrill und rußt nicht im Gegensatz zum Grill mit Holzkohle. Außerdem entsteht keine Asche, die nach dem Barbecue auf den Balkon des Nachbarn wehen könnte. Für eine gute Nachbarschaft gerade bei dichter Bebauung sollten Sie bei einem Gasgrill in Wohnanlagen die Haube geschlossen halten. So entsteht Rauch nur beim Wenden des Grillguts, und gerade die Rauchentwicklung beim Grillen ist häufig Stein des Anstoßes in einer Wohnanlage.

Gasflasche vor direkter Sonne schützen

Während der Grillsaison sollte die Gasflasche möglichst nicht direkter Sonne ausgesetzt sein. Denn bei hohen Temperaturen dehnt sich das Gas aus, der Druck in der Flasche steigt an. Das erhöht die Gefahr, dass Gas durch Materialermüdung austreten kann. Also stellen Sie die Flasche am besten in den Schatten. Das kann mit einem Gasgrill in Wohnanlagen schwierig sein, wenn der Balkon oder die Terrasse nach Süden ausgerichtet ist. Schützen Sie Grill mitsamt Gasflasche dann zumindest mit einer Abdeckhaube vor direkter Sonneneinstrahlung. Grillen Sie länger nicht, zum Beispiel wenn Sie in Urlaub fahren, sollten Sie die Flasche vom Gasgrill abmontieren und sicher lagern.

Gasflasche nicht im Keller lagern

Der ideale Lagerort für Gasflaschen ist ein überdachter und kühler Platz im Freien. Ideal ist ein Carport – doch die sind in Wohnanlagen rar. Im Keller haben Gasflaschen nichts zu suchen. Da Flüssiggas schwerer als Luft ist, besteht nämlich die Gefahr, dass es sich bei Austritt in tieferen Stellen unbemerkt sammelt. Dadurch besteht Explosionsgefahr etwa beim Licht-Einschalten. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, bringen Sie die Gasflasche zum Ende der Grillsaison am besten zum Händler zurück.

Der ERGO Unfallschutz

Auch wenn man vorsichtig mit Grill, Gasflasche & Co. hantiert: Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und ein Unfall ist schnell passiert. Der ERGO Unfallschutz bietet leistungsstarke finanzielle und praktische Hilfe. Die Basis bildet immer eine Kapital- oder Rentenleistung bei Invalidität. Dazu können Sie alle weiteren Leistungen, die Ihnen wichtig sind kombinieren.

Wie zum Beispiel die Assistenzleistung RehaHilfe Aktiv, diese bietet bei schweren Verletzungen einen persönlichen Unfall-Manager, der Sie auf den Weg zurück in den Alltag begleitet. Informieren Sie sich.

Grillen im Garten

Das Grillen im Garten ist wegen der größeren Abstände zu den Nachbarn weniger problematisch als auf dem Balkon. Auch hier gibt es keine juristisch verbindliche Regelung, sondern lediglich Einzelurteile.

Grillen im Garten – was ist erlaubt

  • Holzkohlegrills sind beim Grillen im Garten generell erlaubt. Dennoch sollten Sie auf die Rauchentwicklung achten.
  • Oberstes Gebot beim Grillen im Garten ist Rücksichtnahme: Der Rauch sollte nicht in Garten und Haus der Nachbarn ziehen.
  • Ebenfalls wichtig beim Grillen im Garten: die Nachtruhe – daher sollte es ab 22 Uhr ruhiger zugehen.

Der richtige Abstand zu den Nachbarn

Um beim Grillen im Garten die Nachbarn so wenig wie möglich zu belästigen, sollten Sie den Grill möglichst weit weg vom Grundstück des anderen aufstellen. In einem Einzelurteil stellte das Gericht fest, dass der Grill sogar 25 Meter vom Haus des Nachbarn entfernt am äußersten Rand des Gartens aufgestellt werden muss. Welche Entfernung groß genug ist, ist jedoch nicht juristisch festgelegt. Dies hängt von den Verhältnissen vor Ort ab.

Öffentliche Plätze: Regelungen unterschiedlich

Um Ärger mit den Nachbarn zu vermeiden, sind öffentliche Plätze eine Alternative zum Grillen. Wer öffentliche Plätze zum Grillen nutzt, sollte vorher prüfen, wo das Grillen überhaupt erlaubt ist.

In Wäldern, Naturschutzgebieten und auf landwirtschaftlichen Flächen ist das Grillen in der Regel durch Landesgesetze verboten. Für Grünflächen in der Stadt gibt es Regelungen der Kommunen. In Berlin ist das Grillen in Parks auf ausgewiesenen Grillplätzen möglich. In München gibt es beispielsweise Grillzonen entlang der Isar. Und vergessen Sie nicht, nach dem Grillen wieder aufzuräumen und den Müll zu entsorgen.

ERGO Vermittler finden
Vermittlersuche