Kinder und Kindersitz richtig anschnallen – so fährt Ihr Kind sicher Auto

Rund die Hälfte aller Kinder unter zwölf Jahren ist im Auto nicht richtig gesichert. Dies haben Unfallforscher festgestellt. Lesen Sie hier, wie Sie Ihr Kind und den Kindersitz rundum gut und sicher anschnallen.

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Fehler werden beim Führen des Gurtes gemacht

Insgesamt 1.042 Menschen mit im Auto gesicherten Kindern wurden im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft beobachtet und befragt, um ihr Sicherheitswissen und Verhalten zu überprüfen. Das Ergebnis: Etwa die Hälfte aller Kinder unter zwölf Jahren ist im Auto nicht richtig gesichert! 60 Prozent sogar so falsch, dass das Kind bei einem Unfall möglicherweise schwer verletzt würde. Die häufigsten festgestellten Fehler betrafen die Führung des Gurtes bei der Befestigung der Babyschale oder des Kindersitzes im Auto.

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Kindersitz anschnallen: Experten raten zu Isofix

Eltern (und Großeltern) sollten sich gut informieren, bevor sie eine Babyschale oder einen Kindersitz kaufen, denn beim Einbau ist besondere Sorgfalt angesagt. Starre, sogenannte Isofix-Sitze sind zwar in der Anschaffung teurer, die Befestigung für den Kindersitz gilt dafür aber als besonders sicher. Isofix arbeitet mit stabilen Haken unten am Kindersitz, die Sie mit Ösen, die direkt an der Karosserie des Fahrzeugs befestigt sind, verbinden. Die Halteösen für Isofix befinden sich in der Fuge zwischen der Rücksitzlehne und der Sitzbank. Das Risiko der von den Unfallforschern gefundenen Fehlbedienung beim Anschnallen wird so deutlich verringert.

Seit 2014 haben nahezu alle Fahrzeuge die Isofix-Norm. Für ältere Modelle gibt es Nachrüstsets. Wenn Sie keinen Isofix-Sitz nutzen, schnallen Sie den Sitz mit dem Gurt an. Hier ist besonders wichtig, dass Sie den Gurt sorgfältig durch die Führungsschlitze des Kindersitzes legen. Dies wird häufig falsch gemacht. Das Kind selbst wird dann in jedem Sitz mit den Gurten am Kindersitz angeschnallt. Eine Ausnahme sind Modelle für ältere Kinder: In ihnen schnallen Sie Kindersitz und Kind gemeinsam an.

Welcher Kindersitz passt für welches Alter?

Aktuell gibt es zwei verschiedene Kindersitz-Normen: In der älteren UN ECE Reg. 44 sind Klassen von 0 für Babys bis III für größere Kinder definiert, die sich am Gewicht orientieren. In der neuen UN ECE Reg. 129 – auch i-Size genannt – geben die Hersteller stufenlos die Körpergröße (und manchmal auch das Gewicht) für die richtige Sitzverwendung an.

Die Kindersitz-Normen: von UN ECE Reg. 44 (alt) zu UN ECE Reg. 129 (neu)

ECE Reg. 44

(alte Norm)

  • Gewichtsgruppe
  • Vorwärtsfahren ab 9 kg möglich
  • Befestigung mit Gurt oder Isofix

Gruppe 0

  • ab Geburt bis 13 kg

Gruppe I

  • 9 bis 18 kg

Gruppe II

  • 15 bis 25 kg

Gruppe III

  • 22 bis 33 kg

ECE Reg. 129 (i-Size)

(neue Norm)

  • stufenlose Einteilung nach Körpergröße in cm
  • Rückwartsfahren bis 15 Monate
  • bis 105 cm Größe nur mit Isofix
  • Befestigung mit Gurt oder Isofix

Testen Sie, ob der Kindersitz für Ihr Auto passt!

Nicht jede Babyschale und jeder Kindersitz sind für jedes Auto geeignet. Informieren Sie sich vor dem Kauf, ob die „Passung“ stimmt. Wer unsicher ist, fährt am besten direkt mit dem Auto zu einem Fachhändler und lässt sich dort beraten, empfiehlt die Stiftung Warentest. Wer sparen möchte, hält nach Vorgängermodellen von qualitativ hochwertigen Produkten Ausschau. Viele hilfreiche Tipps gibt der ADAC Kindersitz-Berater.

Kindersitz anschnallen

Kinder anschnallen: Fünf-Punkt-Gurt oder Drei-Punkt-Gurt?

Sind Schale oder Autositz fach- und herstellergerecht im Auto verankert, stellt sich gleich die nächste Frage: Wie ist das Kind bestmöglich in der Schale oder im Sitz gesichert? Dabei kommt es auf die Gurtsysteme an. Sogenannte Fünf-Punkt-Gurte verlaufen über beide Schultern, beide Hüften und den Bauch. Drei-Punkt-Gurte lassen die Hüfte aus und sind daher erst für größere Kinder geeignet, die schon gut und aufrecht sitzen können. Erst dann ist die Gefahr gebannt, seitlich aus dem Schultergurt zu schlüpfen. Dies ist laut ADAC meist erst ab 4 bis 5 Jahren der Fall.

Die Anschnall-Gurte im Kindersitz dürfen nicht zu locker zu sein

Oft sind die Gurte, mit denen die Kinder in den Sitzen angeschnallt sind, nicht fest genug angezogen. Ob aus Gründen der Gemütlichkeit, der Zeitnot oder einfach, weil die Fahrtstrecke nur kurz ist – viel zu häufig gerät die nötige Sorgfalt beim Anschnallen in den Hintergrund. Deshalb ist es ratsam, gerade bei Autofahrten mit kleineren Kindern grundsätzlich genug Zeit einzuplanen, um den Nachwuchs in aller Ruhe anschnallen zu können. So sollen die Gurtschlösser hörbar einrasten und die Gurte möglichst eng anliegen. Das heißt, der Gut soll straff am Körper des Kindes sitzen, sodass höchstens zwei Finger zwischen Gurt und Körper passen (etwa 1 cm).

Kinder richtig anschnallen im Winter

Weil die Sicherheitsgurte wirklich straff am Körper sitzen müssen, sollten dicke Winterjacken vor dem Anschnallen ausgezogen werden. Sonst verhindern die Luftpolster in der Jacke ein wirklich sicheres Anschnallen des Kindes. Durch die Wucht eines Unfalls wird die Luft aus der Jacke gepresst, der Gurt ist dadurch viel zu locker und kann das Kind nicht mehr sicher halten. Damit die Kleinen in ihrem Sitz im Winter trotzdem nicht frieren, kann zum Beispiel die Jacke oder noch besser eine kuschelige Decke über den Oberkörper gelegt werden, solange es im Auto noch kalt ist.

Gerade in der dunklen Jahreszeit bekommt das Plädoyer für mehr Zeit beim Anschnallen noch mal eine besondere Bedeutung: Wer zehn Minuten mehr für die Fahrt zum Kindergarten, in die Schule und zur Arbeit einplant, macht sich selbst und den Kindern ein kostbares Geschenk. Denn nicht nur haben Klein und Groß einen schönen und entspannten Start in den Tag, sondern auch das Unfallrisiko durch Hektik, Stress oder überhöhtes Fahrtempo wird kleiner.

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Vorwärts oder rückwärts: In welche Richtung fährt das Kind am besten?

Die Allerkleinsten fahren in ihren Schalen grundsätzlich rückwärtsgerichtet. So ist der Halsbereich der Babys bei einem Frontalcrash am besten geschützt und die Belastung des Aufpralls wird breitflächiger auf den Rücken des Kindes übertragen. Zu den rückwärtsgerichteten sogenannten „Reboarder“-Kindersitzen gehören vor allem die Babyschalen. Bei Kindersitzen nach der neuen UN ECE Reg. 129 sind Reboarder bis 15 Monate sogar Vorschrift. Bei Reboarder-Systemen über 13 kg Körpergewicht kann es Probleme mit dem etwas komplizierteren Einbau geben – das gilt jedoch nicht für Kindersitze mit Isofix-Befestigung.

Der sicherste Platz für den Kindersitz im Auto

Wo im Auto ist der sicherste Platz für den Kindersitz? Der ADAC empfiehlt, für die Kindersicherung ausschließlich die Autorückbank zu wählen. Nur in absoluten Ausnahmefällen sollte es der Beifahrersitz sein und dann muss unbedingt immer – egal, welche Art des Kindersitzes eingebaut ist – der Beifahrer-Airbag deaktiviert werden!
Auf der Rückbank selbst ist übrigens der Platz hinter dem Beifahrersitz der ideale Ort für Babyschalen oder Kindersitze. Warum? Weil Eltern so ihr Baby oder Kind immer in Ruhe und ungestört vom Gehweg aus an- und abschnallen können.

Pflicht zum Kindersitz bis wann?

Grundsätzlich gilt: Kinder bis zum 12. Lebensjahr müssen bei allen Autofahrten mit einem ihrem Gewicht entsprechenden System gesichert werden. Sind sie mindestens 150 cm groß, dürfen sich Kinder auch schon mit einem Dreipunktgurt wie Erwachsene sichern.

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