Sekundenschlaf: Ursachen und Warnsignale

Sind Ihnen bei einer längeren Autofahrt schon einmal die Augen zugefallen? Sekundenschlaf ist im Verkehr lebensgefährlich. Lesen Sie hier, wie Sie Schlafattacken vorbeugen können.

Was ist Sekundenschlaf?

Gerade bei längeren Fahrten möchte man Stauzeiten vermeiden. Um nicht viele Kilometer in der Autoschlange zu stehen, fährt man dann in aller Frühe oder mitten in der Nacht los. Um möglichst früh am Ziel zu sein, wird auch noch der ein oder andere Rastplatz ausgelassen. Zum Ausspannen – so glaubt man – ist ja nach der Ankunft noch genug Zeit. Wer allerdings seinen Schlafrhythmus unterbricht und sich dann noch stundenlang ohne Pause auf die Autobahn begibt, lebt gefährlich. Übermüdung senkt die Konzentrationsfähigkeit und Reaktionszeit. Schnell lebensgefährlich wird es, wenn dann der Sekundenschlaf eintritt.

Beim Sekundenschlaf, auch Mikroschlaf genannt, schlafen Menschen kurzzeitig ein, obwohl sie sich eigentlich im Wachzustand befinden sollten. Das kann so schnell gehen, dass ein Betroffener noch nicht einmal bewusst merkt, dass er gerade weggenickt ist.

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Müdigkeitsattacken: Gefahr im Straßenverkehr

Laut ADAC wird jeder vierte tödliche Verkehrsunfall mit einem Pkw durch einen kurzzeitig eingeschlafenen Autofahrer herbeigeführt. Ähnlich sieht es bei Lkw-Fahrern aus: Jeder sechste schwere Unfall mit einem Lkw wird durch einen übermüdeten Kraftfahrer verursacht.

Übrigens: Wenn der Sekundenschlaf zu einer Gefährdung des Verkehrs oder anderer Verkehrsteilnehmer führt, muss der Fahrer nach § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe sowie dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.

Wer sich müde ans Steuer setzt, erhöht sein Unfallrisiko dramatisch – ähnlich wie wenn jemand zu viel Alkohol trinkt. Das gilt nicht nur im Auto, sondern auch für das Führen von schweren Maschinen und bei anderen verantwortungsvollen Tätigkeiten, in denen Wachsamkeit und Konzentration gefordert sind.

Welche Sekundenschlaf-Ursachen gibt es?

Schlafmangel ist die häufigste Sekundenschlaf-Ursache. Wer mehrere Tage zu wenig schläft, muss damit rechnen, dass der Körper dieses Defizit irgendwann nicht mehr verkraften kann. Verstärkt wird das Risiko für Sekundenschlaf, wenn dazu noch monotone Tätigkeiten ausgeführt werden. Und dazu zählen lange Nachtfahrten auf gerader, leerer Strecke. Und das ist besonders tückisch. Wenn man von Erschöpfung geplagt nur noch das Lenkrad gerade halten und das Gaspedal durchdrücken muss, überschätzt man leicht, wie groß die Gefahr ist, einfach wegzunicken. Aber auch am helllichten Tag kann einen eine plötzliche Schläfrigkeit überkommen, wenn man seinen Schlaf vernachlässigt hat oder überarbeitet ist.

Auch viele Medikamente erzeugen Tagesmüdigkeit als Nebenwirkung. Gerade bei Mitteln, die man zum ersten Mal verschrieben bekommt, ist Vorsicht geboten: Es ist wichtig, sich über mögliche Nebenwirkungen zu informieren, bevor man sich bei Medikamenteneinnahme ans Steuer setzt.

Sekundenschlaf - Ursachen und Warnsignale

Sekundenschlaf: Diese Risikogruppen sind besonders gefährdet

Sekundenschlaf kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind jedoch Berufskraftfahrer, also Lkw-Fahrer, Taxifahrer, Busfahrer und Lieferanten. Jeder, der viele Stunden am Stück fahren muss, sollte deshalb besonders darauf achten, genügend Schlaf zu bekommen.

Berufspendler, die täglich mit dem Auto zur Arbeit müssen und meist die immer gleiche Strecke fahren, sind ebenfalls stärker gefährdet, unvermittelt am Steuer einzuschlafen. Das gilt auch für Schichtarbeiter, die zu unterschiedlichen Tag- und Nachtzeiten arbeiten müssen, oder Personen, die unter Schlafstörungen leiden.

Auch Krankheiten oder Atmungsstörungen können Sekundenschlaf-Ursachen sein. Wer an einer Schlafstörung wie Narkolepsie leidet, sollte sich nur nach ärztlicher Rücksprache hinters Lenkrad setzen. Besonders gefährdet, am Steuer einzunicken, sind auch Betroffene von Schlafapnoe. Laut EU-Recht dürfen Menschen mit Schlafapnoe nur bei erfolgreicher ärztlicher Behandlung Kraftfahrzeuge bedienen.

Diese Anzeichen für Müdigkeit müssen Sie ernst nehmen

Meist ist man sich bewusst, wenn man sehr müde ist. Allerdings ist es gerade im Straßenverkehr wichtig, Warnsignale zu kennen, um rechtzeitig reagieren zu können. Folgende Anzeichen sollten Sie ernst nehmen:

  • Häufiges Gähnen
  • Vermehrtes Blinzeln
  • Ihre Gedanken schweifen ab: Sie übersehen Verkehrszeichen und Ausfahrten
  • Unruhe oder Nervosität
  • Kältegefühl

Bemerken Sie Schwierigkeiten, die Fahrspur zu halten, oder fallen Ihnen sogar schon die Augenlider zu, ist es allerhöchste Zeit, den nächsten Rastplatz anzusteuern und eine Ruhepause einzulegen.

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So vermeiden Sie Übermüdung am Steuer

Gerade wenn es um eine längere Autofahrt geht, sollte man sich gut vorbereiten: In den Tagen zuvor sollte man ausreichend schlafen und schon vor Fahrtbeginn gezielt Zwischenstopps einplanen. Schon eine Pause von 30 Minuten kann reichen, um seine Konzentration wiederherzustellen. In der Pause kann man sich zusätzlich mit Essen und Trinken stärken oder auch ein Powernap, also ein kurzes Nickerchen, machen, um wieder Kraft zu tanken.

Hat man einen Beifahrer, helfen oberflächliche Unterhaltungen dabei, länger wach zu bleiben, ohne die nötige Konzentration auf den Straßenverkehr zu behindern. Ein aufmerksamer Nebenmann kann zudem oft besser einschätzen, wann Zeit für eine Pause ist. Berufskraftfahrer müssen die gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Ruhepausen einhalten.

Auch Wärme oder Kälte können Müdigkeit verursachen. Die Temperatur im Wagen sollte etwa 21 Grad betragen.

In neueren Autos warnen teilweise Assistenzsysteme, wenn der Fahrer droht, einzunicken oder die Spur nicht mehr halten kann. Dies kann die Sicherheit erhöhen, man sollte sich darauf aber nicht vollständig verlassen.

Kaffee und Energydrinks können eine trügerische Sicherheit vermitteln. Der Energiegewinn durch Koffein hält nur kurz an und kann in plötzliche Müdigkeit umschlagen. Nichts ersetzt regelmäßige Ruhepausen, wenn es um die Verhinderung der Sekundenschlaf-Ursachen geht.

Auf einen Blick: die wichtigsten Tipps gegen Sekundenschlaf im Auto

  • Gute Vorbereitung ist das Wichtigste bei einer langen Autofahrt. Sorgen Sie dafür, vorher ausreichend zu schlafen, und rechnen Sie bei der Streckenplanung Pausenzeiten ein.
  • Achten Sie auf Zeichen beginnender Übermüdung: Gähnen, abschweifende Gedanken, innere Unruhe.
  • Wenn Sie Zeichen fortgeschrittener Müdigkeit bemerken (Spurhalten wird schwieriger, Augen fallen zu, Verkehrszeichen übersehen), unterbrechen Sie so bald wie möglich die Fahrt!
  • Auch bei leichter Müdigkeit auf der Autobahn sollten Sie möglichst den nächsten Rastplatz ansteuern. Machen Sie auf dem Parkplatz ein wenig die Augen zu und bringen Sie vor der Weiterfahrt Ihren Kreislauf mit ein paar Übungen in Schwung.
  • Kaffee kann nur kurzzeitig helfen und keinen Schlaf ersetzen. Verlassen Sie sich also nicht auf Koffein.
  • Regulieren Sie die Temperatur im Wagen auf ein angenehmes Maß.
  • Unterhaltungen mit den Beifahrern können die Wachsamkeit erhöhen. Weisen Sie ihre Mitfahrer auch an, auf Zeichen von Müdigkeit beim Fahrer zu achten.
  • Vorsicht bei Medikamenten am Steuer: Wenn bei den Nebenwirkungen Müdigkeit und Schläfrigkeit angegeben sind, ist höchste Vorsicht geboten.
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