Aquaplaning – was tun?

Gefährliches Aquaplaning gibt es immer wieder – vor allem im Herbst und Winter. Niki Schelle von „GRIP – Das Motormagazin“ hat in unserem Video die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet.

Niki Schelle

Niki Schelle

Niki Schelle kommt aus dem Motorsport. Seit 1987 nahm er an Rallyes teil, 2006 belegte er den 3. Platz bei der Deutschland Rallye. Er absolvierte eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, die er mit der Meisterprüfung abschloss. Seit 2005 ist er als Autoexperte im TV zu sehen, aktuell als Moderator der Sendung „GRIP – Das Motormagazin“. Hier verrät er, was man bei Aquaplaning tun kann.

Aquaplaning: Was ist das überhaupt?

Es ist eine Schrecksekunde für jeden Autofahrer: Aquaplaning. Bei starkem Regen läuft das Wasser nicht schnell genug von der Fahrbahn ab und kann das Auto für einige Sekunden von der Straße abheben. Die Reifen schwimmen dann auf der nassen Fahrbahn und der Fahrer verliert die Kontrolle über das Fahrzeug.

Was passiert beim Aufschwimmen ganz genau? Die Wassermassen schieben sich wie eine Art Wasserkeil zwischen die Straße und die Autoreifen. Wenn sich sehr viel Regenwasser angesammelt hat, können dies die Reifen schlichtweg nicht mehr verdrängen. Sie verlieren dadurch für kurze Zeit die Bodenhaftung und brechen aus. Der Fahrer verliert in so einem Fall für kurze Zeit die Kontrolle über den Wagen. Dies kann zu schweren Unfällen führen.

Die Gefahr von Aquaplaning ist in Senken oder Spurrillen am größten. Aber generell sollte man bei Starkregen immer mit Aquaplaning rechnen. Wir müssen uns darauf einstellen, dass in Zukunft häufiger Extremwetterereignisse wie Starkregen die Fahrt mit dem Auto, Bus oder Motorrad beeinflussen und gefährlicher machen. Neben dem Aquaplaning werden auch öfter Unterführungen volllaufen und schwer oder gar nicht mehr passierbar sein. Also gut zu wissen, wie man sich dann im Ernstfall verhält.

Nicht stark bremsen, nicht stark lenken!

Wie reagiert man am besten in einer Aquaplaning-Situation? Auf keinen Fall schnell auf die Bremse treten, starke Lenkbewegungen ausführen oder gar am Lenkrad reißen. Denn sonst bricht das Fahrzeug in eine Richtung aus. Ideal wäre, wenn man das Auto einfach ausgekuppelt ausrollen lässt und dabei das Lenkrad gerade hält. Versuchen Sie, Ruhe zu bewahren und abzuwarten, bis Sie fühlen, dass das Fahrzeug wieder Kontakt zur Fahrbahn hat. So können Sie als Verkehrsteilnehmer mit Ihrer Fahrweise eine gefährliche Aquaplaning-Situation am besten in den Griff bekommen. Hektisches Handeln dagegen verschlimmert die Situation nur noch.

Ein wichtiger Tipp für Fahrer von Automatik-Autos: Hier sollten Sie bei Aquaplaning auf keinen Fall die Fahrstufe wechseln. Sie sollten einfach vorsichtig den Fuß vom Gas nehmen, damit keine Motorbremsung erfolgt. Autofahrer reagieren bei Aquaplaning leider oft genau entgegengesetzt. Um zu lernen, wie man bei Aquaplaning richtig reagiert, empfehlen wir ein Fahrsicherheitstraining.

Einfach gut abgesichert

Bei ERGO sind alle wichtigen Leistungen automatisch im Grundschutz enthalten. „Best“ bietet Ihnen dabei alle Möglichkeiten. Wer „Smart“ wählt, kann dagegen bares Geld sparen. Darüber hinaus können Sie Ihren individuellen Bedarf mit zusätzlichen Bausteinen absichern.

Wassermenge und Motordrehzahl: Wie erkennt man Aquaplaning?

Grundsätzlich gilt, bei Starkregen das Autoradio leiser zu drehen, weil man dann sofort hört, wenn die Motordrehzahl plötzlich steigt oder durch die zunehmende Wassermenge der Wasserschwall im Radhaus besonders laut wird. Dies äußert sich durch ein kräftiges Geräusch, weil das Wasser durch den Radkasten rauscht und an den Unterboden knallt. All das sind die ersten Warnsignale für Aquaplaning.

Außerdem sollte man hellhörig werden, wenn die Lenkung sich plötzlich sehr leicht anfühlt. Das bedeutet, dass das Fahrzeug durch die Wasserglätte wie auf einem Wasserfilm rutscht. Auch das kann ein Zeichen für eine Gefahrensituation sein, wie Niki Schelle im Video verrät. Außerdem sollten Sie den Wasserschwall an den Reifen des Vordermanns beobachten. Wenn diese keine Spuren mehr auf der nassen Fahrbahn hinterlassen, kann es schnell brandgefährlich werden! Sollte das Auto ein elektronisches Stabilisierungsprogramm (ESP) haben, dann sollten Sie diese Kontrollleuchte unbedingt im Blick haben. Auch sie kann frühzeitig vor einer Aquaplaning-Situation warnen.

Wie kann man Aquaplaning vorbeugen?

Am besten durch angepasste Geschwindigkeit und vorausschauendes Fahren. Mit einem Tempo deutlich unter 80 km/h ist man bei Starkregen auf der sicheren Seite. Wer bei einer Unwettersituation zu schnell fährt, fordert die Situation nur heraus. Daher: Tempo drosseln!

Niki Schelle von „GRIP – Das Motormagazin“ rät in unserem Video zum Thema Aquaplaning: „Immer auf die Fahrbahn achten! Wenn es Spurrillen gibt, sollte man ein bisschen außerhalb der Mitte fahren.“

Aquaplaning – so reagieren Sie richtig

Niki Schelle, Moderator der Sendung „GRIP – Das Motormagazin“ erklärt, wie man die Gefahr rechtzeitig erkennt und wie man am besten bei Aquaplaning reagiert.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Reifen nicht mehr ganz neu sind. Sie sollten daher immer darauf achten, dass das Reifenprofil bzw. die Profiltiefe mehr als 3,5 Millimeter beträgt. Auch der Reifendruck sollte regelmäßig überprüft und korrekt eingestellt werden. Sowohl zu viel als auch zu wenig Luft begünstigen Aquaplaning. Beim Reifenkauf sollten Sie generell auf gute Nässe-Eigenschaften achten.

Auch die Stoßdämpfer sollten überprüft werden. Denn auch verschlissene Stoßdämpfer können Aquaplaning begünstigen. Das Risiko von Aquaplaning ist bei Fahrzeugen, die durch einen Heckantrieb betrieben werden, besonders hoch. Hier schwimmen die Vorderräder umso schneller auf und das Fahrzeug kann besonders leicht ausbrechen.

Hier die wichtigsten Tipps im Überblick.

Aquaplaning – was tun?

Im Ernstfall Folgendes beachten:

  • Bei Starkregen und in Unterführungen Geschwindigkeit anpassen
  • Spurrillen und Senken meiden
  • Radio leiser – um Warnzeichen besser wahrzunehmen
  • Die Reifenprofiltiefe sollte mehr als 3,5 Millimeter betragen
  • Bei Aquaplaning nicht stark bremsen oder lenken
  • Ruhig abwarten, bis die Reifen wieder Bodenkontakt haben

© RTLZWEI / Foto: Niklas Niessner

3.6
(7)

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Bewerte ihn jetzt mit 1-5 Sternen.

Ihren ERGO Berater vor Ort finden
Vermittlersuche