Vorsorgevollmacht erteilen – so geht’s

Wer regelt Ihre Angelegenheiten, wenn Sie es durch einen Unfall, eine schwere Erkrankung oder im Alter selber nicht mehr können? Sorgen Sie für den Ernstfall vor: Bestimmen Sie mit einer Vorsorgevollmacht, wer für Sie wichtige Entscheidungen treffen darf.

Deshalb sollte jeder eine Vorsorgevollmacht erstellen

Mit einer Vorsorgevollmacht bestimmen Sie, wer welche Dinge für Sie entscheiden und erledigen darf, wenn Sie es selbst nicht können. Passieren kann das jedem, in jedem Alter. Haben Sie keine Vollmacht zur Vorsorge erteilt, liegt es dann nicht in Ihrer Hand, wer wichtige Entscheidungen an Ihrer Stelle fällt.

Das können Sie mit einer Vorsorgevollmacht regeln

Sie können eine Generalvollmacht erteilen oder einzelne Lebensbereiche benennen. Neben der Regelung von Vermögensgeschäften können das auch Wohnungsangelegenheiten oder der Umzug in ein Pflegeheim sein. Bestimmen Sie beispielsweise, ob Ihr Vertreter in medizinische Maßnahmen einwilligen, Ihre Krankenunterlagen einsehen oder Sie gegenüber Behörden und Sozialversicherungsträgern vertreten darf.

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Wo das Gericht mitzureden hat

Eine Generalvollmacht schließt mehrere besonders sensible Bereiche nicht automatisch mit ein. Dies sind insbesondere

  • Einwilligungen in medizinische Maßnahmen oder ärztliche Untersuchungen, durch die sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtern kann oder die lebensgefährlich sein können,
  • die Einwilligung in den Abbruch von lebensverlängernden Maßnahmen,
  • die sogenannten freiheitsentziehenden Maßnahmen – dazu gehören etwa die Unterbringung in einem geschlossenen Pflegeheim, Festschnallgurte sowie das Verabreichen von Beruhigungsmedikamenten.

Sie können Ihren Bevollmächtigten allerdings durchaus in einer auf bestimmte Bereiche bezogenen Vollmacht dazu ermächtigen, in diesen Punkten für Sie zu entscheiden. Allerdings muss dieser bei den drei genannten Punkten die Genehmigung des Betreuungsgerichts einholen.

Darüber hinaus gibt es auch sogenannte höchstpersönliche Angelegenheiten, für die Sie grundsätzlich niemand anders bevollmächtigen können. So darf niemand ein Testament für Sie verfassen oder während Ihrer Notlage dafür sorgen, dass Sie verheiratet werden.

Der D.A.S. Rechtsschutz

Beim maßgeschneiderten D.A.S. Rechtsschutz entscheiden Sie selbst, in welchen Bereichen Sie abgesichert sein möchten: Privat, Beruf, Verkehr oder Wohnen. Sie können beim D.A.S. Rechtsschutz die ausgewählten Lebensbereiche um den leistungsstarken Baustein Service-Plus erweitern. Über diesen erhalten Sie Unterstützung bei der Erstellung einer Vorsorgevollmacht, Betreuungs-, Patienten- oder Sorgerechtsverfügung sowie eines Testaments oder digitalen Nachlasses.

Auswahl des Bevollmächtigten

Bevollmächtigen Sie nur eine Person, der Sie uneingeschränkt vertrauen und von der Sie überzeugt sind, dass sie in Ihrem Sinne handeln wird. Gerade im Bereich der gesundheitlichen Angelegenheiten ist es wichtig, dass diese Person Ihre Lebenseinstellungen teilt. Übrigens: Sie dürfen auch mehrere Personen bevollmächtigen. Legen Sie dabei fest, ob jeder allein entscheiden kann, ob Sie bestimmte Personen für bestimmte Bereiche bevollmächtigen oder ob nur alle gemeinsam handeln dürfen. Lassen Sie Ihre Vorsorgevollmacht vom Bevollmächtigten gegenzeichnen, um sicherzustellen, dass er tatsächlich dazu bereit ist. Sie möchten nicht, dass Ihr Vertreter weiteren Personen gestattet, in Ihrem Namen zu handeln? Dann schließen Sie aus, dass er Untervollmachten erteilen darf. Bevollmächtigen Sie keine Mitarbeiter einer Pflegeeinrichtung, in der Sie wohnen – eine solche Festlegung ist meist unwirksam.

Vorsorgevollmacht erteilen

Was passiert, wenn keine Vollmacht vorliegt?

Ihre Angehörigen sind nicht automatisch Ihre Stellvertreter! Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, setzt das Amtsgericht einen rechtlichen Betreuer ein. Dieser kann, muss aber nicht aus dem Familien- oder Freundeskreis kommen.

Risiko einer Vollmacht

Niemand kontrolliert die Vorsorgevollmacht. Wenn die Vollmacht dies umfasst, vertritt der Bevollmächtigte Sie auch in finanziellen Angelegenheiten, ohne dass jemand überprüft, ob Sie wirklich krank bzw. handlungsunfähig sind. Die Auswahl des Bevollmächtigten ist daher ganz entscheidend.

Form der Vorsorgevollmacht

Diese Eckpunkte gehören in jede Vorsorgevollmacht: Ort, Datum, Vor- und Zuname, Adresse und Geburtsdatum sowie Ihre Unterschrift. Das Gleiche auch vom Bevollmächtigten. Um Zweifeln hinsichtlich der Echtheit Ihrer Vorsorgevollmacht zu entgegnen, können Sie die Vollmacht beglaubigen lassen. Das erledigt die Betreuungsbehörde oder ein Notar. Das Grundbuchamt nimmt Änderungen an Eintragungen von Immobilien nur vor, wenn zumindest eine Beglaubigung der Vollmacht vorliegt. Auch bestimmte Rechtsakte im Zusammenhang mit Unternehmen – etwa die Unterschrift unter den Gesellschaftsvertrag einer GmbH – kann der Bevollmächtigte nur mit Beglaubigung vornehmen. Für eine Vollmacht, die zur Aufnahme eines Verbraucherdarlehens berechtigen soll – zum Beispiel, um Pflegekosten zu finanzieren –, ist in der Regel eine notarielle Beurkundung erforderlich.

Merkblatt Vorkehrungen für Unfall und Krankheit

Mit diesem Merkblatt geben wir Ihnen viele nützliche Tipps zum richtigen Vorgehen, wenn Sie nach schwerer Krankheit, durch Unfall oder im Alter selbst keine eigenen Entscheidungen mehr treffen können.

Bankgeschäfte regeln: Konto- oder Depotvollmacht

Wenn Sie eine Konto- oder Depotvollmacht ausstellen möchten, suchen Sie zusammen mit der bevollmächtigten Person Ihre Bank bzw. Sparkasse auf. Viele Finanzinstitute haben ein eigenes Formular zur Konto- oder Depotvollmacht, das vom Vollmachtgeber und -empfänger unterschrieben werden muss.

Patientenverfügung als Ergänzung

Für medizinische Anweisungen sollten Sie zusätzlich eine Patientenverfügung erstellen. Darin teilen Sie mit, welche medizinische Behandlung Sie wünschen und welche nicht. Die Patientenverfügung ist für Ärzte und Pflegekräfte bindend. Sie sollte jedoch auf Ihre persönliche Situation abgestimmt sein. Mustervordrucke mit Ankreuzkästchen erkennen Ärzte oft nicht an.

Umfassende Vorsorgevollmacht erspart Betreuungsverfügung

Mit einer Betreuungsverfügung legen Sie fest, wen ein Gericht als Betreuer einsetzt, sofern eine Betreuung notwendig ist. Haben Sie in Ihrer Vorsorgevollmacht einen Vertreter in allen Rechtsbereichen benannt, ist eine zusätzliche Betreuungsverfügung nicht notwendig. So lässt sich mit einer umfassenden Vorsorgevollmacht ein gerichtliches Betreuungsverfahren vermeiden.

Checkliste Vorsorgevollmacht

Wem vertrauen Sie uneingeschränkt? Lehnen Sie bestimmte Behandlungen ab? Darf eine bereits bevollmächtigte Person Sie auch in Gesundheitsfragen vertreten? Unsere Checkliste gibt Ihnen Denkanstöße für die Erstellung Ihrer ganz individuellen Vorsorgeverfügungen.

Vorsorgevollmacht zentral registrieren lassen

Eine Vorsorgevollmacht bringt nichts, wenn sie im Ernstfall nicht gefunden wird. Um jederzeit einen Zugriff auf Ihre Vorsorgevollmacht zu gewährleisten, können Sie diese beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer unter   www.vorsorgeregister.de registrieren lassen. Ihre Vorsorgevollmacht können Sie jederzeit ändern oder widerrufen. Auf alle Fälle sollten Sie die Vollmacht regelmäßig überprüfen und wenn nötig aktualisieren. Das kann zum Beispiel erforderlich sein, wenn der Bevollmächtigte selbst erkrankt ist.

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