Vegetarier werden: Immer mehr Menschen ändern ihre Lebensweise

Die Zahl vegetarisch lebender Menschen hat sich in Deutschland in den letzten 20 Jahren mehr als verzehnfacht, und 56 Prozent der Bevölkerung essen seltener und bewusster Fleisch. Lesen Sie, warum so viele Menschen Vegetarier werden.

Jeder Mensch hat seine Ernährungsgewohnheiten

Die einen lieben Käse, Eier und frisches Gemüse, die anderen ein schönes Brot mit Wurst und Aufschnitt vom Metzger oder ein gutes Steak: Jeder Mensch hat seine persönlichen Geschmacksvorlieben und lernt im Laufe seines Lebens die verschiedensten Lebensmittel und Ernährungsweisen kennen. Daraus werden im Lauf vieler Jahre bestimmte Ernährungsgewohnheiten und Lebensweisen.

Fakten zum Vegetarismus

Jedes Jahr gibt es am 1. Oktober den Welt-Vegetariertag, an dem es viele Aktionen gibt, um die Menschen über die Vorzüge der fleischlosen Ernährung aufzuklären. Die vegetarische Weltanschauung geht schon auf den Philosophen Pythagoras zurück, der als der erste bekannte Vegetarier gilt. Er vertrat die Ansicht, dass alles, was der Mensch Tieren antut, auf den Menschen zurückfällt.

In Deutschland ernähren sich heute etwa acht Millionen Menschen vegetarisch – jeder Zehnte. Weltweit wird die Zahl der Vegetarier und Veganer auf etwa eine Milliarde geschätzt. In Indien sind etwa 38 Prozent der Gesamtbevölkerung Vegetarier, international zählt Deutschland zu den fünf Ländern mit dem höchsten Anteil vegetarisch lebender Menschen.

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Vegetarisch, vegan oder flexitarisch: Wer ernährt sich wie?

Vegetarier ist nicht gleich Vegetarier: Lacto-Vegetarier konsumieren neben pflanzlichen Lebensmitteln auch Milch, Milchprodukte und Käse; Ovo-Lacto-Vegetarier verzehren zusätzlich Eier. Veganer konsumieren keinerlei tierische Produkte, egal ob Fleisch, Fisch, Milch, Eier oder Honig. Zudem tragen sie keine Kleidung oder Schuhe aus tierischen Materialien. Flexitarier schließlich ernähren sich überwiegend vegetarisch, verzehren aber gelegentlich biologisch produziertes Fleisch; Pescetarier essen kein Fleisch, aber Fisch.

Wissenschaftlich nachgewiesen: Fleischverzicht ist gesund

Auf Fleisch zu verzichten, ist seit einigen Jahren im Trend. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass eine überwiegend oder komplett pflanzliche Ernährung positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. So leiden Vegetarier seltener an Übergewicht und Bluthochdruck und haben einen niedrigeren Cholesterinspiegel. Viele zeigen auch ein niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Vegetarisch leben schützt das Klima

Weniger Fleisch zu essen, kann sich positiv auf die Gesundheit, aber auch auf die Umwelt auswirken.

In der industriellen Tierhaltung entstehen hohe Treibhausgasemissionen, die den Klimawandel befördern. Auch benötigt die Fleischherstellung sehr viel Wasser. Wussten Sie schon, dass Sie bereits mit einem fleischfreien Tag pro Woche genug Wasser sparen könnten, um davon eineinhalb Jahre täglich warm duschen zu können?

Infografik: Durstiges Essen | Statista Mehr Infografiken finden Sie beiStatista

Vegetarische Ernährung unterstützt nachhaltigen Konsum

Generell ist die vegetarische Ernährung eine gute Wahl, die dem Umwelt- und Klimaschutz zugutekommt. Im Juni 2021 hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) ein neues Positionspapier veröffentlicht und fordert darin eine nachhaltige Ernährung, unter anderem durch die Umstellung auf mehr pflanzliche Lebensmittel in all ihren Facetten.

Fleischkonsum wird bewusster

Diese Forderung fällt in Deutschland auf fruchtbaren Boden. Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch sank im Jahr 2020 auf ein Jahrzehnte-Tief: 57,3 Kilogramm wurden pro Person im Jahresdurchschnitt verzehrt. Die DGE rät: „Wenn Sie Fleisch essen, dann nicht mehr als 300 bis 600 g pro Woche“. Den eigenen Fleischkonsum bewusster zu gestalten oder ganz auf den Konsum zu verzichten – es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, diesen Rat zu beherzigen und so die richtige Ernährungsform für die persönliche Situation zu finden.

Wichtig ist dabei vor allem, sich ausgewogen zu ernähren, um alle Nährstoffe zu sich zu nehmen. Um das richtig umzusetzen, gibt es verschiedene Konzepte. Gute Anhaltspunkte für eine vollwertige Ernährung und einen Überblick der wichtigsten Lebensmittelgruppen bietet die Ernährungspyramide.

Nachhaltig essen mithilfe der Ernährungspyramide

Ob Milchprodukte, Gemüsesorten oder gesunde Öle und Fette: Die Ernährungspyramide hilft Ihnen dabei, eine abwechslungsreiche, gesunde und weitgehend fleischfreie Auswahl an Lebensmitteln für einen gesunden Speiseplan zu treffen. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch der Anteil der verschiedenen Lebensmittel: Die Ernährungspyramide ist so aufgebaut, dass mit den dort genannten Produkten alle Nährstoffe sowie der ideale Nährstoffbedarf in den Mahlzeiten berücksichtigt werden.

Eisenversorgung? Kalziumbedarf? Ist inklusive!

So liefern Obst und Gemüse lebenswichtige Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe und bilden deshalb den breiten Sockel der Ernährungspyramide. Mit anderen Worten: Davon sollten Sie besonders viel essen – drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag dürfen es ruhig sein. Für eine gute Eisenversorgung sorgen Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen, außerdem alle Vollkornprodukte und Nüsse. Gut zu wissen: Kalzium steckt in Milch, allen Milchprodukten und vielen Mineralwässern.

Übrigens: Inzwischen gibt es viele vegetarische und vegane Ersatzprodukte, die Fleischprodukte imitieren. Diese werden aber meist – genau wie ihre tierischen „Vorbilder“ – industriell hergestellt und enthalten viele Zusatzstoffe. Grundsätzlich ist es am besten, zu frischen und unverarbeiteten Produkten zu greifen. Warum nicht selbst einen Fleischersatz herstellen? So kann z. B. ein paniertes Stück Kohlrabi eine deftige Alternative zum Schnitzel sein, die gesund ist und zudem Tier und Umwelt schont.

Vegetarier werden: Mit diesen drei Tipps werden Sie fleischlos glücklich

Vom Tier- und Umweltschutz über das Wassersparen bis zu Maßnahmen gegen den Klimawandel: Immer mehr Menschen erkennen, dass sie mit jedem – auch kleinen – Verzicht auf Fleisch und andere tierische Lebensmittel etwas Gutes für ihre Gesundheit und für die Umwelt tun können. Auch wenn es nicht immer einfach erscheint: Unsere Tipps können Ihnen dabei helfen, das Vorhaben „Vegetarier werden“ umzusetzen.

Tipp Nr. 1: Eine gute Motivation

Neben den gerade genannten guten Gründen für eine pflanzliche Ernährung gibt es noch einen wichtigen Grund „obendrauf“: Vegetarier haben im Durchschnitt eine längere Lebenserwartung – es lohnt sich also, oft und gern auf Fleisch zu verzichten.

Tipp Nr. 2: Am Anfang nicht zu streng sein

Sie müssen nicht gleich ein 100-prozentiger Vegetarier werden – vielleicht werden Sie auch erst Flexitarier? Damit verzichten Sie weitgehend auf Fleisch, können Ihren Speiseplan aber mit viel frischem Gemüse und pflanzlichen Proteinquellen wie Linsen oder Tofu anreichern. Auch auf „Soul Food“ müssen Sie als Vegetarier natürlich nicht verzichten: Pizza, Pasta und Burger gibt es in vielen leckeren, vegetarischen oder veganen Varianten.

Tipp Nr. 3: Mit Geduld und kleinen Schritten Vegetarier werden

Starten Sie am besten mit einem fleischfreien Tag pro Woche, bevor Sie sich gleich einen ganzen Monat vornehmen. Ernährungsumstellungen brauchen erfahrungsgemäß Zeit, Ausdauer und gute Laune, damit sie nachhaltig wirken können. Und denken Sie daran: Sie können jeden Tag wieder neu mit Ihrem Vorhaben starten.

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