Hund entlaufen – Tipps für eine erfolgreiche Suche

Der geliebte Vierbeiner ist verschwunden – aus dem heimischen Garten, beim Gassigehen im Park oder beim Waldspaziergang. Ein Albtraum für jeden Hundehalter. Hier erfahren Sie, welche Schritte sinnvoll sind, wenn Ihr Hund entlaufen ist.

Hund entlaufen: erste Maßnahmen vor Ort

In Deutschland entlaufen pro Jahr mehrere tausend Hunde. Es gibt verschiedene Gründe, warum die Vierbeiner weglaufen: Sie folgen ihrem Jagdtrieb oder der Spur einer läufigen Hündin. Ängstliche Hunde kann ein lautes Geräusch so erschrecken, dass sie in Panik davonrennen. Letzteres kommt vor allem in der Risikozeit um Silvester häufig vor.

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Hund entlaufen ist: Bewahren Sie Ruhe und warten Sie am Ort des Verschwindens. Geben Sie Ihrem Hund die Möglichkeit, anhand Ihres Geruchs und Ihrer Stimme zu Ihnen zurückzukehren. Vermeiden Sie beim Rufen Panik in Ihrer Stimme, das könnte ihn nur noch mehr verschrecken.

Sprechen Sie Passanten und Radfahrer auf Ihren entlaufenen Hund an. Informieren Sie Familie, Nachbarn und Ihre Hundefreunde. Jemand sollte zu Hause bleiben, falls der Hund dorthin zurückkehrt. Das Gartentor bleibt in der Suchzeit offen, denn häufig kehren die Ausreißer im Schutz der Dunkelheit nach Hause zurück.

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So gehen Sie bei der aktiven Suche nach dem Ausreißer vor

Holen Sie sich Unterstützung von Freunden oder Familienangehörigen, mit denen Ihr Hund vertraut ist. Eine Bezugsperson wartet weiter an Ort und Stelle, während die anderen sternförmig die Umgebung absuchen und stets zum Ausgangspunkt zurückkehren. Laufen Sie nicht kreuz und quer durch die Gegend, da sich sonst Geruchsspuren vermischen könnten und Ihr Hund den Weg zurück nicht mehr findet. Kontrollieren Sie Orte, die Ihr Hund gut kennt. Bei vorheriger Anfahrt mit dem Auto gilt das auch für den Parkplatz.

Tierheime & Co: wo Sie Ihren entlaufenen Hund melden sollten

Ist Ihr Hund auch nach drei Stunden noch nicht zurückgekehrt, informieren Sie die örtliche Polizeidienststelle, gegebenenfalls Autobahnpolizei oder Straßenmeisterei. Denn von einem entlaufenen Hund kann die Gefahr eines Verkehrsunfalls ausgehen. Ist Ihr Hund beim Waldspaziergang entlaufen, melden Sie ihn beim zuständigen Forstamt: Förster und Jäger kennen ihr Revier genau, auf „streunende“ Hunde achten sie besonders.

Telefonieren Sie mit umliegenden Tierheimen, Tierkliniken und Tierärzten. Sie sind oft die erste Anlaufstelle für Fundtiere. Die Mitarbeiter können mit einem Lesegerät den Mikrochip im Nacken eines gefundenen Hundes auslesen und ihn anhand der Chipnummer identifizieren.

Übrigens: In vielen Bundesländern sind eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung sowie eine Chip-Kennzeichnung Pflicht.

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Haftpflichtversicherung

Ganz egal, ob Mischling oder Rassehund: Schnell hat Ihr vierbeiniger Freund mal etwas angestellt und vielleicht einen Schaden angerichtet. Als Besitzer haften Sie für alle Schäden, die Ihr Hund verursacht. Dazu zählen neben Verkehrsunfällen auch Personenschäden durch Hundebisse. Mit der ERGO Hundehalter-Haftpflichtversicherung sind Sie und Ihr Hund gut abgesichert. Auch ein Hüter Ihres Tieres ist finanziell geschützt, wenn etwas passiert.

Warum die Suchmeldung bei Haustierregistern so wichtig ist

Registrieren Sie Ihren Hund kostenlos bei einem der beiden großen Haustier­register in Deutschland: beim Tierschutzverein Tasso e. V. oder bei Findefix, dem Haustierregister des Deutschen Tierschutzvereins. Erfasst werden sämtliche Angaben zu Ihrem Hund inklusive Transpondernummer des Mikrochips und Ihre Kontaktdaten. Im Verlustfall können Sie Ihren entlaufenen Hund telefonisch über die 24-Stunden-Notrufzentrale oder online über die Homepage melden. Die Haustierregister verfügen über eine große Online-Community, viele ehrenamtliche Suchhelfer und sind gut vernetzt mit Tierheimen, Tierärzten und Tierschutzorganisationen. Über die kostenlose Smartphone-App Tipp-Tapp von Tasso e. V. lassen sich Suchmeldungen und Sichtungen auch mobil abrufen.

Mittlerweile gibt es auch professionelle Suchhundestaffeln, die nicht nur vermisste Personen, sondern auch entlaufene Haustiere suchen. Deren Dienstleistung ist jedoch kostenpflichtig. Dem Hundehalter wird eine Einsatzpauschale berechnet, die je nach Anbieter 35 bis 250 Euro betragen kann. Dazu kommen Fahrtkosten von 0,30 bis 0,50 Euro pro Kilometer. Wer einen alten oder kranken Hund vermisst, der Medikamente benötigt und rasch gefunden werden muss, kann über diese Alternative nachdenken.

Das Suchplakat: wie es aussieht und wo Sie es platzieren

Suchplakate in der Öffentlichkeit erhöhen die Chance, Ihren entlaufenen Hund wiederzufinden. Gestalten Sie es als DIN-A4-Plakat oder als Handzettel. Idealerweise enthält das Plakat Namen und Steckbrief Ihres Hundes inklusive Datum und Ort seines Verschwindens, dazu Ihre Kontaktdaten und ein aussagekräftiges Ganzkörperfoto des Ausreißers. Bei den Haustierregistern Tasso e. V. und Findefix können Sie Suchplakate online gestalten und verbreiten lassen, aber auch ausdrucken.

Wenn Sie Ihre Suchplakate im Freien aushängen wollen, machen Sie sie wetterfest, indem Sie sie lamininieren oder in eine Klarsichthülle stecken. Befestigen Sie sie an Bäumen im Park und an Laternenpfählen. Achtung: Im öffentlichen und nicht öffentlichen Straßenraum gelten strenge Regeln für das Anbringen von Suchplakaten. Besprechen Sie das vorher mit Ihrer Gemeinde- oder Stadtverwaltung.

Hund entlaufen Tipps

Bitten Sie auch Läden, Supermärkte, Tierheime und Tierärzte in Ihrer Umgebung um Erlaubnis, die Suchplakate aufhängen oder Flyer auslegen zu dürfen.

Posten Sie Ihre Suchmeldung und Ihr Suchplakat in den sozialen Medien, etwa öffentlich auf Facebook. Das erhöht die Reichweite enorm. Auf Facebook gibt es zusätzlich spezielle Gruppen für Herrchen, deren Hund entlaufen ist. Achtung: Bei einer Suchmeldung von entlaufenen Hunden in den sozialen Medien besteht die Gefahr von betrügerischen Erpressern. Sie können daher statt Ihrer persönlichen Kontaktdaten auch nur die Kontaktdaten von Tasso e. V. oder Findefix angeben.

Dokumentieren Sie außerdem jede Sichtung Ihres entlaufenen Hundes. Daraus lässt sich ein Verhaltensmuster erstellen, das schließlich zu einem Wiederfinden führen kann.

Ihr entlaufener Hund ist gefunden: Das sollten Hundehalter tun

Das Haustierregister hat Sie kontaktiert oder der Finder hat sich direkt bei Ihnen gemeldet: Sie können Ihren Hund abholen. Gehen Sie das Wiedersehen behutsam an. Kommt Ihr Hund stürmisch und mit Begrüßungswedeln auf Sie zu, ist das Eis schon gebrochen. Reagiert er scheu, nähern Sie sich vorsichtig von der Seite, knien sich hin und locken ihn. Auf Schimpfen und Weinen sollten Sie verzichten.

Beim Finder bedanken Sie sich am besten mit einem Blumenstrauß, beim hilfreichen Haustierregister mit einem Finderlohn. Und vergessen Sie nicht, sämtliche Suchbeteiligten und kontaktierten Stellen über das Wiederfinden zu informieren.

Was tun, damit der Hund gar nicht erst wegläuft?

  • Hundeschule: Gezieltes Training stärkt das Vertrauen und die Bindung von Herrchen bzw. Frauchen und Hund. Die Vierbeiner werden sicherer und lernen, Kommandos auch in Ausnahmesituationen zu befolgen.
  • Kennzeichnung: Achten Sie darauf, dass Ihr Hund gechippt ist. Zusätzlich Halsband bzw. Geschirr mit dem Namen des Hundes und Ihrer Telefonnummer kennzeichnen oder eine Plakette mit diesen Informationen anbringen (lassen sich im Tierbedarfshandel kaufen oder online bestellen).
  • Registrierung: kostenlos bei Tasso e. V. oder bei Findefix. Beide versenden eine Plakette mit der Kennnummer des Hundes sowie einer 24-Stunden-Notrufnummer und einen Tierausweis mit den erfassten Daten.
  • Ortungsgerät: Für notorische Ausreißer empfiehlt sich ein GPS-Tracker. Er ist leicht, wasserdicht und wird am Halsband oder Geschirr des Hundes angebracht. Für die Ortung per Smartphone wird das Mobilfunknetz mit einer SIM-Karte genutzt.
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