Paketannahme verweigern: wichtige Hinweise

Der Online-Handel boomt: Zwei von drei Deutschen kaufen mindestens einmal pro Monat im Internet ein. Doch was ist zu beachten, wenn ich es mir als Kunde anders überlege und die Paketannahme verweigern möchte?

Kennen Sie das? Sie haben in einem Online-Shop Spielzeug für Ihre Kinder, eine schicke Sommerjacke oder Bluetooth-Lautsprecher bestellt. Doch nun stellen Sie fest, dass Sie das bestellte Produkt doch nicht brauchen: Der Nachwuchs hat das Spiel bereits, die Jacke passt nicht zum Lieblingskleid, ein Freund rät Ihnen von diesen Lautsprechern ab. Was nun?

Zwei Wochen Rücktrittsfrist im Versandhandel

Laut Gesetz haben Sie beim Online-Shopping ein 14-tägiges Rückgabe- bzw. Widerrufsrecht. Manche Onlinehändler gewähren sogar freiwillig eine längere Widerrufsfrist. Doch das Paket öffnen und es mit ausgefülltem Retourenschein wieder zur Post bringen – das würden Sie gerne vermeiden?

Statt Rücksendung einfach die Paketannahme verweigern

Ist die Ware noch nicht versandt, können Sie Ihre Bestellung gegebenenfalls noch direkt beim Onlinehändler stornieren. Checken Sie dafür die Bestellmodalitäten Ihres Verkäufers. Der zuständige Paketdienst hat Sie bereits per Sendungsstatus informiert, dass die Ware unterwegs ist? Dann ist der einfachste Schritt, direkt beim Zusteller die Paketannahme zu verweigern. Dieser versieht das Paket mit einem entsprechenden Vermerk, und es geht an den Absender zurück.

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Nichtabholung in der Postfiliale oder dem Paketshop

Liegt das Paket in einer Postfiliale für Sie zur Abholung bereit, wird es bei Nichtabholung nach einer gewissen Frist zurückgesandt. Die Fristen unterscheiden sich je nach Versanddienstleister:

  • DHL-Filiale: sieben Werktage
  • Packstation: sieben Kalendertage
  • Hermes-Paketshop: zehn Kalendertage
  • DPD-Paketshop: sieben Kalendertage
  • GLS-Paketshop: acht Werktage

Auch die Nichtabholung gilt als verweigerte Annahme.

Verweigerung bei kontaktloser Zustellung

Immer öfter wird auch die sogenannte kontaktlose Zustellung genutzt. Dabei wird die Sendung nicht übergeben, sondern zum Beispiel vor der Wohnungstür abgelegt und der Paketzusteller quittiert die Auslieferung selbst. Auch dann können Sie jedoch die Paketannahme verweigern, denn der Bote muss dieses Procedere bei der Zustellung mit Ihnen abstimmen.

Ausnahme: Sie haben mit dem Paketdienstleister schriftlich eine Abstellgenehmigung vereinbart. Dann darf die Sendung an einem vereinbarten Ort einfach hinterlegt werden.

Paketannahme verweigern statt Widerruf?

Kosten für die Rücksendung: auf das Kleingedruckte achten!

Wenn Sie die Paketannahme verweigern, berechnen Zusteller dem Händler ein Rücksendeentgelt. Bei DHL beträgt dieses zum Beispiel 4 Euro. Rücksendekosten darf der Verkäufer seit 2014 dem Kunden in Rechnung stellen. Das muss jedoch explizit in der Widerrufsbelehrung erwähnt werden.

Viele große Onlinehändler verzichten darauf, den Kunden mit den Kosten für die Rücksendung zu belasten. Allerdings gibt es hier oft Einschränkungen in den Rückgabebedingungen, die sich von Händler zu Händler unterscheiden können. Infos dazu finden sich häufig auf der Homepage des jeweiligen Händlers.

Wichtig: Paketannahme verweigern ist kein Widerruf!

Studieren Sie, wenn Sie die Paketannahme verweigern wollen, unbedingt die Widerrufsbelehrung des Verkäufers! Denn rein rechtlich ist dieser Schritt kein Widerruf! Sie befinden sich vielmehr im Annahmeverzug. Der Verkäufer kann Ihnen nach Ablauf der Widerspruchsfrist eine Annahmefrist setzen.

Überprüfen Sie die Widerrufsbelehrung des Onlinehändlers

Zwar sind einige Onlinehändler kulant und verzichten auf einen ausdrücklichen Widerruf. Darauf sollte man sich aber nicht verlassen. Rein rechtlich muss der Widerruf gegenüber dem Händler ausdrücklich erklärt werden. Dafür gibt es bei manchen Onlinehändlern spezielle Internetseiten.

Bedenken sollten Sie auch, dass ein Paket bei Verweigerung der Annahme nicht die Retouren-Aufkleber trägt, die eine eindeutige Zuordnung ermöglichen. Es verursacht daher an allen Stationen der Versandkette zusätzliche Arbeit. Die Bearbeitung der Kostenrückerstattung kann sich also gegenüber dem Zurückschicken per Retourensendung mit entsprechenden Aufklebern deutlich verzögern.

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Paketannahme verweigern, obwohl der Nachbar bereits angenommen hat?

Hat ein Nachbar für Sie ein Paket angenommen, gilt das Paket als zugestellt. Der eigentliche Empfänger kann nun nicht mehr so einfach die Paketannahme verweigern. Es gibt jedoch die Möglichkeit, umgehend mit dem Paket in die nächste Postfiliale zu gehen. Geschieht dies noch am selben Tag und ist das Paket ungeöffnet, wird dies in der Regel akzeptiert. Selbstverständlich kann auch Ihr Nachbar die Paketannahme verweigern.

Übrigens: Wie sieht es eigentlich aus, wenn Kinder Ihr Paket angenommen haben? An wen der Paketbote das Päckchen überhaupt aushändigen darf, erfahren Sie im ERGO Rechtsportal.

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Vom Nachbarn angenommenes Paket ist beschädigt oder wurde gestohlen

Doch was passiert, wenn der Nachbar (oder Sie als Nachbar) ein Paket annimmt, dessen Inhalt beschädigt ist? Und wer haftet, wenn er es nach Annahme vor Ihrer Wohnung deponiert und es dort gestohlen wird?

Grundsätzlich gilt: Die Paketannahme für den Nachbarn, sofern nicht explizit vereinbart, ist eine Gefälligkeitshandlung, und man ist meist vor Rechtsfolgen gefeit. Dennoch sollte ich als Nachbar die Annahme verweigern, wenn das Paket sichtbar beschädigt oder deutlich eingerissen ist. Das erspart dem Empfänger ein lästiges Widerrufs- oder Schadensmeldungsverfahren.

Wenn der Nachbar bei der Paketannahme fahrlässig handelt

Haftbar ist der Nachbar in jedem Fall, wenn er fahrlässig handelt. Hierzu zählt, das Paket einfach im Hausflur oder in einer offenen Garage abzulegen. Gegebenenfalls kommt seine Haftpflichtversicherung dann für die Kosten auf. Beim Diebstahl des Pakets aus der Wohnung des Nachbarn würde dessen Hausratversicherung greifen.

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