Stalking – Hilfe und Tipps

Wenn Opfer von Stalking Hilfe brauchen: Hunderte Anrufe oder Nachrichten auf dem Handy, Auflauern am Arbeitsplatz, Bedrohungen, gefälschte Fotos im Netz – Stalking kann das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Doch wie sollten sich Stalking-Opfer verhalten?

Stalking-Opfer: Hilfe ist oft notwendig

Susanne B. ist ein Opfer von Stalking – und Hilfe ist mittlerweile dringend notwendig. Sie leidet unter Schlafstörungen und depressiver Verstimmung, erzählt sie. Die 46-Jährige ist vor einigen Monaten in eine neue Wohnung gezogen. Schnell lernt sie ihren Nachbarn Frank S. kennen und sie tauschen Nummern aus. „Das war für den Zweck gedacht, wenn mal etwas ist, zum Beispiel einer ein Paket für den anderen annimmt“, erzählt Susanne B. „Es sollte ein ganz normales nachbarschaftliches Verhältnis werden.“

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Terror auf WhatsApp

Doch dann beginnt ihr der Nachbar auf WhatsApp zu schreiben. Erst sind es nur ein paar harmlose Nachrichten, doch bald sendet er bis zu 100 WhatsApp-Nachrichten täglich. „Er fragte mich zum Beispiel: ,Wie ist Dein Dienstplan in dieser Woche? Wo bist du gestern Abend gewesen?‘ Schließlich wurde der Ton aggressiver und er beschimpfte mich auch.“ Der Stalker lauert seinem Opfer auf, wenn es nach Hause kommt – und schließlich sieht Susanne B. ihn auch an ihrem Arbeitsplatz, als sie abends das Büro verlässt. Sie fühlt sich zunehmend bedroht und belästigt.

Definition – was ist Stalking überhaupt?

Ein klarer Fall von Stalking. Doch wie lautet die genaue Definition – was ist Stalking? So definiert das die Polizei: „Stalking bezeichnet wiederholtes widerrechtliches Verfolgen, Nachstellen, penetrantes Belästigen, Bedrohen und Terrorisieren einer Person gegen deren Willen bis hin zu körperlicher und psychischer Gewalt.“ Ein Kennzeichen des Stalking nach § 238 des Strafgesetzbuches ist auch, dass die Handlungen des Täters dazu geeignet sind, die Lebensgestaltung der betreffenden Person schwerwiegend zu beeinträchtigen – sodass diese sich zum Beispiel kaum noch aus dem Haus traut.

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Belästigung durch den Stalker

Stalker suchen ständigen Kontakt zu einem anderen Menschen gegen dessen Willen. Formen der Belästigung und der Nachstellung können Briefe, Geschenke oder Anrufe sein. Oft lauert der Täter seinem Opfer auf. Auch Bedrohungen, sexuelle oder körperliche Angriffe sowie Sachbeschädigungen sind möglich.

Warum Täter dem Opfer nachstellen

Der Täter verfolgt das Ziel, Macht und Kontrolle über sein Opfer zu gewinnen. Er kann dabei unterschiedliche Motive haben, zum Beispiel Rache oder Liebeswahn. Die Täter sind meist männlich, die Opfer hingegen weiblich. Oft ist der Ex-Partner der Täter, aber auch ein Arbeitskollege oder Nachbar kann zum Stalker werden.

Stalker im Netz: Belästigung über WhatsApp, Instagram und Co.

Wie im Fall von Susanne B. findet die Belästigung zunehmend über Nachrichten per SMS oder auf WhatsApp statt. Stalker, die im Netz aktiv sind, verbreiten mitunter auch intime oder manipulierte Fotos aus früheren Beziehungen zu Opfern in Foren oder auf Instagram. Gerade soziale Medien wie Instagram werden von Stalkern genutzt, um falsche Informationen im Netz zu streuen. Manche Täter melden sich im Namen des Opfers in sozialen Medien an und legen zum Beispiel falsche Accounts auf Instagram an.

Stalking: Hilfe und Verhaltenstipps

Wie findet ein Opfer von Stalking Hilfe? Die Polizei rät: Sie sollten einmal unmissverständlich mitteilen, dass Sie keinen Kontakt möchten. Anschließend sollten Sie konsequent bleiben, den Stalker ignorieren und sich nicht auf Telefonate, Gespräche oder Treffen einlassen. Sinnvoll ist es auch, den Täter auf WhatsApp, Instagram und anderen sozialen Medien zu blockieren. Zudem sollten Sie Familie, Freunde und Arbeitskollegen informieren, da Öffentlichkeit die Täter meist abschreckt. Anzuraten ist außerdem ein besonders vorsichtiger Umgang mit persönlichen Daten. Unterlagen, auf denen Anschriften von Freunden oder Geschäftspartnern, eigene oder fremde E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder gar Kontonummern stehen, gehören nicht in den Hausmüll. Auch beim Online-Auftritt sollten Betroffene genau darauf achten, welche Informationen sie über sich preisgeben.

Stalking-Hilfe: Polizei miteinbeziehen

Wenn Opfer von Stalking Hilfe benötigen, sollten sie nach einem Vorfall immer die Polizei verständigen und Anzeige erstatten. Das Einschreiten der Polizei kann Wirkung zeigen. Dies hat auch Susanne B. getan – seitdem schreibt ihr der Nachbar nicht mehr.

Der Paragraf 238 StGB: das „Anti-Stalking-Gesetz“

Menschen, die permanent anderen nachstellen oder sie belästigen, machen sich nach Paragraf 238 StGB strafbar. 2017 wurde der Paragraf 238 StGB verschärft. Nun muss das Opfer nicht mehr schwerwiegende Beeinträchtigungen der eigenen Lebensgestaltung nachweisen. Es reicht auch aus, wenn die Belästigung durch den Stalker lediglich dazu geeignet ist, diese Beeinträchtigungen auszulösen.

Welche Strafe erwartet den Stalker?

Auf den Stalker können empfindliche Strafen zukommen. Geldstrafen sind möglich, aber der Stalker kann auch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bekommen. Ob diese Aussicht auch den Stalker von Susanne B. abgeschreckt hat, weiß sie nicht. Sie ist mittlerweile in eine andere Wohnung umgezogen und hat seither Ruhe.

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