Ganzjahresreifen – die Alternative zum Reifenwechsel?

Der alljährliche Wechsel von Sommerreifen und Winterreifen gehört zu den unvermeidlichen Auto-Ritualen. GRIP Experte Niki Schelle erklärt im Video, worauf es beim Reifenwechsel ankommt und ob sich Ganzjahresreifen (Allwetterreifen) anbieten.

Die Winter waren früher vielleicht strenger. Trotzdem müssen Autofahrer in den hiesigen Breiten immer noch jedes Jahr aufs Neue mit winterlichen Straßenverhältnissen rechnen. Sobald das der Fall ist, dürfen Autos nur mit speziellen Winterreifen unterwegs sein.

Oder man nutzt zugelassene Ganzjahresreifen (Allwetterreifen), die man am Alpine-Symbol erkennt: einem Bergpiktogramm mit Schneeflocke.

Expertentipp

Niki Schelle, Moderator der Sendung GRIP – Das Motormagazin, gibt Tipps zum Reifenwechsel.

In diesen Fällen lohnen sich Ganzjahresreifen

Ganzjahresreifen können eine gute Alternative zu Sommer- und Winterreifen sein. Mit Ganzjahres- oder Allwetterreifen, die das Alpine-Symbol tragen, haben Sie auch bei winterlichen Verhältnissen gesetzlich zulässige und funktionale Reifen. Wenn Sie überwiegend in der Stadt fahren, reicht ein guter Ganzjahresreifen bei normalem Winterwetter aus. Und in vielen Regionen Deutschlands sind die Winter in den letzten Jahren sehr mild ausgefallen. Sollte eine Fahrt in den Skiurlaub geplant sein, sollte jedoch besser auf einen klassischen Winterreifen zurückgegriffen werden.

Besonders geeignet für Ganzjahresreifen sind Zweitwagen. Sie können bei ungewöhnlich winterlichen Straßenverhältnissen einfach stehen gelassen werden.

Sie möchten persönlich informiert werden?

Dann wenden Sie sich an Ihren vertrauten Partner für Versicherungsfragen.
Sie haben noch keinen Ansprechpartner? Hier finden Sie sofort den richtigen Kontakt in Ihrer Nähe.
Unsere Experten sind gern für Sie da!

Zum Vermittler

Mit Ganzjahresreifen ersparen Sie sich die Wartezeiten für den Reifenwechsel in der Werkstatt, die Kosten für eine Zwischenlagerung der Sommer- und Winterreifen sowie die Kosten für den eigentlichen Wechsel.

Die Kosten für den Reifenwechsel sind insbesondere bei Fahrzeugen mit direktem Reifendruckkontrollsystem deutlich angestiegen. Denn für die Werkstätten bedeutet der Reifenwechsel bei Reifen mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS oder Tire Pressure Monitoring System) einen erhöhten Aufwand.

Bereits seit November 2014 sind direkt oder indirekt messende Reifendrucksensoren für neu zugelassene Pkw Pflicht. Die automatische Überwachung des Reifendrucks dient dem Umwelt- und Unfallschutz.

Ganzjahresreifen

Sommer- und Winterreifen vs. Ganzjahresreifen

Sommerreifen kommen durch eine härtere Gummimischung und ein spezielles Profil besser mit hohen Temperaturen und Beeinträchtigungen durch Regennässe zurecht als Winterreifen. Winterreifen wiederum bieten mit ihrem Lamellenprofil bei winterlichen Straßenverhältnissen den besseren Grip als Ganzjahresreifen (Allwetterreifen).

Da Ganzjahresreifen auch im Sommer genutzt werden und dann ganz andere Herausforderungen als im Winter an den Gummi gestellt werden, sind sie in der Konstruktion immer ein Kompromiss: In der Gummimischung und im Reifenprofil werden die jeweiligen Besonderheiten für Sommer und Winter kombiniert. Dabei sind manche Ganzjahresreifen eher an Winterreifen angelehnt, andere mehr an Sommerreifen.

Beim Bremsweg auf trockenem Belag und beim Aquaplaning haben Ganzjahresreifen gegenüber optimierten Sommerreifen das Nachsehen. Auch der Verschleiß ist bei den im Vergleich weicheren Ganzjahresreifen höher. Auf Schnee, Reif und Eis wiederum sind die Allwetterreifen den Winterreifen unterlegen – denn sie haben zwar Lamellen, doch in geringerem Ausmaß.

Niki Schelle rät von Allwetterreifen eher ab:
„Für mich sind sie keine gute Alternative. Auf Schnee und Eis funktionieren sie nicht so gut wie Winterreifen. Und im Sommer bei Aquaplaning sind sie ebenfalls nicht so zuverlässig wie die klassischen Sommerreifen. Die Verschleißgrenze ist auch schnell erreicht, weil man ja im Sommer doch etwas zügiger fährt.“

Kfz-Versicherung abschließen und BMW i3 gewinnen!

Hohe Qualität und Zuverlässigkeit: Mit der ERGO Kfz-Versicherung können Sie auf starke Leistungen zählen. Aber wer sagt denn, dass Sie nicht trotzdem sparen können?

Und unter allen Neuabschlüssen bis zum 31.12.2018 verlosen wir einen BMW i3. Weitere Infos zum Gewinnspiel, sowie die Teilnahmebedingungen finden Sie hier.

Doch wann ist dann der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel?

Die Straßenverkehrsordnung schreibt Winterreifen bei winterlichen Straßenverhältnissen vor. Der Wintereinbruch kommt manchmal schneller als erwartet. Deshalb gilt der Merksatz: von O bis O. Sprich: Wenn man in der Zeit von Oktober bis Ostern mit Winterreifen fährt, ist man auf der sicheren Seite.

Zulässige Winterreifen

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Winter- und Sommerreifen? Winterreifen unterscheiden sich in der Konstruktion der Lauffläche von Sommerreifen. Sie sind von wesentlich mehr Profileinschnitten durchzogen. Diese vielen kleinen Lamellen verzahnen sich mit Schnee oder Eis und wirken so der Rutschgefahr entgegen.

Die weit verbreitete „7-Grad-Regel“, nach der man am besten schon ab Temperaturen von sieben Grad Celsius Winterreifen aufziehen sollte, wird von vielen Fachleuten jedoch abgelehnt. Der Grund: Nicht nur die Temperatur, sondern auch die Fahrbahnverhältnisse, etwa eisig oder glatt, haben maßgebliche Auswirkungen auf den Reifengrip.

Winterreifen erkennen Sie an der Alpine-Kennzeichnung, die an den Reifenflanken eingeprägt ist. Sie wird durch eine Bergsilhouette mit Schneeflocke symbolisiert. Diese Kennzeichnung ist seit dem 1. Januar 2018 maßgeblich und löst die bis dahin ausreichende M+S-Kennzeichnung (Abkürzung für Mud & Snow = Matsch & Schnee) ab.

Es gilt allerdings noch eine Übergangsfrist: Reifen, die nur das M+S-Symbol tragen und bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt wurden, dürfen noch bis zum 30. September 2024 verwendet werden.

Den Produktionszeitraum eines Reifens erkennen Sie an der sogenannten DOT-Nummer auf der Reifenflanke: Die ersten beiden Ziffern geben die Produktionswoche an, die letzten beiden das Produktionsjahr. Ein M+S-Reifen mit der DOT-Nummer 0118 wäre also nicht mehr zulässig, da er vom Januar 2018 stammt.

Automobilclubs und Reifenhersteller empfehlen für Winterreifen mindestens vier Millimeter Profiltiefe. Zudem sollte ein Winterreifen laut ADAC nicht älter als 6 Jahre sein.

Kennzeichnung für Winterreifen

Diese Sanktionen drohen bei Verstößen gegen die Winterreifenpflicht

Wenn Sie bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen erwischt werden, droht ein Punkt in Flensburg und ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro. Den einen Punkt Strafe erhalten Sie auch bei der Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, das Bußgeld steigt dann auf 80 beziehungsweise 100 Euro an. Bei einem Unfall sind es sogar 120 Euro.

Fazit: Bei extremen Wetterlagen bieten spezialisierte Sommerreifen und Winterreifen mehr Sicherheit im Vergleich zu Ganzjahresreifen. Falls Sie jedoch in Regionen mit moderateren klimatischen Verhältnissen unterwegs sind, können Ganzjahresreifen eine Alternative sein.

Beachten sollten Sie dann nur, dass Ihre Jahreskilometerleistung nicht zu hoch ist. Da sich die im Vergleich zu Sommerreifen weicheren Ganzjahresreifen stärker abnutzen, könnten die finanziellen Vorteile durch den ersparten Wechsel wieder aufgehoben werden. Einige Automobilexperten sehen diese Grenze bei rund 14.000 Jahreskilometern.

Die schnelle Frage zum Thema:

Wechseln Sie noch regelmäßig von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt?

Wechseln Sie noch regelmäßig von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt?

Beratung in Ihrer Nähe
Vermittlersuche VERMITTLERSUCHE

Nichts mehr verpassen!

Unser Erinnerungsservice für Sie - damit Ihnen kein Beitrag unseres Online-Magazins und kein Gewinnspiel entgeht:
Jetzt ERGO Newsletter abonnieren!