Wildunfall – was tun?

Ungefähr 750-mal am Tag stoßen in Deutschland Autos mit Wildtieren zusammen. Wo lauern die größten Gefahren? Und was ist zu tun bei einem Wildunfall? Niki Schelle von GRIP – Das Motormagazin beantwortet im Interview mit ERGOimpulse die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wildschaden: Im Herbst ist Hochsaison

Wenn die Tage kürzer werden, beginnt auf Deutschlands Straßen die Hochsaison der Wildunfälle. Im Herbst steigt die Zahl deutlich, vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung. Erst nach den Wintermonaten geht sie wieder zurück. Die Versicherungen registrierten 2017 insgesamt 275.000 Pkw-Unfälle mit Rehen, Wildschweinen und anderen Wildtieren. Statistisch gesehen gibt es also fast alle zwei Minuten einen Wildunfall, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Da einige Kraftfahrzeughalter über keine Kaskoversicherung verfügen, sind deren Unfälle in diesen Zahlen nicht enthalten. 2017 wurden auf Deutschlands Straßen 2.551 Unfälle mit Personenschaden gezählt, zehn Menschen kamen dabei ums Leben.

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Niki Schelle, Moderator der Sendung GRIP – Das Motormagazin, erklärt, worauf man nach einem Wildunfall achten sollte.

Warnschild beachten und bremsbereit sein!

Wildwechselschilder markieren zwar die bekannten Wege von Rotwild und Co. Doch viele Autofahrer unterschätzen die Gefahr und ignorieren das Warnschild. In bewaldeten Gebieten sollte die Regel stets lauten: Fuß vom Gas und bremsbereit sein! Und das auch bei gutem Wetter! Die Geschwindigkeit des Pkw ist der entscheidende Faktor für den Schaden, der bei einem Wildunfall entsteht. Und das an Mensch, Tier und Auto. Ein Reh, das nur 20 Kilogramm wiegt, hat schon bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde eine Wirkung von 500 Kilogramm. Ein Wildschwein prallt bei 60 Stundenkilometern mit rund 3,5 Tonnen auf das Auto. Und nicht vergessen: Auch Ausweichmanöver können schwerwiegende Folgen haben!

Widrige Straßenverhältnisse = längerer Bremsweg

Niki Schelle von GRIP – Das Motormagazin warnt: „Im Herbst muss man als Autofahrer einfach mit Wildwechsel rechnen – besonders in der Morgen- oder Abenddämmerung! Deshalb ist es in dieser Zeit besonders wichtig, vorsichtig und vorausschauend zu fahren!“ Zu berücksichtigen sind im Herbst auch widrige Straßenverhältnisse wie Regen und schlechte Sicht, die zu einem längeren Bremsweg führen.
Autofahrer wissen oft zu wenig über Wildwechsel und das richtige Verhalten bei drohender Kollision. Auch der Schock, plötzlich ein Tier auf der Fahrbahn zu sehen, führt häufig zu vermeidbaren Fehlern. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Wildunfall:

Der richtige Schutz für Sie und Ihr Auto

Mit der ERGO Kfz-Versicherung „Smart“ oder „Best“ erleben Sie im Ernstfall keine bösen Überraschungen. Denn bei uns sind alle wichtigen Leistungen serienmäßig enthalten und gehen über den Standard hinaus. Zusätzlich können Sie Ihren individuellen Bedarf mit weiteren Bausteinen absichern. Unser Produkt „Best“ bietet Ihnen dabei alle Möglichkeiten. Wer „Smart mit stärkerer Rückstufung im Schadensfall“ wählt, kann dagegen bares Geld sparen.

Wildunfall vermeiden

1. Worauf müssen Fahrer achten?

Ab Ende September sollten Sie besonders vorausschauend fahren: Die Sicht ist durch die früher einsetzende Dunkelheit eingeschränkt und viele Tiere begeben sich auf die Suche nach einem Winterquartier. Haben Sie ein Warnschild passiert, das auf Wildwechsel hinweist, dann sollten Sie bremsbereit sein. Ein besonderes Risiko für Wildunfälle birgt auch die Phase der Zeitumstellung Ende März: Dann liegt der morgendliche Berufsverkehr wieder in der Dämmerungsphase, in der das Wild aktiver ist als bei Tageslicht. Fahrer sind oft aufgrund der Zeitverschiebung weniger konzentriert. Im April sind Wildtiere wieder verstärkt auf Futtersuche.

Warnschild Wildwechsel

2. Wildunfälle: Wo lauert die Gefahr?

Wildunfälle können prinzipiell überall passieren. Die bekannten Pfade der Tiere sind oft mit Wildwechselschildern versehen. Darüber hinaus ist Vorsicht geboten auf Straßen, die durch Waldgebiete führen, an Waldgrenzen und an Feldrändern. Besonders aktiv sind Wildtiere während der Morgen- und Abenddämmerung sowie nachts, wenn sie sich sicher fühlen. Auch zur Paarungszeit, die je nach Tierart in unterschiedliche Monate fällt, bewegt sich Wild mehr als gewöhnlich.

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Hupen bei Wildwechsel

3. Wie verhalte ich mich richtig, wenn Wild auftaucht?

Plötzlich steht ein Tier am Straßenrand oder auf der Fahrbahn! Was jetzt?
Schelle: „Als Allererstes sollte man das Fernlicht ausschalten, dann bremsen und hupen. Somit hat das Reh Zeit, einen Fluchtweg zu finden. Auf jeden Fall niemals in den Gegenverkehr lenken! Sonst Niki „Als Allererstes sollte man das Fernlicht ausschalten, dann bremsen und hupen. Somit hat das Reh Zeit, einen Fluchtweg zu finden.“ Von Ausweichmanövern rät Schelle ab: „Auf jeden Fall niemals in den Gegenverkehr lenken! Sonst riskiert man einen Aufprall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer oder donnert gar gegen einen Baum!“ Ist das Tier nach Abblenden, Hupen und Bremsen verscheucht, gilt es, dennoch weiter bremsbereit zu sein. Am Straßenrand könnten noch weitere Wildtiere auftauchen, die dem ersten Tier folgen. Wichtig: Laut Rechtsprechung ist es nicht verhältnismäßig, für sogenanntes Niederwild (Hasen, Katzen und andere Kleintiere) eine Vollbremsung auszuführen. Zudem besteht hier die Gefahr, dass es dabei zu einem Auffahrunfall mit einem Fahrzeug hinter Ihnen kommen kann.

Richtiges Verhalten nach Wildunfall

4. Was tun, wenn es doch zu einem Wildunfall kommt?

Nach einem Wildunfall zuallererst die Unfallstelle absichern, die Warnweste anziehen und dann die Notrufnummer 110 wählen. Totes Tier an den Straßenrand schaffen, um weitere Unfälle zu verhindern. Achtung, Tollwutgefahr! Nach Möglichkeit das Tier nicht mit bloßen Händen berühren. Auf keinen Fall darf bei einem Wildschaden das Tier mitgenommen das Tier mitgenommen werden! Auch nicht, um es zu einem Tierarzt zu bringen: Dies erfüllt den Tatbestand der Wilderei!

Gut zu wissen!

Mit der ERGO Kfz-Versicherung mit Teilkasko sind Sie gegen Schäden durch Zusammenstoß mit allen Tieren versichert.

Haarwild (Fuchs)

5. Wildschaden: Welche Tiere zählen zum Haarwild?

Verfügen Sie über eine Teilkaskoversicherung, kann es bei einem Wildschaden entscheidend sein, von welcher Tierart der Unfall verursacht wurde. Nicht bei allen Versicherern ist, wie bei ERGO, der Zusammenstoß mit allen Tieren versichert. Dabei fällt immer wieder der Begriff Haarwild. Die Jägersprache unterscheidet Haar- und Federwild (Wildvögel wie Fasane und Stockenten). Zum Haarwild zählen zum Beispiel Rot-, Dam- und Rehwild (wie Rehe und Hirsche), Schwarzwild (etwa Wildschweine), Füchse, Wisente, Fischotter und Seehunde. Eine umfassende Aufzählung finden Sie in § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesjagdgesetzes. Eine Vollkaskoversicherung zahlt in der Regel bei jedem Wildunfall.

Wildunfallbescheinigung

6. Was ist eine Wildunfallbescheinigung?

Eine Wildunfallbescheinigung ähnelt einem Unfallbericht und enthält genaue Angaben zum Wildunfall samt Skizze, zur Art des Tiers und zum entstandenen Wildschaden. Sie müssen sie nicht mitführen. Sie dürften die Bescheinigung im Schadensfall ohnehin am Unfallort nicht allein ausfüllen. Sie muss vom Fahrer des Wagens gemeinsam mit dem Revierförster/Jäger, dessen Vertreter oder der Polizei ausgefüllt und unterzeichnet werden. Jagdausübungsberechtigter und Polizei haben die Bescheinigungsformulare in aller Regel dabei.

Wildunfall melden

7. Wildunfall melden

Wie immer gilt: Melden Sie den Schaden so schnell wie möglich. Das gilt auch, wenn sich das Tier vom Unfallort entfernt.
Niki Schelle: „Man sollte sofort die Polizei rufen! Für die Versicherung brauche ich eine Wildunfallbescheinigung. Diese bekomme ich vom zuständigen Jagdpächter oder vom Förster. Dieser wird von der Polizei kontaktiert und kümmert sich um das tote oder verletzte Tier. Wichtig: Man sollte das Ganze auf jeden Fall dokumentieren, also Bilder von den Wildspuren am Auto machen. Das ist wichtig für die Versicherung!“

Man kann den Schaden des Wildunfalls auch online melden. Dies geht schnell und unkompliziert. Außerdem können Sie den Bearbeitungsstand genau nachverfolgen. Die erhaltene Wildunfallbescheinigung legen Sie bei Meldung des Wildunfalls an Ihren Versicherer als Nachweis über die Schäden vor.

Um den Schaden regulieren zu lassen, benötigen Sie mindestens eine Teilkaskoversicherung.

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