Wildunfälle vermeiden

Ungefähr 650-mal am Tag stoßen in Deutschland Autos mit Wildtieren zusammen. Wie kann man Wildunfälle vermeiden? Und wie reagiert man richtig, wenn es passiert ist?

Wenn die Tage kürzer werden,

beginnt auf Deutschlands Straßen die Hochsaison der Wildunfälle. Im Herbst steigt die Zahl deutlich, vor allem in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung. Erst nach den Wintermonaten geht sie wieder zurück. Die Versicherungen registrierten 2014 insgesamt 238.000 Pkw-Unfälle mit Rehen, Wildschweinen und anderen Wildtieren. Statistisch gesehen gibt es also alle zweieinhalb Minuten einen Wildunfall, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Da einige Kraftfahrzeughalter über keine Kaskoversicherung verfügen, sind deren Unfälle in diesen Zahlen nicht enthalten. In 2015 wurden 3.035 Unfälle mit Personenschaden gezählt.

Wildwechselschilder markieren zwar die bekannten Wege von Rotwild und Co. Doch viele Autofahrer unterschätzen die Gefahr und ignorieren die Warnungen. In bewaldeten Gebieten sollte die Regel stets lauten: Fuß vom Gas! Und das auch bei gutem Wetter! Die Geschwindigkeit des Pkw ist der entscheidende Faktor für den Schaden, der bei einem Wildunfall entsteht. Und das an Mensch, Tier und Auto. Ein Reh, das nur 20 Kilogramm wiegt, hat schon bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde eine Wirkung von 500 Kilogramm. Ein Wildschwein prallt bei 60 Stundenkilometern mit rund 3,5 Tonnen auf das Auto.

Autofahrer wissen oft zu wenig über Wildwechsel und das richtige Verhalten bei drohender Kollision. Auch der Schock, plötzlich ein Tier auf der Fahrbahn zu sehen, führt häufig zu vermeidbaren Fehlern. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

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Wildunfall vermeiden

1. Worauf müssen Fahrer achten?

Ab Ende September sollte man besonders vorausschauend fahren: Die Sicht ist durch die früher einsetzende Dunkelheit eingeschränkt und viele Tiere begeben sich auf die Suche nach einem Winterquartier. Ein besonderes Risiko birgt auch die Phase der Zeitumstellung Ende März: Dann liegt der morgendliche Berufsverkehr wieder in der Dämmerungsphase, in der das Wild aktiver ist als bei Tageslicht. Fahrer sind oft aufgrund der Zeitverschiebung weniger konzentriert. Im April sind Wildtiere wieder verstärkt auf Futtersuche.

Gefahr Wildunfall

2. Wo lauert die Gefahr?

Wildunfälle können prinzipiell überall passieren. Die bekannten Pfade der Tiere sind oft mit Wildwechselschildern versehen. Darüber hinaus ist Vorsicht geboten auf Straßen, die durch Waldgebiete führen, an Waldgrenzen und an Feldrändern. Besonders aktiv sind Wildtiere während der Morgen- und Abenddämmerung sowie nachts, wenn sie sich sicher fühlen. Auch zur Paarungszeit, die je nach Tierart in unterschiedliche Monate fällt, bewegt sich Wild mehr als gewöhnlich.

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Wildunfall hupen

3. Wie müssen Sie reagieren?

Plötzlich steht ein Tier auf der Fahrbahn? Fernlicht sofort ausschalten, kontrolliert abbremsen und hupen, damit das Tier flüchten kann. Auf gar keinen Fall sollte der Fahrer auf die Gegenfahrbahn ausweichen! Denn dies führt häufig zu noch gravierenderen Unfällen. Ist abzusehen, dass eine Kollision unvermeidlich ist, auf der Spur bleiben, stoßweise bremsen und Lenkung festhalten. Wichtig: Laut Rechtsprechung ist es nicht verhältnismäßig für so genanntes Niederwild (Hasen, Katzen und andere Kleintiere) eine Vollbremsung auszuführen. Zudem besteht hier die Gefahr, dass es dabei zu einem Auffahrunfall mit einem Fahrzeug hinter Ihnen kommen kann.

Wildunfall - was tun?

4. Und wenn es doch zu einem Wildunfall kommt?

Nach einem Wildunfall zuallererst die Unfallstelle absichern, die Warnweste anziehen und dann die Notrufnummer 110 wählen. Totes Tier an den Rand schaffen, um weitere Unfälle zu verhindern. Achtung, Tollwutgefahr! Nach Möglichkeit das Tier nicht mit bloßen Händen berühren. Auf keinen Fall darf ein Tier mitgenommen werden. Auch nicht, um es zu einem Tierarzt zu bringen: Dies erfüllt den Tatbestand der Wilderei! Die Polizei stellt eine Wildschadensbescheinigung aus und benachrichtigt den Revierförster. Er kümmert sich um tote oder verletzte Tiere.

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Wildunfall Haarwild

5. Welche Tiere zählen zum Haarwild?

Im Schadensfall kann es entscheidend sein, von welcher Tierart der Unfall verursacht wurde. Dabei fällt immer wieder der Begriff Haarwild. Die Jägersprache unterscheidet Haar- und Federwild (Wildvögel wie Fasane und Stockenten). Zum Haarwild zählen zum Beispiel Rot-, Dam- und Rehwild (wie Rehe und Hirsche), Schwarzwild (etwa Wildschweine), Füchse, Wisente, Fischotter und Seehunde. Eine umfassende Aufzählung finden Sie in §2 Abs. 1 Nr. 1 des Bundesjagdgesetzes.

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