Erschöpfungsdepression und Burn-out – wenn einfach alles zu viel wird

Erschöpft, überlastet, ausgebrannt: Mit Erschöpfungssymptomen können Menschen monatelang nicht arbeiten oder werden sogar berufsunfähig. Wie ein Burn-out oder eine Erschöpfungsdepression entsteht, welche Folgen es gibt und wie es sich vermeiden lässt.

Erschöpfungsreaktionen: überarbeitet, „nur“ erschöpft oder psychisch krank?

Abgeschlagen, gereizt, am Limit: Immer öfter hatte Beate S. das Gefühl, im Job nur noch wie eine leere Hülle zu „funktionieren“. Kleine oder große Erfolgserlebnisse? Fehlanzeige! Engagiert zusammenarbeiten, sich bei einem Kaffee austauschen, auch mal lachen mit Kolleginnen und Kollegen? Keine Chance.

Stattdessen war da immer öfter das Gefühl, innerlich leer zu sein – ein quälendes Ausgebranntsein, kombiniert mit unüberwindbarer Antriebslosigkeit, nachts bedrückt von nervenzehrenden Grübeleien und Schlafstörungen.

Das Erschöpfungssyndrom hat Auswirkungen

Die eben beschriebenen Symptome sind Ausdruck einer tiefen Erschöpfung oder eines Burn-out. Sie haben spürbare Auswirkungen auf den Körper und die Psyche. Ist ein Mensch überarbeitet oder erschöpft, zum Beispiel aufgrund einer anstrengenden Projektphase im Betrieb, so kann schon ein langes Wochenende mit viel Schlaf oder ein paar Tage Urlaub Wunder wirken.

Leidet dagegen jemand unter einer psychischen Erkrankung wie z. B. einer Erschöpfungsdepression, so ist die so wichtige Fähigkeit, Erholung und Entspannung selbst zu regulieren, nachhaltig gestört. Die „Selbstbehandlung“ in Form von freien Tagen oder Urlaub bleibt ohne Wirkung.

Ein Burn-out ist aber nicht nur bei der Arbeit ein bedrückender Zustand, sondern auch sehr belastend für Betroffene und ihre Angehörigen zu Hause: Ausgebrannt und reizbar sein im Job kann auch zu erheblichen Familienproblemen und Belastungen zu Hause führen. Der Ausnahmezustand ist ja nicht mehr selbst steuerbar, sondern bestimmt das eigene Leben rund um die Uhr.

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Was genau ist ein Burn-out?

Ein Burn-out beginnt meist mit einer sehr aktiven Phase, in welcher der oder die Betroffene unermüdlich arbeitet – Kolleginnen und Kollegen erleben häufig eine Art „Überengagement“. Darauffolgend und oft schleichend stellt sich dann ein Zustand großer Erschöpfung ein, begleitet von innerer Unruhe und Störungen des Schlafs, schließlich kommt fast immer eine verringerte Leistungsfähigkeit dazu.

Auch nicht zu stoppende Gefühle von Überforderung am Arbeitsplatz, eine Entfremdung von der eigenen beruflichen Tätigkeit und/oder emotionale Überlastung sind typisch für den psychischen Zustand, in dem sich Menschen mit einem Burnout befinden.

Erste Anzeichen: Bin ich gefährdet?

Fühlen Sie sich am Ende eines Arbeitstages ausgelaugt? Sind Sie schon morgens beim Gedanken an einen neuen Arbeitstag erschöpft? Empfinden Sie jede Arbeitsstunde als ermüdend? Haben Sie nicht mehr genügend Energie für Ihre Familie und Freunde? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, sind Sie bereits gefährdet und sollten aufmerksamer auf Ihre Work-Life-Balance achten.

Merken Sie in Ihrem Bemühen um eine bessere Balance zwischen Arbeit und Freizeit, dass die gewünschte Entspannung bei allem guten Willen ausbleibt, wenden Sie sich am besten an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, um die Ursachen Ihrer Erschöpfung abzuklären. Möglicherweise gibt es körperliche Ursachen. Vielleicht handelt es sich aber auch um einen Burn-out. In einer repräsentativen Studie des RKI zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland gaben 4,2 % aller Befragten an, dass bei ihnen ein Burn-out-Syndrom festgestellt wurde (Frauen: 5,2 %, Männer: 3,3 %).

Wenn nichts mehr geht: Wie entsteht ein Burn-out?

Ein Burn-out ist kein spontanes Ereignis, sondern fast immer spielen verschiedene äußere und persönliche Faktoren zusammen. Zu den häufigsten äußeren Faktoren gehören eine zu hohe Arbeitsüberlastung, schlechte Arbeitsbedingungen, Zeitdruck, ein zu großes Arbeitspensum und/oder ein stressiges Betriebsklima. Häufig sind die schlechten Arbeitsbedingungen gepaart mit dem Gefühl mangelnder Unterstützung und dem Fehlen von Entspannung oder Möglichkeiten zum Auftanken neuer Kraft.

Zu den typischen persönlichen Faktoren gehört, nicht Nein sagen zu können und deshalb ständig mehr oder länger zu arbeiten, als eigentlich gut für die eigene Gesundheit ist. Auch Persönlichkeitsstrukturen wie eine hohe Leistungsorientierung, großer Ehrgeiz oder die Tendenz zum Perfektionismus sind mögliche Risikofaktoren. Auch wenn der oder die Betroffene nicht gelernt hat, auf eine gute persönliche Work-Life-Balance zu achten.

Was ist eine Erschöpfungsdepression?

Die beschriebenen Burn-out-Symptome treffen häufig auch auf Depressionserkrankungen zu – doch es gibt auch Abgrenzungen: Bei einer Depression beziehen sich die Beschwerden, negativen Gedanken und Gefühle nicht nur auf die Arbeit, sondern auf alle Lebensbereiche, dazu kommen eine große Hoffnungslosigkeit, mangelndes Selbstwertgefühl und Krankheitszeichen wie Schuldgefühle oder Appetitstörungen.

Zudem ist eine Depression oder auch Erschöpfungsdepression eine psychiatrische Diagnose. Der Begriff Burn-out – Ausgebranntsein – ist es streng genommen nicht. Doch passt er viel besser zum anstrengenden Alltag vieler berufstätiger und gestresster Menschen und ist in unserer Leistungsgesellschaft deshalb viel eher akzeptiert als die psychiatrische Diagnose Depression.

Welche Folgen hat eine Erschöpfungsdepression?

Neben dem eigenen Gefühl, zutiefst erschöpft und ausgelaugt zu sein, bringt eine Erschöpfungsdepression im Job wie im Privatleben eine verminderte Belastbarkeit sowie eine wachsende Stimmungslabilität mit. Eine ernst zu nehmende Folge ist schließlich auch die persönliche Unfähigkeit, sich selbst davon wieder zu erholen – Betroffene fühlen sich häufig einfach nur noch hilflos und spüren, dass sie von allein nicht mehr auf die Beine kommen.

Bei fachgerechter Behandlung haben depressive Erkrankungen eine gute Prognose. Unbehandelt entsteht – manchmal nach Jahren – ein „Endzustand“, gekennzeichnet von Resignation, Entmutigung, verringerter Frustrationstoleranz, Pessimismus und Fatalismus, manchmal auch von Berufsunfähigkeit.

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Was hilft bei Erschöpfungsdepression und Burn-out?

Bei einem anhaltenden Gefühl von Erschöpfung sollten Sie unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, damit diese eine medizinische Diagnose stellen können – Sie können zum Beispiel zu Ihrem Hausarzt gehen, zu einem Nervenarzt oder zu einem Psychiater. Eine medizinische Abklärung ist wichtig, denn hinter einem Erschöpfungszustand kann auch eine Krankheit wie eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder eine chronische Infektion stecken.

Je nach Diagnose wird Ihnen der Arzt eine professionelle Behandlung und Therapie vorschlagen – medizinisch, psychologisch oder beides und in Absprache mit Ihnen ambulant oder stationär. Falls Sie unsicher sind, wo Sie Hilfe bekommen, können Sie sich auch an die Telefonseelsorge oder an die Deutsche Depressionshilfe wenden.

Wirksamer Schutz vor Erschöpfung: gute soziale Beziehungen

Verschiedene Studien zeigen: Gute soziale Beziehungen sind ein wirksamer Schutz vor Erschöpfung und Burn-out. Achten Sie darauf, dass Ihre Arbeit Ihnen ausreichend Zeit für ein erfülltes Privatleben lässt. Es ist wichtig, dass Sie im Alltag genug Möglichkeiten finden, soziale Kontakte und Freundschaften zu pflegen.

Gute soziale Beziehungen sind eine Tankstelle für neue positive Energie und gleichzeitig ein wirksamer Schutzfaktor – das gilt im Team und am Arbeitsplatz ebenso wie im Privatleben. Achten und wertschätzen Sie deshalb den guten Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunden. Pflegen Sie das Miteinander und den Austausch mit anderen Menschen. Manchmal kann es auch sehr hilfreich sein, wenn dieser Erfahrungsaustausch in einer Selbsthilfegruppe stattfindet.

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Sanfte Schutzschilder: Entspannung und gute Selbstfürsorge

Neben guten Beziehungen zu anderen ist es ebenso wichtig, eine gute Beziehung zu sich selbst zu pflegen. Selbstfürsorge oder Selbstsorge sind die Fachbegriffe dafür und gemeint ist das achtsame und bewusste Stillen eigener Bedürfnisse: sich regelmäßig etwas gönnen, von dem man weiß, dass es einem guttut; sich selbst verwöhnen und dafür sorgen, dass man regelmäßig das bekommt, tut oder ausdrückt, was einem wichtig ist – zum Beispiel im Sport oder im kulturellen Bereich.

Hilfreiche Schutzschilder sind auch ein gutes Know-how in Sachen Stress und Stressbewältigung. Gerade dann, wenn der Stress noch nicht wirklich zum Problem geworden, aber eindeutig ein Belastungsfaktor ist, kann die Arbeit an der eigenen Stressreduktion besonders erfolgreich sein. Vielleicht haben Sie Lust, eine neue Entspannungstechnik wie Qigong, Yoga oder Muskelentspannung nach Jacobsen zu erlernen?

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