E-Scooter: Promillegrenzen & Verkehrsregeln

Mehr als 30.000 E-Scooter rollen seit Sommer 2019 durch Deutschlands Straßen. Doch längst nicht jeder kennt die Verkehrsregeln beim Fahren der E-Scooter. Wissen Sie, wie viel Promille erlaubt sind?

Trunkenheit am Lenker ist häufige Unfallursache

Im Januar 2020 verurteilte das Amtsgericht München einen 30-Jährigen zu mehreren Monaten Führerscheinentzug und zu einer Geldstrafe von 2.200 Euro. Grund: Der junge Mann kurvte nach einem Besuch des Oktoberfests mit 1,35 Promille Alkohol im Blut auf einem E-Scooter zurück zu seinem Hotel. Fahruntüchtig und trotzdem am Lenker, das ist seit der Freigabe von E-Scootern in Deutschland im Sommer 2019 ein verbreitetes Phänomen.

Beispiel Köln: Zwischen Juni und November 2019 verursachten E-Scooter-Fahrer nicht nur 84 von insgesamt 104 Verkehrsunfällen (mit 109 Verletzten), knapp ein Drittel von ihnen war auch noch betrunken. Im selben Jahr erwischten Polizisten in München beim Oktoberfest 414 alkoholisierte Personen auf E-Scootern und entzogen 254 von ihnen die Fahrerlaubnis. Mehr noch: Von 21 Unfällen mit Elektrorollern während des Volksfests gingen 13 auf zu hohe Blutalkoholkonzentration zurück, verletzt wurden dabei 15 Menschen. So wie bei allen anderen Verkehrsmitteln ist beim Fahren eines E-Scooters insbesondere eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit wichtig. Daher gibt es auch hier Grenzen für den Alkoholgenuss.

Das Amtsgericht München ordnete den E-Scooter im Prozess gegen den 30-jährigen Wiesn-Besucher als Kraftfahrzeug ein. Somit gelte bei dessen Nutzung die Grenze für die absolute Fahruntüchtigkeit von 1,1 Promille. Das Urteil wurde in letzter Instanz vom Bayerischen Obersten Landesgericht bestätigt – und kann somit wegweisend für künftige Prozesse rund um den E-Scooter und Promillegrenzen sein.

Verkehrsrechtsschutz

Ob auf dem E-Scooter, als Fußgänger, Rad- oder Autofahrer: Aus einer gewöhnlichen Situation im Straßenverkehr kann schnell ein Rechtsstreit entstehen. Dann ist gutes Recht teuer. Beruhigend, wenn Sie sich auf einen starken Verkehrsrechtsschutz verlassen können.

E-Scooter und Promille: Diese Werte gelten

Wer einen E-Scooter im Straßenverkehr benutzt, unterliegt denselben Alkoholgrenzen wie ein Autofahrer. Es gelten also nicht, wie viele denken, beim E-Scooter dieselben Promillegrenzen wie auf dem Fahrrad.

  • 0,5 Promille: Wer von der Polizei mit mehr erwischt wird, für den gilt beim ersten Mal: 500 Euro Bußgeld, 2 Punkte in Flensburg, 1 Monat Fahrverbot (2. Mal: 1.000 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 3 Monate / 3. Mal: 1.500 Euro Bußgeld, 2 Punkte, 3 Monate).
  • Ab 1,1 Promille: liegt eine strafbare Trunkenheitsfahrt vor, die als Straftat mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr und 2–3 Punkten geahndet wird. Mögliche Nebenstrafen: ein bis zu sechsmonatiges Fahrverbot oder Entzug der Fahrerlaubnis.
    Übrigens: Schon ab 0,3 Promille drohen Sanktionen, wenn man den Verkehr gefährdet, Schlangenlinien fährt oder andere Ausfallerscheinungen zeigt oder direkt mit Alkohol am Lenker erwischt wird.
  • 0,0 Promille: gelten für Fahranfänger in der Probezeit des Führerscheins sowie für Fahrer unter 21 Jahren.
    Bei Überschreitung der Grenze drohen 250 Euro Geldstrafe, 1 Punkt, 2 Jahre Probezeitverlängerung und zusätzlich ein Aufbauseminar für Fahranfänger.

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Weitere Verstöße und was sie kosten

Doch nicht nur alkoholisiertes Fahren wird sanktioniert. Der Bußgeldkatalog für E-Scooter ist länger, als man vermuten mag. Einige Beispiele für Ordnungswidrigkeiten und wie hoch die Geldstrafen ausfallen:

  • Fahren auf dem Gehweg oder an anderen verbotenen Stellen: 55 bis 100 Euro, je nach Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer
  • Bei Rot über die Ampel fahren: 60 bis 180 Euro
  • Nebeneinander fahren: 15 bis 30 Euro
  • Blinken vergessen: 10 bis 25 Euro
  • An ein anderes Kraftfahrzeug anhängen: 10 Euro
  • Fahren ohne Versicherungsschutz: 40 Euro
  • Fahren ohne Betriebserlaubnis: 70 Euro

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10 Tipps, wie Sie sicher mit dem Elektroroller fahren

Eine zentrale Unfallstatistik für Deutschland hat das Statistische Bundesamt erstmals Anfang 2021 veröffentlicht. So registrierte die Polizei von Januar bis September 2020 ingesamt 1.570 Unfälle, bei denen es zu Personenschäden gekommen ist. Genaue Zahlen dazu, wie oft Fahrer von E-Scootern mit zu viel Promille gefahren sind, gibt es allerdings noch nicht.

Dass sich insbesondere in Großstädten Unfälle mit E-Scootern häufen, verwundert angesichts der großen Flotten von Sharing-Diensten wenig. So sind allein in Berlin laut einer Studie der Mobilitätsberatung Civity rund 11.000 Elektroroller verfügbar, gefolgt von Hamburg (7.500) und Köln (6.400). Wer sich (ab 14 Jahren) mit dem Elektrokleinstfahrzeug fortbewegen will, sollte folgende Tipps für die eigene Sicherheit beachten:

  • Halten Sie die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h ein.
  • Fahren Sie nur auf Radwegen, Radfahrstreifen und Fahrradstraßen oder alternativ auf der Straße – Fahren auf dem Gehweg ist verboten.
  • Beachten Sie die Alkohollimits und fahren Sie zur Sicherheit immer nur mit 0,0 Promille.
  • Fahren Sie nicht unter Drogeneinfluss.
  • Bei Regen, Schnee oder Glatteis gilt erhöhte Vorsicht.
  • Achten Sie auch auf eine gültige Haftpflichtversicherungsplakette. Für 2021 gilt die Farbe Blau.
  • Testen Sie den E-Scooter als ungeübter Fahrer vorher auf einem geschützten Platz.
  • Tragen Sie helle Kleidung und einen Helm, auch wenn keine Helmpflicht gilt.
  • Achten Sie auf funktionierende Bremsen, Beleuchtung und Klingel.
  • Eine Unfallversicherung bietet Ihnen zusätzlichen Schutz.

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Ausführliche Infos für sichere Fahrten mit dem E-Scooter finden Sie auch in unserem Beitrag Mit dem E-Scooter unfallfrei ans Ziel.

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