Tierbetreuung im Urlaub: Private Hundebetreuung oder Hundepension?

Wenn Hundebesitzer verreisen, können sie ihren Vierbeiner auch beim besten Willen nicht immer mitnehmen. Doch worauf sollte man bei der Wahl einer Hundepension oder eines Hundesitters achten? Und: Was müssen Freunde und Verwandte wissen, wenn sie den Hund betreuen?

Private Hundebetreuung durch Verwandte oder Freunde

Sie wissen, wer Ihren Hund kennt und sich gerne um ihn kümmert? Sehr gut! Denn für Hunde ist es grundsätzlich am besten, wenn sich so wenig wie möglich in ihrem Umfeld ändert, während Herrchen und Frauchen im Urlaub sind.

Wer seinen Hund privat betreuen lässt, sollte vor dem Urlaub den Kontakt mit der betreuenden Bezugsperson noch einmal intensivieren. Ein Probe-Wochenende beim Urlaubsbetreuer vor der Urlaubszeit kann zum Beispiel helfen. Denn dabei lernt Ihr Hund den Tagesablauf und auch die Gassi-Runden bereits kennen. Und es zeigt sich, ob Ihr Hund auf die Kommandos der neuen Bezugsperson hört und diese die Kontrolle behalten kann.

Vor- und Nachteile der privaten Hundebetreuung

Vor allem für ängstliche, unsichere Hunde ist es gut, wenn sie die Bezugspersonen kennen, bei denen sie untergebracht werden. Vorteilhaft ist es, wenn Ihre Freunde oder Verwandte ohnehin oft zu Besuch sind oder häufig mit Ihrem Hund Gassi gehen und wissen, wie sie mit ihm umgehen müssen.

Diese Art der Urlaubsbetreuung ist die kostengünstigste, da es sich um einen Freundschaftsdienst handelt und Sie nur Futter, Spielzeug und Hundebett stellen müssen. Wenn aber Ihr Hund während der Betreuungszeit Schäden verursacht oder andere Tiere oder Menschen verletzt, kann dies weitreichende Folgen haben. So empfiehlt es sich, dass der Betreuer beim Gassigehen Ihren Hund stets an der Leine hält, um eventuelle Komplikationen auszuschließen.

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Tierbetreuung im Urlaub und Versicherung

Denn Sie haften für alles, was Ihr Hund anstellt, ganz egal, ob Personen-, Sach- oder Vermögensschaden. Schauen Sie zur Sicherheit in Ihre Versicherungspolice, um zu prüfen, dass Schäden, die während der vorübergehenden Betreuung durch andere Personen entstehen, auch abgesichert sind.

Wenn der Nachbar nur für eine kurze Zeit, zum Beispiel für die Dauer eines Arztbesuches des Tierbesitzers, auf den Hund aufpasst, geschieht dies aus reiner Gefälligkeit. Anders verhält es sich bei der Betreuung eines „fremden“ Hundes während des Urlaubs von Herrchen und Frauchen. Die Abgabe des Tieres an einen Betreuer während dieser Zeit stellt rechtlich gesehen einen unentgeltlichen Verwahrungsvertrag dar. Der Betreuer wird zum Tierhüter. Der Tierhüter beaufsichtigt das Tier im Auftrag des Tierhalters und für den Tierhalter.

Sollte es zu Schäden bei Dritten kommen, haften Tierhalter und Tierhüter gemeinsam. Auch hier gilt: Prüfen Sie, ob in der Police der Hüter mitversichert ist, und vergewissern Sie sich, dass die Deckungssumme hoch genug ist. Bei der ERGO Hundehalter-Haftpflicht ist der Hüter Ihres Hundes beispielsweise mitversichert und die Versicherungssume beträgt bis zu 50 Millionen Euro.

Hundehaftpflicht: wenn der Hund einen Passanten beißt

Und die Schäden können teuer werden, zum Beispiel, wenn der Hund beim Gassigehen einen Passanten beißt. Neben den Behandlungskosten können auch Kosten für den Verdienstausfall und möglicherweise noch für ein Schmerzensgeld hinzukommen. Und was ist, wenn dem Betreuenden selbst von Ihrem Hund ein Schaden zugefügt wird? Sogar hier greift dann wieder Ihre Hundehalter-Haftpflichtversicherung, kurz Hundehaftpflicht genannt. Sonst müssen Sie den Schaden selbst begleichen.

Der ERGO „Haus & Gassi“-Schutz

Übrigens, wenn Sie mit Ihrem Hund auf Reisen sind: Unser „Haus & Gassi“-Schutz beinhaltet für den Hundehalter Schutz bei Schäden am Mobiliar in Hotels, Ferienhäusern und -wohnungen und die Forderungsausfalldeckung: wird der Hund von einem anderen Hund verletzt und muss zum Tierarzt, der fremde Hundehalter ist aber nicht bekannt oder kann die Rechnung nicht bezahlen. Dann tragen wir sogar die Kosten für die Behandlung und eine evtl. Bestattung – bis zu 1.500 Euro. Den zuwählbaren „Haus & Gassi“-Schutz gibt es in dieser Form nur bei ERGO!

Hundebetreuung in der Hundepension

Wenn Freunde oder Verwandte bei der Tierbetreuung im Urlaub nicht einspringen können, sind Hundepensionen eine weitere Möglichkeit. Sie eignen sich vor allem für Hunde, die sich gut mit anderen vertragen. Geben Sie Ihrem Hund am besten die Möglichkeit, diesen Ort vorab kennenzulernen.

Tierfreundliche Pensionen bieten an, dass Gasthunde schon einmal einen Nachmittag oder über Nacht bleiben können. So lernen die Vierbeiner auch gleich, dass sie von Herrchen oder Frauchen wieder abgeholt werden. Bei der Auswahl sollten Sie zudem darauf achten, dass die Hundepension genügend Auslauf und Platz bietet. Dann ist der Hundealltag auch während dieser Art der Urlaubsbetreuung artgerecht und angenehm.

Vor- und Nachteile einer Hundepension

Laut § 11 des deutschen Tierschutzgesetzes muss eine Hundepension eine Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Tierbetreuung besitzen. Diese setzt einen Sachkundenachweis voraus. Das heißt, Ihr Hund befindet sich in geprüfter, professioneller Betreuung. Und hat Anschluss zu anderen Hunden. Das kann positiv sein, aber auch ein gewisses Gefahrenpotenzial bergen, etwa in Form von Ansteckungen oder Raufereien.

Achten Sie darauf, dass die Hundepension eine Wurmkur und einen Impfpass vorschreibt. Eine gute Einrichtung wird auch weitere Informationen und Nachweise über Ihren Hund verlangen, um ihn besser einschätzen zu können. Die Betreuung ist kostenintensiv und kann pro Tag und Größe des Hundes z. B. schon mal 26 bis 39 Euro betragen plus Aufschläge je nach Unterbringungsart. Fellpflege kostet übrigens extra.

Wie erkennt man eine gute Hundepension?

Gute Pensionen haben immer nur ganz wenige – möglichst gleich große – Hunde zusammen in einem Raum und bieten meist ein Beschäftigungsprogramm, vom Spaziergang bis zum betreuten Auslauf. Machen Sie sich rechtzeitig vorab selbst ein Bild, wie die Tiere versorgt werden, indem Sie folgende Dinge beachten:

  • Ist das Areal groß genug?
  • Gibt es getrennte Unterkünfte für Hunde, Katzen und andere Tiere?
  • Sind die Räumlichkeiten freundlich und gepflegt?
  • Wird darauf geachtet, dass die Hunde ihre Ruhephasen haben?
  • Gibt es Extraräume zur getrennten Unterbringung nicht verträglicher Hunde bzw. kranker Tiere?
  • Haben die Hunde genügend Auslauf bzw. werden sie sachgemäß an der Leine ausgeführt?
  • Wie ist das Personal ausgebildet?
  • Erhält der Hund sein gewohntes Futter?
  • In welchem Zustand sind die Zäune? (Verletzungsgefahr)

Übrigens: Wer professionell eine Hundebetreuung anbietet, sollte eine Betriebshaftpflicht- oder eine gewerbliche Tierhalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Fragen Sie danach, bevor Sie Ihre Fellnase dort in Obhut geben.

Hundebetreuung durch Hundesitter

Sogenannte Hundesitter betreuen in der Regel einen oder mehrere Hunde tagsüber. Dabei holen sie den Hund entweder bei Ihnen zu Hause ab oder Sie bringen Ihren Liebling zum Betreuer. Viele Hundesitter bieten aber nicht nur Stunden- oder Tagesbetreuung an, sondern nehmen Ihren Vierbeiner auch während Ihres Urlaubs bei sich auf. Ihr Hund lebt dann in der privaten Wohnung des Hundesitters. Auch hier ist es für den Hund von Vorteil, wenn er den Hundesitter, dessen Zuhause und mögliche eigene Hunde schon vor dem Urlaub kennt. Also am besten ein Probe-Wochenende vereinbaren, um die Kompetenz des Hundesitters zu testen. Auch hier empfiehlt sich: Leinenpflicht bei allen Gassi-Runden.

Vor- und Nachteile der Urlaubsbetreuung durch einen Hundesitter

Ein professioneller Hundesitter, der mehrere Hunde für einen längeren Zeitraum zu Hause betreuen möchte, muss ebenfalls laut § 11 des deutschen Tierschutzgesetzes eine Erlaubnis zur gewerbsmäßigen Tierbetreuung besitzen. Durch die private Unterbringung hat Ihr Hund im Wortsinn „Familienanschluss“. Der Hundealltag wird also am ehesten dem Tagesablauf bei Ihnen zu Hause gleichen.

Auch hier ist in der Regel die Gesellschaft anderer Hunde vorhanden oder möglich. Das kann allerdings, wie bei einer Hundepension auch, ein gewisses Gefahrenpotenzial bergen, etwa in Form von Ansteckungen oder Raufereien. Die Kosten? Sie können 15 bis 30 Euro pro Tag betragen, also vorher informieren und eventuell eine Pauschale vereinbaren.

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Wie erkennt man einen guten Hundesitter?

Es gibt keine gesetzliche Regelung über die Ausübung und Ausbildung zu diesem Beruf. Der Begriff ist nicht geschützt und kann von jedem geführt werden. Umso wichtiger ist es, einen vertrauenswürdigen Hunde- oder Tiersitter zu finden. Am besten hören Sie sich um und lassen sich Empfehlungen geben. Bei der Auswahl sollten Sie sich nach der Qualifikation und den Erfahrungen des Hundesitters erkundigen. Welchen Eindruck macht er auf Sie? Wie baut er die Hundebetreuung in seinen eigenen Alltag ein?

Hat er zumindest einen Hundeführerschein? Hat er weitere Ausbildungen über den Hundeführerschein hinaus? Weiß er über die Fragen rund um die Hundeversicherung Bescheid? Übrigens: Sobald der Betreuer für seine Dienstleistung bezahlt wird, benötigt er eine eigene Hundehalter-Haftpflichtversicherung – unabhängig davon, ob er einen eigenen Hund hat oder nicht.

Das sollten Sie vorher klären und für den Hundesitter dokumentieren:

  • Tierarzt mit Adresse und Telefonnummer
  • Unter welcher Nummer sind Sie im Notfall erreichbar?
  • Darf der Betreuer im Ernstfall selbst Entscheidungen treffen?
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